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Bryonia. Bucco.
Semen BrUCeae Slimatranae werden in China als Antidysentericum gerühmt.Es sind kleine, kaffeebraune, 0,5—1 cm lange, eirunde, nach oben hakenartig zugespitzte,runzlige Samen von bitterem Geschmacke. Rinde und Früchte werden auch mit Erfolgbei Diarrhöe und fieberhaften Erkrankungen angewendet.
Bestandteile. Nach Heckel und Schlagdenhaueeen enthalten die Samen:57,15 Proz. gelbes fettes Öl, 20,5 Proz. Gummi, 5,9 Proz. unlösliche Eiweißkörper,3,7 Proz. Salze, daneben Saponin, Bitterstoff und Quassin, welch letzteres der wirksameBestandteil sein soll. Bertband und Phisalix bezeichnen dagegen als solchen einGlykosid, das Kosamin.
Nach Powek und Lees enthalten die Kö-Sam-Samen 1,8 Proz. Tannin, ferner einEnzym, ein wahrscheinlich butters'äurehaltiges Estergemisch, freie Ameisensäure, fettes Ölund zwei Bitterstoffe. Die Wirksamkeit der Droge suchen diese Forscher in der Vereini-gung sämtlicher Bestandteile. Rinde und Wurzel sollen die gleichen Bestandteile ent-halten und daher ebenfalls wirksam sein.
Elkossan wird ein kräftig wirkendes Antidysentericum und Hämostaticurn in Tabletten-form genannt, welches aus Brucea Sumatrana gewonnen wird.
Bryonia. (Zu Bd.
I S. 509.'
f BryOnitl, ein Glykosid aus Radix Bryoniae,
(Walz) oder C 34 H 48 0 9
(Hagek), ist ein in Wasser und Alkohol leicht lösliches, stark bitter schmeckendes, bräun-liches Pulver. Es ist ein kräftig stuhltreibendes, zugleich die Nierentätigkeit anregendesMittel, welches bei allen chronischen Entzündungszuständen der serösen Membranen gegebenwird. Dosis: 0,001 g zweistündlich, bis Stuhlgang erfolgt.Aufbewahrung. Vorsichtig.
BlICCO. (Zu Bd. I S. 510.)
I. Neue BuCCObläüersOrten. 1. Eine neue im Handel beobachtete Buccoblätter-sorte ,.KarV0-BllChu" stammt nach Sage von Diosma succulenta var. Bergiana.
Beschreibung. Die 3—6 mm langen und 1,75 mm breiten Blätter sind fast oval,mit scharfer, schwach zurückgebogener Spitze versehen und unterschiedlich von den üblichenmehr oder minder gesägten Buccoblättersorten ganzrandig; ihr Gewebe ist lederartigund voll von Öldrüsen. Das daraus gewonnene Ol soll dem von Barosma betulinagleichen; es ist halbfest, riecht stark pfefferminzartig und enthält das charakteristischeDiosphenol. Demnach steht einer therapeutischen Verwendung dieser Sorte nichts imWege. (Früher einmal als Bucco im Handel erschienene ganzrandige Blätter stammtenvon Adenandra fragrans Rom. und Schulte; diese besitzen aber einen Geruch anCarum Carvi erinnernd und sind als Verwechslung zu bezeichnen.)
Bestandteile. Die verschiedenen Buccoblättersorten enthalten nicht durch-gehends gleiche Bestandteile; Hk. Haensel erhielt ans den rundlichen Blättern von Ba-rosma betulina neben 1,2 Proz. ätherischem Öl 0,15 Proz. Diosphenol, aus den läng-lichen Blättern von Barosma serratifolia nur ätherisches Öl. Erstere Sorte istüberdies meist ölreicher und — da Öl und Diosphenol wirksame Bestandteile sind — imHandel vorzuziehen. Das in Buccoblättern bis 4 Proz. enthaltene Diosmin ist nach Spicaein farblos kristallisierender, glykosidartiger Körper vom Schmelzp. 243—244° C; er spaltetbeim Erhitzen mit verdünnter Schwefelsäure Glykose ab.
Anwendung. Buccoblätter werden als Diureticum bei Erkrankungen der Harn-röhre (acute Gonorrhöe) und chronischem Blasenkatarrh neuerdings in Form eines petrol-ätherisch-alkoholischen Extraktes empfohlen. Das Extrakt soll alle wirksamen Bestandteilein sich vereinigen.