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Erg.Bd. (1908)
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576
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Rhus. Ricinus.

zweckdienlich. Besserung soll nach 23 Wochen eintreten; leichte Fälle können zurHeilung, schwere wenigstens ins Latenzstadium gebracht werden. (Aus Mercks Bericht 1905.)Technisch findet die Rinde in der Gerberei Verwendung; der zu etwa 25 Proz. darin ent-haltene Gerbstoff wird Catecholtannin genannt und soll dem Gerbstoffe der Mimosen-rinde nahe stehen.

RhllS. (Zu Bd. II S. 741.)

I. RhuS ToxiCOdendron L, Gifteiche, Giftepheu.

Die Bestandteile der Blätter sind von Acbee und Smyne untersucht worden; siefanden darin Gallussäure, Fisetin, Rhamuose und einen gummi-oder wachsartigen Gift-stoff (Pfäff schreibt die Giftwirkung einer öligen Substanz zu). Letzterer zerfällt beider Zersetzung in die 3 erstgenannten Stoffe, so daß er als komplexe Substanz von gluko-sidischer Beschaffenheit zu gelten hat.

Die gleiche Giftwirkung wie Rh. Toxicodendron besitzen nach Pf äff auch Rhusdiversiloba, Rhus venenata (ebenfalls in Nordamerika heimisch). Alle Teile derPflanzen, selbst die Pollenkörner und Haargebilde sollen das Gift führen, das in den diePflanzen durchziehenden Milchkanälen gebildet wird. Bekanntlich ist der Aufenthalt inder Nähe solcher Rhusarten häufig mit unangenehmen Hauterkrankungen u. dgl. verbunden(Bd. II S. 742); man schützt sich dagegen in Nordamerika durch Waschen aller Körper-teile, die der Einwirkung der Pflanzen ausgesetzt sind, mit einer etwa lproz. Kali-bicarbonatlösung, bevor man die betreffenden Orte besucht.Tinctura Rhois aromaticae (Dresd. Vorschr.).

Gewürzsumach-Tinktur.Rp. Bxtr. Rhois aromaticae fluid i 1,0Spiritus 2,0

Aquae 2,0.

II. Rhus radicans L.

Tinctura Rhois radicailtiS, mit verdünntem Weingeist aus getrockneten Blättern 1 : 5bereitet, ist gegen Incontinentia urinae empfohlen worden. Dosis 1020 Tropfen.

Ricinus. (Zu Bd. n s. 744.)

Semen Ricini. Die nngeformten Fermente (Enzyme) der Ricinussamen besitzenin hohem Maße fettspaltende Wirkung. Diese Entdeckung ist insofern von Wichtig-keit, als sie in der Technik, speziell in der Glycerin-, Stearin- und Seifefabrikation nutz-bringend verwendet werden kann, denn es ist von Vorteil, die Fette vor der Verseifungzu spalten, d. h. in Ölsäure und Glycerin zu zerlegen. Es läßt sich hierdurch 1. das wert-volle Glycerin in größerer Ausbeute gewinnen und 2. an Stelle des teuren Ätznatrons diebillige Soda oder Pottasche zur Verseifung heranziehen. Die Samenschale und das Rici-nusöl verhalten sich hierbei indifferent; am besten eignen sich die Rückstände, die bei derkalten Pressung des Samenpulvers zur Ölgewinnung erhalten werden. Durch Zusatzvon 10 Proz. Ricinussamen spalten sämtliche technischen Fette innerhalb 24 Stundenzwischen 72 und 92 Proz. Säure ab. Ahnlich verhalten sich die Samen von Chelido-nium majus.

In neuerer Zeit ist die starke Giftigkeit der Ricinussamen angezweifelt worden, weilVersuche mit Pferden zeigten, daß letztere bis 100 g Ricinuskerne ohne Erkrankung ver-tragen konnten. Man folgerte daraus, daß die Giftigkeit der Ricinussamen bisher überschätztworden ist, wenigstens in bezug auf Tiere. Es ist zwar nicht ganz von der Hand zuweisen, daß eine relative Immunität auch bei einzelnen Menschen gegen Ricinus besteht,aber solche Ausnahmefälle berechtigen keineswegs dazu, in die Giftwirkung der Ricinus-samen Zweifel zu setzen. Neuereu Mitteilungen zufolge sollten die Samen von Ricinusspeetabilis ein Öl liefern, das die arzneiliche Wirkung des Ricinusöles nicht besitzt,