Scammonium.
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Durchschnitt 9—10 Proz.; dieser Prozentgehalt ist also von guter Wurzel des Handelszu fordern. Zur Ermittelung- des Harzgehaltes hediene man sich des S. 411 unter„Jalapa" angegebenen Verfahrens.
Regdier fand in getrockneter Wurzel 2,7 Proz. reduzierenden Zucker und 6,8 Proz.Saccharose.
II. Resina Scammoniae.
Verfälschungen und Prüfung. Das kleinasiatische, d. h. das an Ort und Stellegewonnene Scammonium gibt nach wie vor zu Klagen Anlaß; es erweist sich meist alsso unrein und mißfarbig, daß sich seine Weiterverarbeitung kaum lohnt. Der Artikel istdaher auch nur noch selten im Handel anzutreffen. Man bevorzugt jetzt fast ausschließ-lich das aus der eingeführten Wurzel analog dem Jalapenharze durch Ausziehen mitAlkohol fabrikmäßig hergestellte Produkt. Als Verfälschungen nennt Güigues ResinaGuajaci, Kolophonium, Mastix, Sandarac, als Verwechselung Resina Jalapae,als Verunreinigungen mineralische Beimengungen wie Sand usw. Letztere werdendurch die Aschenbestimmung ermittelt.
Eine Verwechselung mit Resina Jalapae, die selten vorkommen dürfte, da Jalapen-harz teurer ist, erkennt man an der Atherlöslichkeit des Harzes. Scammoniumharz gibtmindestens 75—85 Proz. an Äther ab, Jalapenharz nur 5—8 Proz. Zur Ermittelungder Atherlöslichkeit pulvert man etwa 5 g des Harzes, vermischt diese mit der mehr-fachen Menge gewaschenen Sandes und extrahiert im Soxhlet sehen Apparat mit Ätherbis zur Erschöpfung (2—3 Std.). Weigel erhielt hierbei mit, selbst hergestellten Harzenfolgende Ergebnisse:
Scammoniumharz — 80,40 Proz. 1 . . .. .
Orizabaharz (s. u.) = 82,12 ,, >' , ..
v _' I Bestandteile.
f Jalapenharz = 5,5b „ J
Als äußere Kennzeichen der Güte des Scammoniumharzes werden genannt: schnelleEmulgierbarkeit, leichtes Gewicht und glänzender Bruch.
Die Anwesenheit von Guajakharz wird im alkoholischen Auszuge durch Zusatzvon Wasserstoffsuperoxyd oder Eisenchloridlösung nachgewiesen; es entsteht hierbei eineblaue, auf Zusatz von Natriumhypochlorit dagegen eine grüne Färbung. Kolophon sollsich beim Verbrennen des Harzes durch seinen charakteristischen Terpentingeruch bemerk-bar machen. Fremde Harze im allgemeinen lassen sich nach Guigdes durch folgendeReaktion nachweisen: Löst man das betr. Harz in heißem wässerigem Alkali und neutra-lisiert man diese Lösung nach dem Erkalten durch eine Säure, so bleibt das Scammo-nium gelöst, während sich andere Harze als Harzsäuren abscheiden.
III. Als Ersatz für Scammonimmvurzel kommt die Wurzel der Ipomoea oriza-bensis Ledanois in Betracht. Diese Convolvulacee wächst in den ostmexikanischen Ge-birgslandschaften bis in die Gegend von Orizaba, daher auch der Name. Die Orizaba-wurzel, Radix Orizabae, in ihrer Heimat als „Purgo macho" (männliche Jalape) be-zeichnet, ist schon seit langem bekannt, als Droge aber bis vor kurzem noch nichtregelmäßig in größeren Mengen eingeführt worden. Man nannte früher die Orizaba-wurzel auch Stipites Jalapae oder falsche Jalape und führt sie noch heute in Hand-büchern als Verfälschung der echten Jalape, mit der sie absolut keine Ähnlichkeit hat,auf. Zurzeit kennt man sie im Handel als „Radix Scammoniae mexicana".
Beschreibung. In den Handel kommt Orizabawurzel zum Unterschiede von Scam-moniumwurzel, die ganz und in der charakteristischen, keilförmig gedrehten Form, meistmit Nebenwurzeln versehen, ausgeführt wird, in unregelmäßigen, kantigen, plattenfönnigenoder ästigen Stücken von verschiedener Größe und dunkel graubrauner Farbe. Aus derBruchfläche ragen die zahlreichen, starken und faserigen Holzstränge heraus; die Holz-platten sind strahlig angeordnet, allerdings weuiger ausgeprägt strahlig wie bei Scam-moniumwurzel, die sich auch schon äußerlich durch eine hellere Färbung unterscheidet.Unter dem Mikroskop finden wir im Parenchym die Sekretzellen, sowie unzählige kleineStärkekörner meist rundlicher Form.