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Verbascum.
Mittel unter. Beim Arbeiten mit Nieswurzel ist jede Entwickelung von Staub zu ver-meiden, da derselbe zu heftigstem Niesen reizt. Das Pulver kauft man am besten vomDrogisten. Pulvermiscbungen mit Rhiz. Veratri nehme man im Freien vor, besprengees zuvor mit Weingeist und schütze Nase und Mund durch ein feuchtes Tuch.
Anwendung findet innerlich kaum noch statt, da es durch Veratrin ersetzt wird;erzeugt leicht Erbrechen und heftigen Durchfall. Germ. I und Helv. II hatten als dosismaxima 0,3. Aeusserlich in Form der Tinktur bei Pityriasis versicolor, in Salbenformgegen Krätze, als Bestandteil von Schnupfpulvern. Vielfach in der Thierheilkunde, z. B-als Brechmittel für Schweine, bei Staupe der Hunde. In der Homöopathie bei Choleraund Krämpfen. Höchstgaben für Thiere: bei Rindern 10—20 g, Schafen und Ziegen2—5 g, Hunden 0,01—0,03 g (Feist).
In Deutschland dem freien Verkehr entzogen und nur gegen ärztliche oder thier-ärztliche Verordnung zu verabfolgen, ausgenommen zum äusserlichen Gebrauch für Thiere.Auch dürfte gegen die Abgabe der in manchen Gegenden noch gebräuchlichen Niese- odeiPlusterbeutelchen, Rhizoma Veratri in saeculis, nichts einzuwenden sein.
f Tinctura Veratri aeida. 10 Th. Nieswurz, 1 Th. Schwefelsäure, 100 Th.Weingeist.
f Tinctura Veratri. Tinctura Hellebori albi. Nieswurzeltinktur. Teintureou Alcoole d'kellebore Diane. Germ.: 1 Th. mittelfein geschnittene Nieswurzel, 10 In.verdünnter Weingeist (60 proc). — Gall.: 1 Th. grob gepulverte Wurzel, 5 Th. Wein-geist (80 proc). Man beachte, dass die Tinktur der Gall. doppelt so stark ist, wie die d erGerm.! Vorsichtig aufzubewahren. Innerlich zu 5—10 Tropfen als Fiebermittel-Höclistgaben für Thiere: Pferden 5,0—15,0; Rindern 10,0—20,0; Schafen und Ziege»2,0—5,0; Hunden 0,01—0,03 (Feist).
•j- Vinum Veratri. Aus 1 Th. Nieswurzel und 10 Th. Spanischem Wein,f Extractum Aeratri viridis fluidum (U-St.). Fluid Extract of Veratramviride. Wie Extractum Gelsemii fluidum U-St. Bd. I, S. 1209. Höchstgabe 0,4pro die 1,0.
f Tinctura Veratri viridis (U-St.). Aus 400 g gepulvertem Rhizom (Nr. 60) undq. s. Weingeist (91 proc.) stellt man im Verdrängungswege (zum Befeuchten 150 cem)1000 cem Tinktur her. Innerlich zu 5—10—25 Tropfen zur Herabsetzung des Fiebers.
Vet. Pulvis emeticus.
Brechpulver.I.Rp. Rhizomatis Veratri pulv. 1,0Tartari stibiati 0,05
Sacchari albi 2,0.
Grösseren Schweinen auf einmal, kleineren dieHälfte. Bei Bräune.II.
Aqua antephelidica.
Sommersprossenwasser.Rp. Aquae Cinnamomi
Aquae ColoniensisGlyceriniTincturae Veratri
äa 30,0
äa 20,0.
Rp. Rhizomatis Veratri pulveratiSacchari albi äa 0,3.
Auf einmal. Bei Staupe der Hunde.
Sommersprossen- und Leberflecke-Mittel von SolbriOx. Eine Tinktur aus Nie 3 "furz, Arnikawurzel, Bertramwurzel, Styrax Calam. mit Citronen- und Bergamottöl (BedallJ-
Verbascum.
Gattung der Scropkulariaceae — Pseudosolaneae — Verbasceae.
I. VerbaSCUm ThapsUS L. Heimisch in Europa und Centralasien. Stengel auf-recht, bis 2 m hoch. Blätter länglich elliptisch, gekerbt, beiderseits wollig filzig, die un-teren in einen Stiel verschmälert, die mittleren und die oberen bis zum nächsten Blattherablaufend. Blumenkrone mittelgross, vertieft, die zwei längeren Staubfäden viermal solang als ihre kurz herablaufenden Staubbeutel. Narbe kopfförmig, nicht herablaufend. (Gall-)'
II. VerbaSCUm thaps'lforme Schrad. Heimisch in Mitteleuropa. Blätter wie I,Blumenkronen doppelt so gross wie von I, flach, die zwei längeren Staubfäden l l /a—^ maso lang als ihre lang herablaufeuden Staubbeutel. Narbe am Griffel herablaufend(Germ. Helv.).