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Erg.Bd. (1908)
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447
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Lecithinum.

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sowie im Protoplasma jeder tierischen Zelle vor. Auch jedes pflanzliche Protoplasma ent-hält Lecithin; besonders reichlich ist es in manchen Samen vorhanden (0,52 Proz.).

Darstellung. Fabrikmäßig wird das Lecithin fast ausschließlich aus Eidottergewonnen, welches in (mit Kochsalz) konserviertem Zustand einen nicht unbedeutendenHandelsartikel bildet. Bei der Extraktion des Eigelbes mit siedendem Alkohol wird unterKoagulation des Vitellins das Lecithin durch den Alkohol aufgenommen, aus welchem esdann abgeschieden und später umkristallisiert werden kann. Aus Knochenmark erhältman es nach Otolski durch Extraktion des Marks mit 96 proz. Alkohol unter Erwärmen,Bearbeitung des Alkoholextraktes mit Äther und Entfernung der abgeschiedenen Sub-stanzen durch Dekantation, Eindampfen der äther-alkoholischen Lösung bis zum trocknenRückstand, Lösen des letzteren in Äther und Fällen mit Aceton. Ganz reines Lecithin"wird zweckmäßig aus der Alkohollösung durch Abkühlung mit flüssiger Luft ausgefällt.Am lecithinreichsten erwies sich nach W. Glikin das Knochenmark junger Tiere undMenschen; es wurden bis zu 37 Proz. Lecithin darin gefunden.

Eigenschaften des Lecithinum nvedicinale. Das zu medizinischen Zweckenim Handel befindliche Lecithin ist eine gelbe bis gelbbräunliche, wachsähnliche Masse,löslich in Alkohol, Äther, Chloroform und Methylalkohol, schwer in fetten Ölen, unlöslichin heißem Wasser, darin nur stark aufquellend. Beim Erhitzen zersetzt es sich, ohnevorher zu schmelzen; bei Luftzutritt oxydiert es sich unter Dunkelfärbung.

Identitätsreaktionen und Prüfung. Die alkoholische Lösung 1: 20 gibt mitalkoholischer Chlorcadmiumlösung (1:10) einen weißen voluminösen Niederschlag. 0,5 gLecithin werden in einem Jenaer 3 / 4 Liter-Rundkolben mit 10 ccm einer Mischung gleicherVolumina konz. Schwefelsäure und Salpetersäure erhitzt, bis keine braunen Dämpfe mehrentweichen. Alsdann läßt man aus einem Tropftrichter so lange von demselben Säure-gemisch unter fortwährendem Erwärmen zutropfen, bis die Substanz völlig verbrannt ist,was daran erkannt wird, daß der Kolbeninhalt beim fortgesetzten Erhitzen ohne weiterenSäurezusatz sich nicht mehr dunkler färbt. Man erhitzt dann, bis weiße Schwefeldämpfeauftreten, läßt erkalten und verdünnt mit 150 ccm Wasser. Es sollen im ganzen zurvollkommenen Zerstörung nicht mehr als 40 ccm Säuregemisch verbraucht werden. Diewasserhelle Lösung wird darauf mit 50 ccm Ammonnitratlösung (50 Proz.) versetzt undauf 7080° erhitzt. Man fällt dann sofort die Phosphorsäure mit 40 ccm Ammonmolyb-datlösung aus, schüttelt den Niederschlag 1 / 2 Minute gut durch und läßt ihn absitzen.Er wird durch Dekantieren ausgewaschen, in 150 ccm Wasser verteilt und mit so vieln/j-Natronlauge versetzt, bis er gerade gelöst ist. Nach weiterem Zusatz von 56 ccmn | 2 -Natronlauge kocht man, bis kein Ammoniak mehr entweicht, Nach dem Erkaltentitriert man den Laugenüberschuß mit n / 2 - Salzsäure zurück. 1 ccm n/ 2 - Natronlaugeentspricht 1,268 mg P 2 0 6 oder 0,553 mg Phosphor. Bei der Berechnung der gefundenenPhosphorsäure auf reines Lecithin entspricht P 2 0 S = 2C4 2 H 84 NP09 (Pflanzenlecithin).

Füt die Beurteilung der Lecithine des Handels ist es nach Beobachtungen,die Pendler machte, sehr wichtig, zu berücksichtigen, daß nicht jeder Rückstand, der nachdem Ausziehen des Lecithins mit heißem Alkohol bleibt, ohne weiteres als verunreinigendeBeimischungen betrachtet werden darf. Es wurde vielmehr gefunden, daß ein solcheralkoholunlöslicher Rückstand, der aber zum größten Teil in Äther löslich war, ebenfalls dieZusammensetzung des Lecithins zeigte, so daß man also bei der Prüfung solcher Präparatemit einem alkoholunlöslichen Lecithin rechnen muß. Da auch die mögliche Anwesenheit vonLecitliinalbuminen zu berücksichtigen ist, verfährt man am besten in der Weise, daß maneine abgewogene Substanzmenge zunächst eine Stunde lang mit absolutem Alkohol amRückflußkühler kocht, dann filtriert, mit Alkohol nachwäso.ht, schließlich den ungelöst ge-bliebenen Anteil noch mit Äther behandelt, wiederum filtriert und die alkoholischen undätherischen Filtrate vereinigt. Diese werden eingedunstet, im Vakuum über Schwefel-säure getrocknet und gewogen, worauf man in abgewogenen Mengen des Extraktes Stick-stoff und Phosphor in üblicher Weise bestimmt.