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Erg.Bd. (1908)
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Radium.

Entfernt man nach einiger Zeit den als radioaktiv erkannten Stoff aus dem Apparate undbedeckt diesen wieder mit der Glocke, so beobachtet man, daß auch jetzt noch eine Ent-ladung- des Elektroskops eintritt. Das Innere des Apparates ist durch Induktion selbstradioaktiv geworden. Die Entladungsfähigkeit dieser induzierten Aktivität nimmt bald ab,die Entladungen gehen immer langsamer vor sich und bleiben schließlich ganz aus. DieserAbfall aber ist ein verschiedener, je nachdem die Induktion durch Radium, Thor oderAktinium verursacht war. Man verfolgt daher durch regelmäßig wiederholte Be-obachtungen den Verlauf des Abfalls der induzierten Aktivität und trägt dieErgebnisse dieser Beobachtungen in ein Koordinatennetz ein, dessen Abszisse der Zeitin Minuten oder Stunden, dessen Ordinate der Spannung in Volt entsprechend eingeteiltist. Durch Verbindung der so erhaltenen Beobachtungspunkte zu einer Kurvenlinie erhältman die charakteristische Abklingungskurve. Während die durch reines Radiumbewirkte Induktion nach Verlauf einer halben Stunde auf die Hälfte ihrer ursprünglichenStärke herabsinkt und dann langsam abklingt, zeigt die Kurve der Thorinduktion denRückgang auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Stärke erst nach 1112 Stunden; die vonAktinium fällt nur wenig langsamer ab als die von Radium.

Bei der Untersuchung von Mineralwässern verfährt man so, daß man mitHilfe eines Doppelgebläses Luft durch das zu untersuchende Wasser (1 1) in die luftdichtschließende Glocke des Elster und Geitel sehen Apparates treibt, die dadurch am anderenEnde ausgetriebene Luft nach dem Doppelgebläse leitet und so einen Kreislauf der Luftherstellt, durch den schließlich alle Emanation dem Elektroskop zugeführt wird. ZwischenWasser und Glocke muß Ohlorcalcium oder besser eine Waschflasche mit Schwefelsäureund ein Rohr mit Phosphorpentoxyd zum Trocknen des Gases eingeschaltet werden. Aufdiese Weise ist nach 3045 Minuten langem Durchblasen der Luft dem Wasser die Ema-nation soweit wie möglich entzogen. Man beobachtet nun die Entladung des Elektroskopsund danach den Abfall der durch die Emanation induzierten Aktivität. Schmidt entziehtdurch kräftiges Schütteln in einem nur zur Hälfte gefüllten Gefäße dem zu untersuchendenWasser die Emanation, führt diese sofort in das von ihm angegebene (Physikal. Zeitschr.1905, 6, 561) Elektroskop über und kann nun die Beobachtungen eine Minute nach Ent-nahme des Wassers an der Quelle beginnen. Es ist erforderlich, das Wasser der Quelleunmittelbar zu entnehmen und sofort zu untersuchen, weil durch Pumpen usw. Verlustean Emanation eintreten. Aschoit gibt als Beispiel folgende bei Untersuchung von 1 1Kreuznacher Solwasser pro Stunde berechneten Daten:

A. Entladung des Elektroskops:

B. Abfall d. induzierten Elektrizität: t. 10

t. 10

364,7 Volt

t. 30

381,0

t. 60

391,0

t. 10

98

t. 20

72,8

t. 30

60,9

t. 40

46,9

t. 60

39,9

Nach Bestimmung des Vorhandenseins und der Herkunft der Emanation muß mannoch auf die radioaktiven Stoffe selbst und insbesondere darauf prüfen, ob sie sich beivierwöchentlichem Stehen des Wassers sämtlich mit dem Sinter abscheiden oder ob sie imWasser gelöst sind und dann eine fortwährende Quelle neuer Emanation bilden. Aus demKreuznacher Sinter erhielten Elster und Geitel ein Radiobariumpräparat, das im Dunkelnleuchtete.

Wirkung und Anwendung des Radiums. Radium wirkt ionisierend auf dieLuft, d. h. es macht die Luft sowie alle anderen Gase elektrisch leitend. Die Heil-wirkung vieler Mineralquellen ist zum Teile ihrem Radiumgehalte zugeschrieben worden.Die Radiumstrahlen wirken vernichtend auf kleinste Lebewesen. Auf der menschlichenHaut kann die Strahlung des Radiums bei mehrstündiger Einwirkung schwerheilendeGeschwüre erzeugen; kleinere Tiere, wie Mäuse, werden durch Radiumbestralilung in