Druckschrift 
Erg.Bd. (1908)
Entstehung
Seite
601
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Soopolamini praeparata. Scopolia.

601

Sirupus Scillae compositusBp. Cort. Cinnamom.

Bhiz. Zingiber.

Aceti Scillae3 Tage macerieren.

Sacchari

(Dresd. Vorschr.).

5,0

6,0100,0.Im Ritrat werden gelöst150,0.

NB. Die in Bd. II S. 860, angeführte Vorschriftist durch diese zu ersetzen.

Scopolamini praeparata. (zuBd.ns.86i.)

tt EllSCOpol wird ein chemisch reines Scopolaminum hydrobromicum genannt,welches sich von dem Präparate des D. Arzneibuches dadurch unterscheidet, daß es freivon Xebenbasen und optisch inaktiv ist. Das Euscopol stellt also kein Mischprodukt vonaktivem und inaktivem Scopolaminbromhydrat dar, wie es das Arzneibuch verlangt, indemes einen Schmelzpunkt von gegen 180° vorschreibt, während das reine aktive Salz bei 191bis 192° schmilzt.

Eigenschaften. Das Euscopol erweicht bei 165170°, schmilzt bei 180181°und bildet bei 185° eine klare Flüssigkeit.

Zur Unterscheidung- desEuscopols vom aktiven Scopolaminum hydrobromicnmdienen außer dem Schmelzpunkte auch die Pikrate. Das Pikrat des aktiven Präparatskristallisiert in dünnen Nadeln, während das des Euscopols längliche, gezackte Blättchenbildet. Die Schmelzpunkte der beiden Pikrate differieren nicht wesentlich; das Pikrat desaktiven Scopolamins schmilzt bei 190191°, das des Euscopols bei 192194°. Zur Dar-stellung der Prikate löst man 0,1 g des Salzes in 4 ccm Wasser und gibt 10 com wässerige,gesättigte Pikrinsäurelösung hinzu. Die entstandene Emulsion wird durch Erwärmen zumSchmelzen gebracht, worauf sich nach ruhigem Stehen das Pikrat kristallinisch abscheidet.Fabrikant: J. D. Riedel, Akt.-Ges. in Berlin.

Aufbewahrung. Sehr vorsichtig!

j - Scopomorphin wird eine gebrauchsfertige sterilisierte Lösung aus Scopolamin. hydro-bromic. 0,0012 g, Morph, hydrochlor. 0,03 g und Aquae qu. s. ad. 2 com genannt, welcheeine bequeme Anwendung der Scopolamin-Morphin-Narkose gestatten soll. Fabrikant: J. D.Riedel, Akt.-Ges. in Berlin. Aufbewahrung: Vorsichtig!

Scopolia.

Gattung der Solanaceae-Solaneae-Hyoscyaminae.

I. Scopolia CarniOÜCa Jacq., heimisch in den Ostalpen, Karpathen undangrenzenden Ländern, liefert:

-j- Rhizoma Scopoliae carniolicae, Scopoliawurzel, als Scopola Root in denVer. Staaten von Nordamerika oifizinell. Wird hauptsächlich in Ungarn gesammelt undkommt zum Teil über Triest in den Handel, auch unter der BezeichnungMandragora-wiiTzel" (Alraunwurzel). Die echte Mandragora (Mandragora autumnalis Spr., auchPseudo-Belladonna genannt) hat zum Unterschiede von Scopolia eine platte, möhrenförmige,meist zweiteilige, selten einfache oder mehrteilige Wurzel, die auch keine seitlichen Ver-zweigungen treibt, wie dies bei Scopolia der Fall ist.

Beschreibung. Das Rhizom zeigt horizontalen, zylindrischen Wuchs, ist mehroder weniger gekrümmt, seitlich etwas abgeflacht. Die Droge des Handels besteht meistaus Stücken von 2,510 cm Länge und etwa 0,81,5 cm Dicke, die zwecks besserenAustrocknens vielfach längs in zwei Hälften gespalten sind. Das bald schwach geringelte,bald in gewissen Abständen knotenförmig verdickte, mit zahlreichen, unregelmäßigenLängsfurchen durchzogene und mit taschenförmigen, an den Kanten eingeschrumpftenWurzelnarben versehene Rhizom ist äußerlich von hell- bis dunkelbrauner Farbe, brichtkurz und scharf und läßt auf der grauweißlichen Bruchfläche eine gelblichweiße Rinde,