Radium.
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wenigen Stunden getötet. Um die mächtige Wirkung des Radiums auf den menschlichenOrganismus zu Heilzwecken in Anwendung zu bringen, schließt man die Radiumpräparatein eine Kapsel aus Kautschuk oder Metall ein, die auf einer Seite durch eine Gummi-membran oder eine dünne Glimmer- oder Celluloidplatte geschlossen ist. Diese „Zelle"befestigt man nun auf irgend eine Weise über der zu bestrahlenden Stelle und läßt mehroder minder lange einwirken. Dabei bilden sich auf der Haut zunächst Entzündungen,dann Blasen, das bestrahlte Gewebe stirbt ab, und es entstehen schmerzhafte, sehr langsamheilende Geschwüre. Die Wirksamkeit des Präparates in der Zelle muß durch kurze Vor-versuche annähernd festgestellt und dann die Bestrahlung selbst bis zum gewünschtenGrade fortgesetzt werden. Durch fortschreitende Bestrahlung aneinandergrenzender Stellenkann man mit wenig Radium ausgedehnte Flächen behandeln. Meist werden schwacheund längere Zeit dauernde Bestrahlungen angewendet und nötigenfalls wiederholt, da beisolchen eine nachhaltigere Wirkung bei geringeren Entzündungserscheinungen zu erwartenist. Das Verfahren ist erfolgreich gewesen bei tuberkulösen Geschwüren der Zunge und derWangenschleimhaut, bei Hautkrebs, Lupus und dem auf Gefäßerweiterung beruhendenEeuermal.
Eine zweite Art der Radiumtherapie, die indirekte Anwendungsweise, beruht aufder Anwendung der Emanation des Radiums. Man induziert Flüssigkeiten oderfeste Körper und verwendet die nunmehr selbst radioaktiv gewordenen Substanzen.A. Braunstein z. B. verwendete ein radioaktives Wasser (Aqua g) und Wismutsubnitrat(Bismut j5).
Aqua §: 0,1—0,2 g Radiumchlorid wird in Wasser gelöst und in einen kleinenWürzburgschen Kolben gebracht, derselbe mit einem LiEBiGschen Destillationsapparat ver-bunden und die Radiumchloridlösung durch Erhitzen abdestilliert. Das Destillat wirdradioaktiv. Die auf solche Weise erhaltene radioaktive Flüssigkeit wird sofort in einengeschlossenen Glasbehälter gebracht und gelangt zur therapeutischen Anwendung in Formvon Einspritzungen bei Tumoren usw.
Bismut g: In ein gut verschlossenes Glasgefäß, welches Radiumbromid in Substanzoder als Lösung enthält, wird Wismutsubnitrat eingetragen und 3—5 Tage lang darinliegen gelassen. Das erhaltene radioaktive Pulver (Bismut g) wird bei Ösophaguscarcinom inwenig Wasser den Kranken zu schlucken gegeben oder bei Kehlkopf- und anderensichtbaren Carcinomen resp. Geschwüren mit einem Haarpinsel aufgetragen.
Die Vorteile der Anwendung von Radiumemanation als Flüssigkeit oder Pulver sindnach Braunstein folgende: 1. Während wir bei der Radiumbestrahlung der Tumoren nichtimstande sind, eine genügende Tief Wirkung auszuüben, ist es durch Einspritzung derEmanation (Aqua e) in Tumoren leicht möglich, eine Wirkung in die Tiefe des Tumors zuerreichen. 2. Die Emanation wirkt nicht so stark zerstörend auf die gesunden Gewebewie die direkte Radiumbestrahlung. 3. Bei Carcinomen des Pharynx, Larynx, Ösophagus,Ventriculus, welche der Radiumbestrahlung unzugänglich sind, kann man sehr leicht durchBestreuen oder durch Verschluckenlassen das radioaktive Pulver mit dem Tumor in Kon-takt bringen. Bezugsquelle für radioaktive Stoffe ist die Firma E. de Haen in List vorHannover.
Andere radioaktive Präparate erhält man nach D. R. P. 165501 Kl. 21g wie folgt:Das Radium wird als Bromid oder Chlorid in Wasser, Aceton, Äthylalkohol oder Methylalkoholgelöst und in die Lösung ein geeignetes Material, z. B. Celluloid, getaucht. Nach demTrocknen wird die auf dem Celluloid nun vorhandene Radiumschicht durch einen Überzugvon Kollodium geschützt.
EmanatioilSÜnkturen oder -potenzen, nach einem nicht veröffentlichten Verfahrendes Dr. Stägek hergestellt, sind homöopathische Heilmittel verschiedener Art. Fabrikant:Maeggbafs homöopathische Offizin in Leipzig.
Emanosal wird ein Radiumpräparat der Höchster Farbwerke genannt, welches einebestimmte Menge Emanation in einer Kristallmasse einschließt. Es kommt in leicht lös-lichen Tafeln zu 30 g in den Handel. Das Vorhandensein der Emanation kann mittels desElektroskops festgestellt werden. Die Tafeln werden zu Badezwecken in Wasser gelöst.