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Erg.Bd. (1908)
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Santalum.

Gesatntsantalol (C 15 H 24 0) mindestens 90 Proz. Löslich in 35 Vol. und mehr 70 proz.Alkohols, auch die stark verdünnte Lösung muß klar bleiben.

Hinsichtlich der Löslichkeit ist noch zu bemerken, daß selbst die besten Sandelöleder Forderung des z. Zt. gültigen deutschen Arzneibuches (D. A.-B. IV), wonach sichSandelöl bei 20° in 5 Teilen Spir. dil. lösen soll, nicht immer genügen. Es liegt dasdaran, daß der Alkoholgehalt im Spir. dil. des Arzneibuches innerhalb eines Volumprozentes,von 68 bis 69 Proz., schwanken darf. Während nun Sandelöl in 5 T. 69 proz. Alkoholslöslich ist, erhält man bei Anwendung 68proz. Alkohols nur eine trübe Mischung, die erstbei 24° zu einer klaren Lösung führt. Dazwischen finden Übergänge statt. Bin San-delöl, das sich bei 20° in 5 T. 68proz. Alkohols löst, gibt es nicht.

PrUfung. Von besonderer Wichtigkeit für die Bewertung des Sandelöles ist dieBestimmung des Santalolgehaltes, der bei gutem Öle mindestens 90 Proz. betragen soll.Über die Ausführung vgl. Bd. II S. 500. Die Berechnung geschieht nach folgender

FOrmeh P OTTO aX22 < 0

Proz. C 15 H 24 0 = m _ {aWo7o42j

(a = Anzahl der verbrauchten Kubikzentimeter Normal-Kalilauge, m = Menge deszur Verseifung verwandten acetylierten Öls in Grammen.)

Häufige Verfälschungsmittel sind Cedernholzöl, Copaivabalsamül, Gurjunbalsamöl undwestindisches Sandelöl, die sämtlich die Drehung mehr oder weniger stark beeinflussen unddas Öl schlechter löslich machen. Bette Öle, von denen Ricinusöl hier gern zum Verfälschenbenutzt wird, vermindern ebenfalls die Löslichkeit und erhöhen die Verseifungszahl. Alledie genannten Zusätze drücken den Santalolgehalt erheblich herunter. Sehr oft ist dasÖl der Sandelkapseln verfälscht, worauf hier noch besonders hingewiesen sei.

Santalol, Santalolum, wird durch fraktionierte Destillation aus eventuell vorherverseiftem Sandelholzöl gewonnen und bildet eine farblose dickliche Flüssigkeit. Spez.Gew. (15°) 0,9730,982. Brechungsindex (20°) 1,5041,509. Löslich in 35 Vol. undmehr 70 proz. Alkohols.

Die optische Drehung variiert je nach dem Verhältnisse, in dem die beiden Santal-ole (s. u.) in dem Öle zugegen sind. Schimmel & Co. beobachteten an eigenen Präparaten 14 bis24°.

Das Handelsprodukt ist kein chemisch einheitlicher Körper, sondern besteht ausmehreren Verbindungen, und zwar in der Hauptsache aus zwei Sesquiterpenalkoholen derFormel C 16 H 24 ,0. Von diesen macht das schwach rechtsdrehende a-Santalol den Haupt-bestandteil aus, während das stark linksdrehende /?-Santalol nur in geringer Menge vor-handen ist. Die beiden Alkohole machen nahezu 100 Proz. im Santalol des Handels aus-so daß die außerdem noch darin enthaltenen Verbindungen (Kohlenwasserstoffe, Ester) ohneBedeutung sind.

Satltyluttl, Santalolum salicylicum, Santyl, Santalolsalicylsäureester, C 6 H 4 0H.CO. OC 15 H 23 .

Darstellung. Nach D. B. P. 173240: Gleiche Gewichtsmengen Sandelöl oder reinesSantalol werden unter Zugabe von etwas Ätznatron zweckmäßig unter Anwendung vonvermindertem Druck so lange auf 100200° erhitzt, bis die Abspaltung des Phenols voll-endet ist. Durch Dampfdestillation wird das Reaktionsprodukt von dem Phenol befreitund der vom Wasser getrennte ölige Bückstand durch Destillation im Vakuum gereinigt.

Eigenschaften. Hellgelbe, fast geruch- und geschmacklose ölige Flüssigkeit, diebei 20 mm Druck bei 250260° unter teilweiser Zersetzung siedet. Spez. Gewicht 1,07.In Wasser ist es unlöslich, löslich dagegen in Alkohol und Äther. Beim Kochen mitalkoholischer Kalilauge wird Santyl verseift; in dem vom Alkohol befreiten Reaktions-produkt fällt nach dem Übersättigen mit verdünnter Schwefelsäure Salicylsäure kristallinischaus. Die alkoholische Lösung des Santyls soll durch Zusatz eines Tropfens Eisenchloridlösungnicht verändert werden.