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Erg.Bd. (1908)
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586
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Sandaraca. Sanguis.

IV. Sambucus canadensis L.

Nach Alpebs enthält die Rinde des amerikanischen Hollnnders ein Alkaloid, dasmit Coniin Ähnlichkeit haben soll. Außer den weißen Blüten (als schweißtreibendesMittel) verwendet man in Amerika medizinisch die blauschwarzen Beeren als Laxans, dieinnere Rinde als Diureticum und als Brechmittel.

Sandaraca. (Zu Bd. n s. sos)

Die Bestandteile des Sandaraks sind von neuem untersucht worden. Tschiecbund Wolff fanden: Sandaracopimarsäure C 20 H 30 0 2 , identisch mit der von Henryfrüher aufgefundenen i-Pimarsäure, ein Resen (unverseifbarer Bestandteil) C 20 H 36 0 2 ,1,3 Proz. ätherisches Öl, in der Hauptsache zwischen 152 und 159° übergehend, undBitterstoff. Außerdem war noch ein weiterer Stoff, der eine krist. Natriumverbindunggibt, nachweisbar. Henry fand, daß die beiden bekannten Sandaraksorten (Bd. II S. 803)in ihren Bestandteilen wenig Unterschied zeigen; im Öle von Callitris quadrivalviswurden Diterpen und d-Terpen, im australischen Sandarak von C. verrucosa d-Pinennachgewiesen. Im übrigen fand Henry in beiden Sorten je 2 Harzsäuren, die schonerwähnte i-Pimarsäure und eine zweite, die mit der früher von Balzer isoliertenCallitrolsäure identisch zu sein scheint. Die BALZERSche Sandaracolsäure hältHenry dagegen möglicherweise für unreine i-Pimarsäure.

Sanguis. o Bd.n s.sos.)

Sanguis, Blut. Die wissenschaftlichen Arbeiten über das Blut haben nachmehreren Richtungen Ergebnisse von Wichtigkeit und praktischer Bedeutung hervor-gebracht; besonders zu beachten sind die klinischen Untersuchungsmethoden, die biologischeDifferenzierung des Blutes verschiedener Abstammung sowie die Serumtherapie und diemit ihr innig verknüpfte Immunitätslehre. Das biologische Verfahren der Blutdifferenzie-rung ist bereits S. 168170 unter Caro mitgeteilt; Serumtherapie und Immunitätslehresollen unter Serum (S. 612) zusammengefaßt werden. Hier finden zunächst, die zurUntersuchung des Blutes für ärztliche Zwecke erforderlichen Angaben Platz.

Allgemeines. Das Blut gilt als Lebenssaft, denn es durchströmt und ernährtalle Gewebe des Körpers. Es ist eine undurchsichtige, rote, dickliche, klebrige Flüssigkeitvon salzartigem Geschmacke und eigentümlichem, bei den verschiedenen Tierarten ver-schiedenem Gerüche. Dieser Geruch ist an sich nur schwach, tritt aber auf Zusatz vonSchwefelsäure deutlicher hervor. Hierauf gründete Barruel sein inzwischen fast in Ver-gessenheit geratenes Verfahren zur Unterscheidung' der verschiedenen Blutarten. DasBlut besteht aus einer klaren, wenig gefärbten Flüssigkeit, dem Blutplasma, die durchihren großen Gehalt an geformten Elementen, nämlich rotenund farblosen Blutkörperchen,Blutplättchen und etwas schollenartigem Detritus Färbung und zum Teil Beschaffenheiterhält. Außerhalb des Körpers gerinnt das Blut mehr oder mindei rasch, indem sich einschwer löslicher Eiweißstoff, das Fibrin, abscheidet. Erfolgt die Abscheidung in der Ruhe,so gerinnt das Blut zu einer festen Gallerte, die, von den Gefäßwänden getrennt, zu-nehmende Mengen einer schwach strohgelb gefärbten Flüssigkeit abscheidet, bis schließlichdas zusammengefallene Gerinnsel, der Blutkuchen, in der Flüssigkeit, dem Blutserum,schwebt. Dabei wandelt sich das im Blutplasma gelöste Fibrinogen in ein Netzgewebevon ungelösten Fibrinfäden um, das die geformten Bestandteile des Blutes einschließt.Durch Ausfällung der Calciumsalze des Blutes mit Kaliumoxalat (0,1 Proz.) oder durchZusatz von etwas Natriumfluorid (bis 0,3 Proz.) kann man die Gerinnung des Blutes ver-hindern. Niedere Temperatur verzögert die Gerinnung. Wird das Blut während derGerinnung geschlagen, so scheidet sich das Fibrin in Gestalt faseriger Massen ab, undder größte Teil der Blutkörper verbleibt im Blutserum.