Cupri praeparata. 245
Südfrankreich wachsendem Baume, zu 0,1 Proz. gewonnene Öl nach Schimmel & Co. vondem gewöhnlichen Cypressenöle wesentlich ab.
Das Öl wendet man in alkoholischer Lösung (1:5) an, von der man viermal täglichetwas auf Bett- (Oberbett und Kopfkissen) und Leib-Wäsche der Erkrankten träufelt. DieZahl der Hustenparoxysmen wird dadurch bald herabgesetzt.
Ol. CupreSSi, Cypressenöl. Destillat aus den Blättern und jungen Zweigen vonCupressus sempervirens L., einer ursprünglich in Persien, Kleinasieu und Griechenlandeinheimischen, aber im ganzen Mittelmeergebiet kultivierten Conifere. Die Ölausbeutebeträgt je nach der Jahreszeit und der Frische des Materials 0,6—1,2 Proz.
Eigenschaften. Schimmel & Co. beobachteten an selbst destillierten Ölen ausMaterial italienischer Provenienz folgende Eigenschaften: Gelbliche Flüssigkeit von an-genehmem, kräftigem Aroma. Spez. Gew. (15°) 0,88—0,90. Opt. Drehung (100 mm-Kohr)+ 4° bis +18°. Säurezahl 1,5—3,0. Esterzahl 15—22. Esterzahl nach Acetylierung43—51. Löslich in 2—7 Vol. und mehr 90proz. Alkohols.
Abweichend hiervon verhalten sich die in Südfrankreich destillierten Öle: Spez.Gewicht (15°) 0,868—0,878. Opt. Drehung (100 mm-Rohr) +22° bis —[- Sl°. Säurezahl 0.Esterzahl 5—10. Esterzahl nach der Acetylierung 10—17. Löslich in 5—7 "Vol. und mehr90 proz. Alkohols.
Zusammensetzung. Das von Schimmel & Co. destillierte Cypressenöl bestehtzu etwa 65 Proz. aus Terpenen (hauptsächlich d-Camphen und d-Sylvestren und wenigerd-Pinen). Außerdem enthält es kleine Mengen Cymol, sowie Alkohole (darunter wahr-scheinlich das auch im Sadebaumöl enthaltene Sabinjl, C 10 H 1(i O) und Ester, namentlichdes Terpineols. In den hochsiedenden Anteilen ist das Sesquiterpea 1-Cadiaen (C 15 H 24i )enthalten sowie Cypressenkampher (C 15 H 26 0), ein in langen, färb- und geruchlosenNadeln kristallisierender, optisch inaktiver Sesquiterpenalkohol vom Schmp. 86—87°. VonSäuren sind Essigsäure und Valeriansäure vorhanden, und zwar hauptsächlich in veresterterForm. In den Destillationswässern wurden Methylalkohol, Furfurol und Diacetyl nach-gewiesen.
Cupri praeparata. <zu Bd. i s. 930—1004.)
f Cuprum Citricum, Cuprocitrol, Kupfercitrat, Cu 2 C 6 H 5 0 7 -27 2 H 2 0, soll nebenSilbercitrat (Itrol) bei Trachom und anderen Augenkrankheiten vorteilhaft anzuwendensein. Man bringt eine 5—lOproz. Salbe mittels Glasstäbchens in den Bindehautsack.Aufbewahrung: Vorsichtig!
f Cuprum abietinicum, das Kupfersalz der Abietinsäure, €44116405, ist mit Erfolgals Ersatz für Kupferoxyd als unschädliches, wurmtreibendes Mittel bei Hunden angewendetworden. Zur Darstellung desselben verseift man Kolophonium mittels Soda und trägt dieSeifenlösung in verdünnte Kupfersulfatlösung ein. Der entstandene Niederschlag wird ausÄther umkristallisiert. Man erhält so grüne, in öl lösliche Kristallschuppen. In Petroleumgelöst dient das abietinsäure Kupfer auch als wirksames Mittel gegen Schwammbildung. Auf-bewahrung: Vorsichtig!
Cuprum oxydatum als Bandwurmmittel. Man gibt Cuprum oxyd. nigr. pur. zu0,05—0,1 g 3—4mal täglich in Pillen mit Bolus und Ungt. Glycerini zwei Wochen lang.Darreichung saurer Speisen ist zu vermeiden. Maximaldosis 0,5 g, pro die 1,0 g.
Beize für Arbeitstische. Um die Platten von Laboratoriumstischen widerstandsfähiggegen Säuren, Laugen usw. zu machen, wurde folgende Beize sehr empfohlen: Lösung A:Kupfersulfat 125 g, chlorsaures Kalium 125 g, Wasser 1000 ccm. So lange zu kochen, bisalles gelöst ist. — Lösung B: Anilinhydrochlorid 150 g, Wasser 1000 ccm. Mittels einerBürste trägt man zweimal hintereinander, je nach erfolgter Trocknung, Lösung A auf, danachebenso Lösung B und läßt wieder trocknen. Am nächsten Tage reibt man mit einem Tucheetwas rohes öl ein und wiederholt dies jeden Monat einmal.
Epithol. Unter der Bezeichnung „Epitholgold" und „Epitholsilber" kommen Metall-legierungen, aus Zinn und Kupfer bestehend und durch Stampfwerke in ein außerordentlichfeines Pulver umgewandelt, in den Handel, welche in der Tierarzneikunde als Wundheilmittelempfohlen worden sind.