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2 (1902)
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1106
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Vanilla.

Sorten. 1) Mexikanische V., die beste Sorte, wird fast ausschliesslich in Nord-amerika verbraucht. Bis 35 cm lang, bis 1 cm breit, das obere Ende allmählich sich ver-schmälernd, gegen die Spitze häufig leicht gedreht. Man unterscheidet in Mexiko alsVanillen der ersten Klasse Kapseln von 17 cm Länge aufwärts und trennt sie weiter nachder Länge, die geringeren werden als cimarrona und rezacate bezeichnet.

2) Bourbon- oder Reunion-V., die Hauptsorte im europäischen Handel.Bis 21 cm lang, bis 1 cm breit, am Ende sich plötzlich verschmälernd. Charakterisirtdurch die S. 1105 erwähnten Narben. Beide Sorten sollen im Innern wenig Pulpa undsehr viel Samen enthalten, wogegen andere Sorten, z. B. aus Südamerika und Tahiti, reich-lich Pulpa und wenig Samen enthalten sollen.

Die anderen Sorten, wie die von Java, Madagaskar, Tahiti, spielen im "Welthandelkeine Rolle, was uns davon zu Gesicht gekommen ist, war durchweg minderwerthig undbestand aus relativ dünnen, trocknen Früchten. Die in kleinen Mengen aus Deutsch-Ostafrika nach Europa kommende Waare ist dagegen von vortrefflicher Beschaffenheitund steht den zwei Sorten 1 und 2 nicht nach. Uebrigens steht der Marktwerth derVanille mit dem Gehalt an Vanillin in keinem ersichtlichen Verhältnisse.

Früchte anderer Vanilla-Species. AlsVanillons bezeichnet man die Früchteanderer Arten, die meist infolge grösseren Gehaltes an Piperonal einen abweichendenGeruch haben. Als Stammpflanzen sind bekannt Vanilla Pompona Schiede u. V.guianensis Splitg., indessen kommen sicher auch die anderer Arten vor. Die derersten Art werden 15 cm lang, sie sind hellbraun und meist mit spiralig gewundenenEinschnürungen versehen, die der zweiten Art sind mehrere Centimeter breit und anschei-nend bis 25 cm lang.

Verfälschungen der Vanille mit solchen Früchten kommen kaum vor; wenn sieals billige Sorten zum Kauf angeboten werden, so sind sie an der abweichenden Gestaltund dem Geruch ohne weiteres zu erkennen.

Dagegen sollen extrahirte Früchte in den Handel gelangen, denen man versucht,durch Einreiben mit Oel oder Perubalsam wieder ein normales Aussehen zu geben. Siesind trocken, strohig und zeigen keine Vanillinkrystalle. Es sei darauf aufmerksam ge-macht, dass man in Mexiko zuweilen mindere Sorten mit Ricinusöl einreibt.

Ein Ersatz der Vanillinkrystalle durch Bestreuen mit Zucker, Benzoesäure undVanillinkrystallen scheint neuerdings auch nicht mehr vorzukommen, ist auch unter allenUmständen leicht zu erkennen, da man beim Auseinanderlegen guter gebündelter Waareohne weiteres sieht, dass die massenhaft vorhandenen fein nadeiförmigen Vanillinkrystalledicht zusammenhängende Massen bilden. Ihr Vorhandensein ist für gute Vanille ammeisten charakteristisch. Ferner muss solche Vanille weich, biegsam, fleischig sein. Manachte auf Schimmelbildungen, die sich auf Waare, die man, um einen Wasserverlust zuvermeiden, zu feucht aufbewahrt hat, leicht einstellen.

Zur quantitativen Bestimmung des Vanillins werden nach B. Schmidt35 g der Droge fein zerschnitten, mit soviel Seesand zerrieben, dass eine lockere, pulverigeMasse entsteht und diese im Soxhlet mit Aether extrahirt. Der Auszug wird dann wieder-holt mit je 5 com gesättigter Natriumbisulfitlösung, die mit gleichviel Wasser verdünntist, ausgeschüttelt und die mit einander gemischten Auszüge allmählich mit verdünnterSchwefelsäure im Ueberschuss versetzt. Nachdem die Entwicklung von SO., nachgelassen,leitet man zu dessen völliger Entfernung C0 2 durch die Flüssigkeit und schüttelt danndas Vanillin mit Aether aus. Die ätherischen Auszüge werden bei 4050° C. durchDestillation vom grössten Theile des Aethers befreit, der Rückstand unter Kachspülenmit Aether auf ein gewogenes Uhrglas gegossen, wo man den Rest des Aethers verdunstenlässt. Den Rückstand trocknet man über Schwefelsäure zum konstanten Gewicht.

Aufbewahrung. Um die Früchte und ihren Vanillinüberzug so wenig als mög-lich zu beschädigen, hüllt man sie einzeln oder zu mehreren in Zinnfolie und bewahrt sieso in Blechbüchsen oder in schlanken Stöpselgläsern von 2530 cm Höhe auf. In dieserUmhüllung giebt man sie auch im Handverkaufe ab. Die im Handel häufig angeboteneSorte, von der 3 Schoten in einer Glasröhre für etwa 50 Pfg. verkauft werden, ist keineApothekerwaare, wie schon aus dem Einkaufspreise der vorschriftsmässigen Vanillehervorgeht.

Anwendung. Die Vanille findet wegen ihres feinen Aromas in der Phannacievielfach als geschmackverbessernder Zusatz Verwendung, wird auch als Aphrodisiacum,ferner bei Hysterie, Menstruationsstörungen, Bleichsucht (in Verbindung mit Eisenmitteln)