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Erg.Bd. (1908)
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Rosa.

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sondern als Speiseöl verwendet werden kann. Diese neue Ricinusart ist aber nach KobbbtsUntersuchungen nicht so unschuldig, wie es scheinen mag. Sie enthält ebenfalls Ricin,das an-Giftigkeit dem aus R. communis nicht nachsteht. Es kann also nicht daran ge-dacht werden, die Samen von R. spectabilis als ungefährliches Ersatzmittel der ge-wöhnlichen Ricinussamen in Seifenfabriken oder als Viehfutter einzuführen, vielmehr mußauch hier eine Zerstörung des giftigen Ricins bewirkt werden. Diese gelingt, wenn mandie gepulverten Samen bzw. die Preßkuchen mit strömendem Wasserdampfe behandelt, wo-durch der Futterwert der darin enthaltenen Eiweißstoffe keine Einbuße erleidet. Dieunter der BezeichnungRicinusmehl" in den Handel gebrachten und als Dünger fürFelder und Wiesen und zur Beseitigung von Pflanzenschädlingen aller Art angepriesenenRicinuspreßkuchen (Rückstände von der Ölfabrikation) sind mit Vorsicht zu verwenden, dasie jedenfalls den Giftstoff Ricin noch enthalten; ohne diesen wäre ja eine Wirkung aufPflanzenschädlinge nicht anzunehmen.

Florizill ist ein nach D. R. P. 104449 aus Ricinusöl hergestellter salbenartiger Körper,welcher in der Hauptsache aus Triundecylensäureanhydrid besteht. Man gewinnt ihn, indemman Ricinusöl auf 300° C erhitzt, wobei etwa die Hälfte des Öles als dünnflüssiges gelbesÖl (Oenanthol und Arolein) übergeht, das Florizin aber in Form einer schwammigen klebrigenMasse als Best zurückbleibt. Florizin läßt sich mit Mineralöl, Ceresin, Vaselin u. dgl. injedem Verhältnis mischen, es ist ferner imstande, Wasser aufzunehmen. Man verwendet eszur Herstellung viskoser Schmiermittel, auch zur Herstellung von Salben und kosmetischenPräparaten wird es empfohlen. Fabrikant: Dr. Nordlinger in Flörisheim.

Oleum Ricini siecum, pulverförmiges Ricinusöl von angenehmem Geschmack, wirdnach D. R. P. 150554 und 152 596 von Dr. H. Winternitz in Halle a. S., erhalten, indemman das Ricinusöl mit kondensierter Magermilch emulgiert und die fertige Emulsion zurTrockne eindampft oder indem man das aus 11 Magermilch ausgefällte Casein auf einen Trocken-gehalt von etwa 30 Proz. abpreßt, dem Preßkuchen die zur Erzielung einer sahnenartigenKonsistenz erforderliche Menge Alkali, z. B. 5 cem 10 proz. Sodalösung zusetzt, mit der ent-standenen Masse 40 g Milchzucker verrührt und die gewonnene Paste mit 80g Ricinusöl emul-giert. Die Emulsion wird sodann im Vakuum bei niederer Temperatur eingetrocknet. Auchdurch Emulgieren des Öls mit Gummi arabicum und Wasser und Zusatz der gleichen MengeMagnesia usta oder Magnesia carbonica oder durch Anrühren der Magnesia mit Wasser unddarauf folgenden Zusatz des Öls erzielt man ein inniges Gemisch, welches nach dem Ver-dunsten des Wassers zu einem trocknen Pulver zerrieben werden kann. (D. R. P. 156999von Dr. Wasserzcg in Frankfurt a. M.)

Oleum Ricini aromat., nach Dr. med. Standke hergestellt von Töllner & Bekgmannin Bremen, wird dargestellt, indem Bicinusöl wiederholt mit heißem Wasser behandelt,dann mit soviel Saccharin versüßt wird, daß es wie ein dünner Sirup schmeckt. GeringeMengen Zimtaldehyd und ein wenig Vanillearoma verdecken die letzten Spuren des ursprüng-lich kratzenden Geschmackes.

Oleum Ricini effervescens ist ein mit Kohlensäure imprägniertes Ricinusöl der Chem.Fabrik Helfenberg, A.-G. in Helfenberg.

Musin, ein gezuckertes, etwas Lecithin enthaltendes Fettalbuminat des Bicinusöls,wird als zuverlässiges Abführmittel empfohlen. Fabrikant: J. E. Stroschein in Berlin SO.XB. : Das früher unter dem Namen Musin in Verkehr gebrachte Tamarindenabführmittelkommt nicht mehr in den Handel.

ROSa. (Zu Bd. II S. 749.)

1. 01. Rosae, Rosenöl (Bd. II S. 749).

Eigenschaften. Das für den Handel fast ausschließlich in Betracht kommende

Bulgarische Rosenöl hat folgende Konstanten: Spez. Gew. l^J 0,8490,863. Opt.Drehung (100 mm-Rohr)1° 30' bis3°. Brechungsindex (25°) 1,4521,464. Säure-zahl 0,53. Esterzahl 716. Gesamtgeraniol, C 10 H l8 O, 6676 Proz. (Über die Be-stimmung vgl. Bd. II S. 500.)

Bestandteile. Neuerdings sind im Rosenöle noch Eugenol sowie eine Verbindungc i6H 2 60 (möglicherweise ein aliphatischer Sesquiterpenalkokol) aufgefunden worden. AuchHandb. d. pharm. Praxis. Ergänzungsband. 3 '