Gutta Percha.
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und zwar nach Ackermann die rote Abart) Guttapercha in lohnender Menge und vonbrauchbarer Qualität liefern.
Die Preissteigerung der Guttapercha, die Hand in Hand geht mit dem zunehmendenBedarf, aber auch mit dem bislang getriebenen Raubbau, mahnt zur Kultur. Diesemacht nur langsam Fortschritte, da die Kultur der Sapotaceen sehr langwierig ist. Manhört aber jetzt schon von erfolgversprechenden Pflanzungen auf Java und in deutschenKolonien (Kamerun, Neu-Guinea). Infolge der primitiven und unrationellen Gewinnungs-weise von Guttapercha seitens der Eingeborenen, wobei die meisten Bäume durch Fällengeopfert werden und außerdem ein großer Teil des Milchsaftes verloren geht, versuchtman jetzt energisch, an Stelle dieses fiaubbaues die mechanische Gewinnung von Gutta-percha (Extraktion vermittels geeigneter Lösungsmittel) aus Blättern einzuführen. DieBlätterguttapercha soll von bester Beschaffenheit sein und in ihren mechanischen undelektrischen Eigenschaften den besten Handelssorten gleichkommen; sie muß aber wegenihrer Härte für Kabelzwecke mit sog. weichen Sorten zusammengemischt werden, damitdie Masse knetbar wird und später nicht bricht.
Bestandteile, Tschiech hat die Untersuchung der Guttapercha auf ihre Bestand-teile fortgesetzt; die Zahl der Inhaltstoffe hat sich vergrößert. Er fand mit Müllerin 1. Neu-Guinea-Guttapercha: Guinagutta, Guinalbanan, a-, ß- und y-Guinalban,a- und /?-Guinafluavil, ß- und y-Guinalbaresinol, a-Guinafluav'iloresinol; in 2. Su-matraguttapercha: Sumagntta, Sumalbanan, a-, ß- und y-Sumalban (auch Kristall-,Sphaerit- und Isosphäritalban genannt), a-, ß- und y-Sumalbaresinol, Sumafluavilo-resinol. Die gleichlautenden Bestandteile beider Sorten besitzen sehr ähnliche elementareZusammensetzung, unterscheiden sich aber durch die Verschiedenartigkeit ihrer Schmelz-punkte. Durch diese neueren Forschungen sind jedenfalls die früheren Ergebnisse imwesentlichen bestätigt worden. Guttapercha enthält vornehmlich einen Kohlenwasserstoff— die Gutta (Tsciiikch nennt sie neuerdinge Getahgutta) —, daneben in größererMenge Alban und Fluavil, während die übrigen Bestandteile zurücktreten.
Als wichtig sind noch folgende allgemeine Forschungsergebnisse kurz zu erwähnen:1. Es gelang, fast sämtliche Einzelbestandtcile der Neu-Guinea-Guttapercha in kristalli-nischer Form zu isolieren, sogar den Kohlenwasserstoff, so daß es nicht ausgeschlossen ist,daß auch die Gutta des Kautschuks unter gewissen Bedingungen kristallisiert; die Be-zeichnung der Gutta als Kolloid wäre demnach unzutreffend. 2. Das Alban scheint dieguten Eigenschaften der Guttapercha nicht zu beeinträchtigen, sein Vorhandensein scheintsogar für eine gute Handelsware notwendig zu sein; dagegen setzt ein großer Gehalt anFluavil den Wert einer Guttapercha herab. 3. Die An- und Abwesenheit von Zimtsäure-estern kann als durchgreifendes Unterscheidungsmerkmal zwischen Guttapercha undBalata (letztere ist zimtsäurefrei) nicht gelten, da Guttapercha sowohl zimtsäurehaltigwie zimtsäurefrei vorkommt.
Wertb estimmun ff. Es werden in letzter Zeit häufig Klagen über schlechte Be-schaffenheit der Bohguttapercha laut; so sollen z. B. Beimengungen von Holz in derHöhe von 20—30 Proz. keine Seltenheit sein. Eine Wertbestimmung dieses wichtigen undteueren Handelsproduktes ist daher sehr am Platze. Maeckwald und Fbank gehen dabeivon der bekannten Tatsache aus, daß Guttapercha etwa 80 Proz. des wertvollenKohlenwasserstoffes (Gutta) und 20 Proz. Harzkörper (Alban und Fluavil) enthält unddie Gutta in Aceton, Alkohol, kaltem Petroläther und Äther unlöslich ist: Etwa 2 g(genau gewogen) der trockenen Guttapercha werden in 15 cem Chloroform gelöst und dieWare Lösung allmählich und unter Umschütteln in 75 cem Aceton eingetragen, die sichin einem gewogenen Kölbchen befinden. Die Gutta fällt hierbei sofort als ein voluminöserUnd poröser Kuchen aus. In Lösung bleiben Harz und ev. Verunreinigungen. Die Lösungwird von dem Kuchen in ein gleichfalls gewogenes Kölbchen abgegossen, die Gutta mitAceton ausgewaschen (es empfiehlt sich, eine Zeit lang hei 40—50° zu erwärmen) unddie Waschflüssigkeit mit der Harzlösung vereinigt. Die zurückbleibende Gutta wird bei100° getrocknet und gewogen, ebenso das Harz nach dem Abdestillieren des Lösungsmittels.