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2 (1902)
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1117
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Verbascurn.

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III. Verbascum phlomoides L. Heimisch in Mittel- und Südeuropa. Blättereiförmig, die mittleren länglich-eiförmig, spitz, die mittleren und oberen kurz herablaufend.Blüthen wie II (Germ. Helv. Austr.).

Verwendung finden a) die Blüthen:

Flores Yerbasci (Austr. Germ.). Flos Verbasci (Helv.). Wollblumen. Woll-krautblüthen. Königskerzenblumen. Fleur de bouillon-blanc ou de molene(Gall.). Fleur de bonhomme. Torcb-weed-flowers. Flowers of wool-blade.Mullein flowers.

Beschreibung. Die Droge besteht aus der Blumenkrone mit den Staubblättern.Die sehr kurze Röhre der Blumenkrone verbreitert sich zu fünf ansehnlichen, gerundetenLappen, von denen die zwei oberen am kleinsten, der unterste am grössten ist. Die Blumen-krone ist von schön gelber Farbe. Neben dem unteren Lappen stehen zwei lange, kahleStaubblätter, in den drei übrigen Einschnitten drei kürzere, weisswollige. Vergl. weiter oben.

Die Blumenkrone trägt auf der Unterseite reichlich Sternhaare wie Fig. 208, die Ober-seite ist kahl. Die Haare der drei kürzeren Staubfäden sind einzellig, gegen die Spitze etwas

Fig. 209. Haare (das mittlere mit Spaerokrystallen)Fig. 208. Haar vom Verbascumblatt. von den Staubfäden von Verbascum.

verbreitert, dicht mit Cuticularwärzchen besetzt. Beim Trocknen und Behandeln mitwasserentziehenden Mitteln entstehen in ihnen schöne Sphärokrystalle, die wahrscheinlichZucker sind (Fig. 209). Die schöne gelbe Farbe der Korolle wird hervorgerufen durch gelbgefärbten Zellsaft beider Epidermen. Im Mesophyll vereinzelt Sekretzellen, die anscheinendätherisches Oel enthalten.

Bestandteile. Zucker 11 Proc. (Glukose 3,48 Proc, Saccharose 1,29 Proc),andere Kohlehydrate 11,76 Proc, Spuren eines ätherischen Oeles, Fett, Farb-stoffe, Asche 4,8 Proc.

Einsammlung und Aufbewahrung. Die Arzneibücher legen besonderen Werthauf die Erhaltung der goldgelben Farbe der Blüthen. Man sammelt also im Juli undAugust bei sonnigem, troeknem Wetter die Blumenkronen, trocknet in dünner Schichtausgebreitet schnell an der Sonne oder bei künstlicher Wärme (2530° C.) bis zur Brüchig-keit, reibt sie unter leichtem Druck durch ein grobmaschiges Drahtsieb (I. Germ. Helv.),entfernt durch Absieben den wolligen Staub und füllt sie, nochmals in der Wärme, hesserim Kalttrockenschranke nachgetrocknet, in vorgewärmte Blechkanister, deren Verschlusseman durch Ueberkleben mit Papier dichtet. Dieses Nachtrocknen versäume man auchnicht bei frisch eingetroffenen, in Papier verpackten Sendungen, da die Blüthen schonunterwegs Feuchtigkeit aufnehmen. Werden Wollblumen ohne Beachtung dieser Massregelngesammelt oder während der Aufbewahrung vor Feuchtigkeit und Licht ungenügend