Druckschrift 
Erg.Bd. (1908)
Entstehung
Seite
543
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Physostigma. Physostigmini praeparata.

Sinipus Phosphori.Phosporsirup.Rp. Phosphori 1,0

Sirup, simpl. 3,0.

Der Phosphor wird unter dem Sirup bis zumSchmelzen erhitzt und das wohl verschlosseneGefäß dann bis zum Erkalten geschüttelt.

543

Physostigma. (Zu im n s. eoe

Physostigma venenosum Balfour. f Semen Caiabar.

Verfälschung. Als neue Verfälschung der Kalabarbohne werden die Samenvon Pentaklethra macrophylla Benth., einer im tropischen Afrika heimischenMimosacee genannt. Die Samen (Owala") sind dunkelrothraun, his etwa 7 cm lang, 5 cmbreit und 1,1 cm dick. Es fehlt ihnen vor allem die charakteristische nierenförmige Ge-stalt, man kann ihre Form eher mit der einer Teichmuschel vergleichen. Ihre Erkennungstößt also auf keine Schwierigkeiten, zumal die Pentaklethrasamen alkaloidlos sind. In-folge ihres hohen Gehaltes an fettem Öle (bis 45 Proz.) gelangen sie in letzter Zeit häufigernach Europa. (Das fette Owalaöl soll raffiniert von angenehmem Geschmack undals Speiseöl verwendbar sein.)

Wertbestimmung der Kalaharbohnen und des Kalabarbohnenextraktesnach Beckukts:

20 g Semen Calabar. pulv. werden mit 120 g Äther Übergossen, dann mit10 ccm einer 10 proz. Kaliumbiearbonatlösung versetzt und unter häufigem Umschütteln3 Stunden hingestellt. Darauf werden 90 g der ätherischen Lösung (= 15 g Bohnen) ab-filtriert, der Äther zur Hälfte abdestilliert, der Rückstand mit 10 g Petroläther versetzt(um die Emulsionsbildung zu vermeiden) und erst mit 10 ccm und dann noch 3 mal mit je5 ecm n/ 10 -Salzsäure ausgeschüttelt. Die vereinigten salzsauren Ausschüttelungen werdenmit 45 g Äther Übergossen, mit 10 ccm Kaliumbiearbonatlösung (lOproz.) versetzt undkräftig durchgeschüttelt. 30 g der ätherischen Lösung (= 10 g Bohnen) werden mit 10 ccmn / 100 -Salzsäure, 20 ccm Wasser und 5 Tropfen Jodeosinlösung versetzt und der Überschußder Säure mit n| 100 -Natronlauge zurücktitriert. Anzahl der verbrauchten Kubikzentimetern / 100 -HCl X 0,00275 X 10 = Prozentgehalt an Alkaloid (auf Physostigmin berechnet).

Im Extrakt bestimmt man das Alkaloid ähnlich, nachdem man 3 g des Extraktesin 10 g 45proz. Alkohol gelöst hat. Das Kalabarin wird hierbei, weil in Äther unlöslich,nicht mitbestimmt. Nötig ist es aber bei dieser Methode, rasch zu arbeiten, da sich baldeine Rotfärbung bemerkbar macht, die eine teilweise Zersetzung des Alkaloides anzeigt.

Physostigmini praeparata. <zu b i. n s. 6os.)

Physostigminum salicylicum.

Öllösungen des Physostigminum salicylicum. Zur Herstellung eines äußerst wirk-samen und haltbaren Eserinöles verfährt man nach E. Wild wie folgt: 0,2 g Physostigmin.salicyl. werden zerrieben und bei konstant 100° (nicht höher!) getrocknet, Hierauf wird das-selbe in ein sorgfältig ausgetrocknetes Glaskölbchen, welches 40 g feinstes Olivenöl enthält,gebracht. Durch kräftiges Schütteln wird eine exakte Verteilung herbeigeführt, Diese Öl-mischung wird alsdann im Trockenofen allmählich auf 150158° erhitzt. Bei 150° beginntdie Auflösung des Eserins. Bei 158° tritt nach 23 maligem Umschütteln in ca. 20 Minuteneine vollständige klare Auflösung ein. Eine Erhitzung über 160 ° ist wegen der leichtenZersetzliehkeit des Alkaloids zu vermeiden. Nach dem Erkalten auf ca. 30° tritt eineopalisierende Trübung des Präparates ein. Dasselbe wird alsdann unter häufigem Umschüttelnsehneil auf etwa 10° abgekühlt. Hierbei scheidet sich ein Teil des gelösten Eserins inkleinsten Kriställehen aus. Das so erhaltene sehr wirksame 0,5 proz. Eserinöl ist demnacheine trübe Lösung, die vor dem Gebrauch umzuschüttein ist und in braunen, vorher mitÄther ausgespülten und getrockneten Gefäßen abgegeben werden soll.

tt Physostigminum SUlfurOSlim, Physostigminsulfit, Eserinsulflt (C 15 H 2l N 3 0 2 ) 2H 2 S0 3 , ist ein weißes, scheinbar amorphes Pulver, das sich in Wasser und Alkohol leichtlöst. Während die bisher üblichen Eserinsalze, wie das Eserinsulfat und Eserinsalicylat,sich in wässeriger Lösung im Verlaufe einiger Tage rot färben, bleiben die Lösungen des