368
Gutti.
Zu beachten ist, daß das Aceton nicht zur Chloroformlösung gegossen werden darf, da indiesem Falle die als feste Masse ausfallende Gutta zuviel Harz einschließt und sich nichtgehörig auswaschen läßt. Unlösliche Verunreinigungen, wie Holz, Schmutz u. dgl, lassensich durch Abfiltrieren gesondert bestimmen oder aus der Differenz berechnen.
Reinigung. Ein neueres, praktisches Reinigungsverfahren für Rohguttaperchagibt Abends an; dasselbe findet sich bereits unter „Balata" (S. 117) beschrieben.
Gummikitt für Fahrräder. I. Man läßt 10 Teile Guttapercha, 16 T. Kautschuk und4 T. Hausenblase in 70 T. Schwefelkohlenstoff aufquellen. Den so erhaltenen Kitt füllt manm die sorgfältig gereinigten und getrockneten Risse und hält die Teile bis zum Festweidender Masse mit Bindfaden zusammen. Auch durch Auflösen von 1 T. pulverisiertem Schellackin 10 T. Ammoniakflüssigkeit (spez. Gew. 0,910) in der Kälte erhält man einen guten Kaut-schukkitt. Allerdings dauert die vollkommene Lösung des Schellacks im Ammoniak einigeWochen. Beim Gebrauch ist ein Teil der gallertartigen Masse durch gelindes Erwärmen zuverflüssigen.
II. Man schneidet 1 Teil Kautschuk in schmale Streifen, gießt 10 T. Benzol daraufund stellt das ganze unter öfterem kräftigen Umschütteln bei etwa 30° beiseite. Es bildetsich keine vollkommene Lösung, sondern nur eine dicke Gallerte, die nach Bedarf mit Benzolverdünnt werden kann. Durch Erhitzen auf dem Dampfbade am Bückflußkühler kommtman schneller zum Ziel.
III. In 60 g Chloroform löst man 9 g geraspelten Kautschuk und weiterhin 15 gMastixpulver.
IV. Nach Evees : Man bereitet sich zuerst eine Lösung von 30 g Kautschuk in 600 gChloroform, zweitens schmilzt man 30 g klein geschnittenen Kautschuk mit 12 g Fichtenharzzusammen, setzt 5,4 g venet. Terpentin dazu und löst die etwas abgekühlte Masse in 110 gTerpentinöl; beide Lösungen kommen gemischt zur Anwendung.
Jacobis Touristenpflaster besteht aus 2 Teilen Kautschuk, 1 T. Harz, 1 T. Öl und1 T. Salizylsäure. Fabrikant: Apoth. Gustav Jacoei in Elberfeld.
Williams poröses Pflaster besteht aus 10 g Kautschukpflaster, 0,05 g Arnikaextrakt0,1 g Zaubernußextrakt (?) und 0,01 g Spanisch Pfefferextrakt.
Liquor Aluminü oleinici aethereus, Ersatz für Traumaticin (siehe Bd. I S. 1276),ist eine Lösung von ölsaurem Aluminium in Äther, durch Versetzen einer Lösung von Sapöoleaceus in Wasser mit einer wässerigen Alaunlösung, Auswaschen des Niederschlages mitWasser und sofortiges Auflösen desselben in Äther zu gewinnen.
Glltti. (Zu Bd. I S. 1278.)
Verfälschung und Prüfung. Verfälschungen von Gutti sind keine Seltenheit;insbesondere kommt Reismehl in Betracht, das bereits im Produktionslande von den Ein-geborenen unter das Gummiharz geknetet wird. Eine kürzlich am Hamburger Markt an-gebotene Ware enthielt 30 Proz. Reismehl. Schon äußerlich ist die Verfälschung zu er-kennen; während Röhren-Gutti stets glatt, großmuschelig und glänzend bricht sowiegleichmäßige, schön rotgelbe Farbe auf der Bruchfläche zeigt, besitzt verfälschte Wareein schmutziggelbes Aussehen und bricht nicht glatt, sondern grieslich. Der Nachweisvon Reisstärke ist mikroskopisch und chemisch ziemlich leicht zu erbringen. Letzterer ge-schieht nach Ebekhardt in folgender Weise: 1 g des Guttipulvers löst man in 5 ccmKalilauge, gibt 45 ccm Wasser hinzu und zuletzt einen Überschuß von Salzsäure; manfiltriert nun die trübe Flüssigkeit durch Watte und fügt zu dem klaren Filtrat 1 bis2 Tropfen Jodlösung. Bei Gegenwart von mehr als 2 Proz. Stärke entsteht sofort einedunkelblaue Färbung oder ein ebenso gefärbter Niederschlag.
Zur weiteren Identifizierung und Prüfung von Gutti schlägt neuerdings Panchatjddie Bestimmung der Säure-, Harz-, Gesamtverseifungs- und Gummizahl vor, und zwar nachfolgenden Vorschriften:
Säurezahl: 1 g fein zerriebenes Gutti erwärmt man mit 50 ccm Alkohol 1 / i Stundeam Rückflußkühler, setzt 20 ccm Wasser hinzu und läßt stehen bis sich möglichst alles ge-löst hat. Die völlig erkaltete Lösung titriert man nach Zugabe von fünf Tropfen Phenol-phthalein mit alkoholischer n/ 2 -Kalilauge bis zur Rotfärbung. — Harzzahl und Ge-samtverseifungszahl: Zweimal 1 g fem zerriebenes Gutti übergießt man mit je 25 ccmalkoholischer n/ 2 .Kalilauge und läßt in je einem Literkolben wohl verschlossen 24 Stundenstehen. Die eine Probe titriert man unter Zugabe von 300 ccm Wasfser und fünf Tropfen