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Isoform.
Pulvis sternutatorius Schneeberg (Hambg.
Vorschr.)
Schneeberger Schnupftabak.
Rp. Ol. Bergamottae 1,0
Cort. Quülayae pulv. 5,0
Rhiz. Iridis pulv. 20,0
Amyli Orizae 74,0.
Isoform.
f ISOformium, Isoform, Parajodoanisol, C 6 H 4 /°CH 3 |*J-
Darstellung. Nach D. B,. P. 161725 wird p-Jodanisol entweder direkt oder nachÜberführung in die Chlorjod- resp. Jodosoverbindungen mit Chlor, unterchloriger Säureoder analogen Oxydationsmitteln hehandelt, oder es werden die Jodosoverbindungen mitWasserdampf destilliert:
/0CH 3 CI 2 /0CH 3 NaOH /0CH 3 /OCH 3
CeH 4 <
C»H 4
CrH«
C K H 4
MCI,
MO X J0 2
p-Jodanisol Anisol-p-Jodidchlorid p-Jodosoanisol p-,lodoanisol
Eigenschaften. Isoform bildet silberglänzende Blättchen, welche in kaltem Wasser,Alkohol und Äther so gut wie unlöslich sind. Sie lösen sich vollständig auf in 100 Teilenheißem Wasser und in 30 T. Eisessig. Beim Erhitzen von reinem, unverdünntem Isoformüber 225° zersetzt es sieh unter Explosion.
Isoform kommt aus chemisch-physikalischen Gründen nicht in reinem Zustande inden Handel, sondern 1. als Isoformpulver, bestehend aus gleichen Teilen Isoform. pur.und Calcium phosphoricum; 2. als Isoformpaste, einer Mischung von Isoform. pur. undGlycerin ää. Diese dient unter anderem zur Imprägnation der Isoformgaze.
f Isoformpulver, Parajodoanisolum mixtum. Weißes, voluminöses Pulver vonschwachem, anisartigem Geruch. Es besteht aus gleichen Teilen Parajodoanisolum undCalcium phosphoricum. Beim Verrühren mit Silbernitratlösung färbt es sich allmählichgelb. Die mit Hilfe von verdünnter Essigsänre in der Wärme dargestellte Lösung (0,1 -|- 10)gibt mit Ammoniumoxalatlösung einen weißen Niederschlag. Werden 0,1 g Isoformpulvermit 3 ccm konzentrierter Salzsäure übergössen, so scheidet sich ein gelber, flockiger Nieder-schlag aus unter gleichzeitiger Entwicklung von Chlorgas. (Zebnik.) Wird Isoformpulvermit Wasser oder besser mit verdünnter Essigsäure ausgekocht, so kristallisiert aus demFiltrat das reine p-Jodoanisol aus in Gestalt weißer, glänzender Blättchen von den obenangegebenen Eigenschaften.
Aus mit Essigsäure angesäuerter Jodkaliumlösung macht Isoform Jod frei; dabei gehtdas p-Jodoanisol über in p-Jodanisol gemäß der Gleichung:
/OCH,
.OCH,
CbH.
4K.I-
CoH,
- 4 J -f 4CH 3 C00K -f 2 H 2 0.
\I0 2 V
Das p-Jodanisol scheidet sich dabei kristallinisch aus. (Schmelzp. 51°.) Diese Re-aktion läßt sich verwerten zur quantitativen Bestimmung des Jods.
Prüfung. 0,3 g Isoformpulver werden in einer mit Glasstöpsel verschlossenen,weithalsigen und geräumigen Flasche mit 40 ccm verdünnter Essigsäure und 12 g Kalium -jodidlösung versetzt, die Flasche alsbald verschlossen und öfters umgeschüttelt. Nach halb-stündigem Stehen wird mit n / 10 -Natriumthiosulfatlösung titriert. Zur Bindung des freienJods sollen nicht weniger als 22,4 ccm und nicht mehr als 22,9 ccm n/ 10 -Natriumtüiosulfat-lösung erforderlich sein. 1 ccm n/ 10 -Thiosulfatlösung = 0,006 648 g p-Jodoanisol. (Zeknik.)
Anwendung. Als starkes Antisepticum und Desodorans, in Form von Streupulver,1—2proz. Salben, Emulsionen usw. Die Isoformpaste dient speziell zur Sicherung der Sterili-sation der Hände. Im Handel befinden sich auch Isoformkapseln, enthaltend je 0,5 gIsoformpulver, und zwar ungehärtete, im Magen lösliche, und gehärtete, erst im Darm