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Erg.Bd. (1908)
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Camphora.

Produktes an die am Hauptkonsum beteiligten Länder, auch, durch teilweise Selbstver-arbeitung des Rohkamphers zu Raffinat in neuerbauten Staatsfabriken tragen die Japanerviel zu der Unsicherheit und Höhe des Kampherpreises bei.

Kultur. Um sich vom japanischen Monopol möglichst freizumachen und diesemeine preisregelnde Konkurrenz zu schaffen, unternimmt man in Amerika gegenwärtigVersuche, den Kampherbaum im großen zu kultivieren. Die Versuchspflanzungen er-strecken sich hauptsächlich auf Mexiko, Californien und Florida, welch letzteres sich ganzbesonders dafür eignen soll. Natürlich können noch Jahre vergehen, ehe sich daselbsteine produktive und rationelle Kamphergewinnung Bahn bricht. Dasselbe ist von Ceylonzu sagen, wo sich ebenfalls Kulturen befinden. Neuerdings beschäftigt man sich auch inDeutsch-Ostafrika und Algier mit dem Anbau von Kampherbäumen.

Verfälschung. Kampher (in kleinen gepreßten Würfeln) ist neuerdings mit50 Proz. Stearinsäure vermischt im Handel angetroffen worden. Das verfälschte Produktfühlte sich stark fettig an, war nur zum Teil in kaltem 90 proz. Alkohol löslich und besaßdie Säurezahl 103,8.

Prüfung. 1. Zur Prüfung auf Pinenhydrochlorid entzündet man 1 g Kampherin einer Porzellanschale und fängt die sich entwickelnden Dämpfe in einem darüber ge-stülpten, angefeuchteten Becherglase auf. Den Inhalt des Glases und der Schale spült manmit 10 g destillierten Wassers auf ein Filter; das Filtrat darf auf Zusatz von Silber-nitratlösung keine Opalescenz oder Trübnng zeigen.

2. Nach Baselli mischt man einen Teil Kampher innig- mit zwei Teilen Calcium-hydratpulver und erhitzt die Mischung in einem Reagierglase über der BuNSENSchen Flammeallmählich bis zur gänzlichen Verflüchtigung des Kamphers. Nach dem Erkalten nimmtman den Bückstand mit einigen Kubikzentimetern destillierten Wassers auf, erhitzt zumSieden und filtriert. Das mit Salpetersäure angesäuerte Filtrat soll durch Silbernitratnicht getrübt werden.

3. Einer Lösung von 5 g Kampher in 50 g 90 proz. Alkohol füge man eine kon-zentrierte wässerige Lösung von 5 g salzsaurem Hydroxylamin, 8 g Ätznatron undaußerdem so viel Alkohol hinzu, daß die Flüssigkeit klar bleibt. Nach 1l 1 ^stündigemErhitzen auf dem Wasserbade am Rückfluß kühler darf die Lösung nach Zufügung vonWasser nicht getrübt werden (Camphen und Isoborneol). Der beim genauen Neutra-lisieren der Ijösung mit Salzsäure entstehende Niederschlag soll sowohl in einem Überschußder Säure wie auch in Ätznatron löslich sein. (Nach Baselli.)

4. Zur Prüfung auf die Stärke einer alkoholischen Lösung von Naturkampher läßtsich das Drehungsvermögen heranziehen. Ph. Nederl. IV schreibt z. B. vor, daß Spirit.camphoratus (10 Teile Kampher -j- 90 T. 70 vol.-proz. Alkohol) im 100 mm-Rohr -f- 6,5bisJ- 7 ° drehen soll.

Anwendung. Nach Volland eignet sich Kampher subcutan bei BehandlungLungenkranker. Verwendet wird 10 proz. Kampheröl, täglich 24 Spritzen (bis 0,4 gKampher täglich), und zwar ohne Unterbrechung wochen- und monatelang. Nur so sindErfolge in der Herzkräftigung und in der Besserung des Lungenleidens zu beobachten.

In der Technik braucht man etwa 2 / 3 der gesamten Kampherproduktion zur Her-stellung von Celluloid, verhältnismäßig wenig nur in der Sprengstoff-, Pulver- und Lack-fabrikation.

Synthetischer (raCemiSCher) Kampher. Ein weiterer Konkurrent scheint demNaturprodukt in dem synthetisch dargestellten Kampher zu erstehen. Nachdem das Problemder Kamphersynthese gelöst ist, versucht man, synthetischen Kampher fabrikmäßig undgewinnbringend herzustellen. Wenn auch die verschiedenen patentierten Verfahren z. T.noch nicht Gewinn bringen, so kommen doch schon ganz ansehnliche Mengen des synthe-tischen Produktes von brauchbarer Qualität in den Handel. Der synthetische Kampher(Schmp. 178,6°) ist nicht zu verwechseln mit der früherenCamphora artificialis", demPinenchlorhydrat (Schmp. 125127°, s. Bd. I S. 580). Zwar ist auch jetzt das Ausgangs-material Terpentin bzw. Terpentinöl, doch erfolgt nunmehr eine vollständige Umwandlung