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Balsamum Copaivae.
Natriumnitritlösung- versetzt und das Gemisch sehr vorsichtig üher 2 ecm konz. Schwefel-säure geschichtet, so darf die Eisessigschicht nur Gelbfärhung annehmen. Bei Gegenwartvon Gurjunbalsam tritt dunkelviolette Färbung ein.
Afrikanischer Copaivabalsam, Hlurinbalsam, Balsamum Copaivae atn-canum, Balsamum africanum. Als Stammpflanze wird Hardwickia Mannii,eine Caesalpiniacee Westafrikas, genannt. Gewinnt neuerdings mehr an Interesse.
Beschreibung. Der Balsam kommt ziemlich unrein in den Handel, meist mitetwa 10 Proz. Wasser und Unreinigkeiten. In gereinigtem Zustande besitzt er eine dunkel-braune, ins Höfliche spielende Farbe mit stark grünlicher FluoTescenz und dickflüssigeKonsistenz, etwa wie Maracaibobalsam. Geruch eigentümlich scharf aromatisch, von demdes offizineilen Copaivabalsams abweichend, Geschmack erst fade, ölig, später bitter undkratzend. Spez. Gew. 0,9905—0,9996, Säurezahl 55,5, Bsterzahl 8,3, Jodzahl 167,1.
Mit Chloroform, Benzol und Toluol ist der Balsam klar mischbar, desgleichen mitwenig Äther: Überschuß verursacht Opalescenz. In Petroläther ist er nur im Verhältnis1 :1 löslich; Überschuß erzengt starke Fällung. Mit 96pToz. und auch mit absolutem Alko-hol, mit Aceton und Eisessig gibt der Balsam stark trübe Lösungen. Flückigeks Beagensverursacht keine Rotfärbung. Bei längerem Stehen scheiden sich reichlich Kristalle aus.
Bestandteile. Klink erhielt durch Wasserdampfdestillation 43,5—45,5 Proz.ätherisches Öl von gelber Farbe und pfefferähnlichem Geruch; der Best ist Harz, das inder Hauptsache aus amorphen Harzsäuren besteht. Tschihoh und Keto isolierten aus demafrikanischen Balsam kristallinische Illurinsäure C 2 oH 28 0 3 vom Schmelzp. 128—129°.
Verwendung. Der in größeren Mengen in den Handel kommende Balsam wirdals Ersatz für Copaivabalsam empfohlen; er soll weniger unangenehm zu nehmen sein, wennauch seine Wirkung eine schwächere ist. Mit Erfolg ist er bei Prostataentzündung, frischerund chronischer Urethritis, Striktur und Pyelitis verordnet worden. Nach Kline dient derBalsam zum Verfälschen des Parabalsams und das abdestillierte rechtsdrehende Öl inAmerika zum Verschneiden von Pfefferminzöl.
CopaivabalsamÖl, Ol. Baisami Copaivae. (Zu Bd. I S. 448.)
An authentischem Material haben Schimmel & Co. folgende Eigenschaften beobachtet:
Para-Copaivabalsamöl. Ausbeute 62,5 Proz. Gelb. Spez. Gew. (15°) 0,9180.Opt. Drehung (100 mm-Rohr) — 78° 48'. Säurezahl 3,1. Esterzahl 0. Löslich in 7,5—8 Vol.95 proz. Alkohols.
Bahia-Copaivabalsamöl. Ausbeute 61,9 Proz. Blafögelb. Spez. Gew. (15°) 0,8982.Opt. Drehung (100 mm-Bohr) — 9° 37'. Säurezahl 7,9. Esterzahl 1,9. Löslich in 8—10 Vol.95 proz. Alkohols mit geringer Trübung.
Angostura-Copaivabalsamöl. Ausbeute 52,3 Proz. Spez. Gew. (15°) 0,9161.Opt. Drehung (100 mm-Bohr) —2° 20'. Säurezahl 10,9. Esterzahl 0. Löslich in 5,5 Vol.95 proz. Alkohols.
L. van Itallie und C. H. Nieuwland erhielten aus Surinam-Copaivabalsamenanfangs farblose, später gelbliche Öle, deren spez. Gewichte zwischen 0,903 und 0,905 undderen Drehungen (100 mm-Bohr) zwischen —7° 37' und —10° 13' schwankten. Säure-zahl 0. Verseifungszahl 6,7. Die Ausbeuten betrugen zwischen 41 und 71,6 Proz. Beigewöhnlichem Drucke siedet die Hauptmenge des Öles zwischen 254 und 270°. Von Be-standteilen wurden ermittelt ein Sesquiterpenalkohol (Schmelzp. 113—115°), geringe MengenCadinen und ein Gemenge von wahrscheinlich zwei Sesquiterpenen.
Pilulae Balg. Copaivae compositae
(Hambg. Vorschr.).Rp. Cerae flav. 1,0
Balsam. Copaiv. 2,0Cubebar. pulv. 4,0.Die Kubeben werden der erkalteten Schmelzezugemischt und aus je 12g Masse 100 Pillengeformt.
Tinctura Balsami Copaivae (Hambg. Vorschr.)Copaivabalsamtropfen.
Rp. Ol. Menthae pip. 1,0
Tinct. aromatic. 20,0
Spiritus aether. nitrosi. 29,0
Balsam. Copaivae 50,0.