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Erg.Bd. (1908)
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Iboga.

abpipettiert, der Weingeist verdunstet, das Harz nach Vorschrift der Pharmakopoe mitWasser gewaschen, getrocknet und gewogen. Gewicht x 20 = Harzgehalt in Prozenten.

2. Will man noch schneller und genauer zum Ziele gelangen, so verfährt man nachWeigel in folgender Weise: 5 g feines oder mittelfeiues Jalapenpulver werden mit 50 bis60 ccm 96proz. Alkohol in einem mit Kühlrohr versehenen Kölbchen, oder am Rückfluß-kühler, auf dem Wasserbade etwa 1 / 2 Stunde lang im gelinden Kochen erhalten, die Harz-losung dann in ein genau gewogenes Becherglas von 150 ccm Inhalt filtriert und derFilterrückstand mit heißem Alkohol nachgewaschen, bis das ablaufende Piltrat kaum nochgefärbt erscheint. Hierzu sind nochmals etwa 30 ccm Alkohol erforderlich. Der Alkoholwird nun im Wasserbade verjagt, der Harzrückstand mit heißem Wasser Übergossen unddurch anhaltendes vorsichtiges Umrühren mit dem Glasstabe ausgewaschen. Nachdem sichdas Wasser abgekühlt und das Harz zu Boden gesetzt hat, gießt man ersteres ab undtrocknet letzteres bei 100° bis zum gleichbleibenden Gewicht. Dieses x 20 = Prozent-gehalt an Harz.

3. Zur Prüfung der käuflichen Resina Jalapae auf Verfälschung mit denHarzen anderer Convolvulaceen (Scammonium-, Orizabawurzel) oder Kolophonium mischtman das gepulverte Harz mit gewaschenem Sand und extrahiert mit Äther im Soxhlet.Es dürfen in der Hegel nicht mehr als etwa 5, höchstens 10 Proz. lösliche Bestandteilean Äther abgegeben werden.

Allgemeines. Tsohirch bezeichnet neuerdings die purgierenden Convolvulaceen-harze als Glucoresine, weil sie bei der Hydrolyse Zucker liefern, also glukosidischenCharakter besitzen. Als Hauptbestandteile dieser Glucoresine haben zu gelten: 1. Con-volvulin (identisch mit Jalapin, Bhodeoretiu, Jalapurgin) in der offiz. (von Ipomoea Purga)und der brasilianischen Jalape (von Ip. operculata); 2. Jalapin (identisch mit Orizabin,Scammonin, Tampicin) in den Stipites Jalapae (von Ip. Orizabensis), dem Scammo-nium (von Convolvulus Scammonia) und der Tampicojalape (von Ip. simulans); 3. Tur-pethin in der Turpithwurzel (v. Ip. Turpethum); letzteres vielleicht mit Jalapin oderConvolvulin identisch.

Iboga.

Tabernanthe Iboga Baillotl, Gattung der Apocynaceae-Plumieroideae-Tabernae-montanae, eine an der Westküste des tropischen Afrikas heimische, bis 1,6 m hoheStaude, in GabunIboga", am KongoBocea", auchA.bona" undObonete"genannt. Sie besitzt einen runden, bräunlichen Stengel, dem zahlreiche vorspringendeLenticellen aufsitzen. Die Blätter sind elliptisch bis ovallanzettlich, der Blütenstand isteine Scheindolde mit etwa 12 Blüten. Therapeutische Verwendung findet die gelbeWurzel, und zwar in ihrer Heimat gegen Fieber und als Aphrodisiacum; auch soll nachihrem Genüsse das Schlafbedürfnis nachlassen.

Beschreibung. Sie ist ästig und reich verzweigt, geruchlos, von eigentümlichem,bitterem Geschmack und hinterläßt beim Kauen auf der Zunge nach etwa 510 Minuten,ähnlich dem Cocain, eine unempfindliche Stelle. Auf dem Querschnitt zeigt die Wurzel eineziemlich dicke Korkschicht, die nach innen durch eine Reihe Steinzellen begrenzt ist. DieRinde ist dünn und von vierreihigen Markstrahlen durchsetzt. Der Bast ist nach außendurch Steinzellengruppen begrenzt; ei enthält zahlreiche Milchsaftschläuche, ebenso wieder Holzkörper milchsaftführende Intercelliüarräume aufweist.

Bestandteile und Wirkung. Der wirksame Bestandteil der Wurzel ist (nachLandein) das krist. Alkaloid Ibogain (jedenfalls identisch mit dem Ibogin Hallers).

"{"{" Ibogain, ein Alkaloid von der Formel C 52 H 6lJ H 6 02, ist aus der im französischenKongogebiete heimischen Tabernanthe Iboga isoliert worden. Es schmilzt bei132°, ist in Wasser fast unlöslich, löslich dagegen in heißem Alkohol. Es findet Anwen-dung gegen die in den Tropen so gefährliche Schlafkrankheit. Aufbewahrung: Sehrvorsichtig.