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2 (1902)
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Urina.

Salzsäure und 2 Vol. Wasser so lange, bis die Präparatenschicht nur kaum noch roth ge-färbt erscheint (Bruchtheile einer Minute). Dann spült man mit Wasser ab. giesst einegesättigte und filtrirte Lösung von Methylenblau auf und spült diese nach 23 SekundenEinwirkungsdauer mit Wasser vollständig wieder ab. Dann wischt man das Deckgläschenauf der nicht präparirten Seite trocken, trocknet die präparirte Seite durch vorsichtigesErwärmen über einer Flamme und betrachtet das in verdünntes Glycerin eingebettetePräparat mit homogener (Oel-) Immersion. Die Tuberkel-Bacillen präsentiren sich als feine,rothgefärbte Stäbchen, das übrige Gewebe ist blau gefärbt. Will man Dauerpräparateaufbewahren, so bettet man die Präparate nach dem Trocknen in Kanadabalsam ein.

Sind in einem Sputum Tuberkel-Bacillen vorhanden, so wird man diese bald finden.

Dagegen darf man ein Sputum erst dann für tuberkelfrei erklären, nachdem in mindestens

zwölf Präparaten bei sorgfältiger Durchsuchung Tuberkel-Bacillen nicht gefunden worden sind.

Karbolfuchsin. Fuchsin 1,0, Alkohol 10,0, Karbolwasser (5 procentig) 100,0.

Ist etwa alle 4 Wochen frisch zu bereiten.

Verbesserte Methode. Man streicht die Präparate auf Deckgläschen aus undfixirt sie nach dem Trocknen an der Luft durch dreimaliges Durchziehen durch dieFlamme. Alsdann erhitzt man in einem Schälchen konc. Karbolfuchsinlösung (100 comKarbolwasser von 5 Procent -j- 10 ccm gesättigte alkoholische Fuchsinlösung) bis zumDampfen. In der heissen Flüssigkeit lässt man das Deckglas 23 Minuten. Dann nimmtman es heraus, bewegt es '/a Minute in Korallin-Methylenblau (1 Th. Korallin in 100 Th.absolutem Alkohol gelöst, die Lösung mit Methylenblau gesättigt, dann 20 Th. Glycerin hin-zugesetzt) hin und her, spült mit Wasser ab und trocknet die nicht präparirte Seite mitFiltrirpapier, die präparirte Seite vorsichtig über der Flamme und untersucht wie vor-her. Diese Färbungsmethode soll keine Verwechslung der Tuberkel-Bacillen mit anderenBacillen zulassen.

Nachweis der Gonokokken im Trippereiter. Der Eiter wird möglichst dünnund gleichmässig auf einem spiegelblanken Objektträger ausgestrichen, unter einer Glas-glocke lufttrocken gemacht und durch dreimaliges Durchziehen durch die Flamme fixirt(vergl. Tuberkel-Bacillen, s. oben). Die Präparate kommen mindestens 10 Minuten langin konc. alkoholische Eosinlösung, dann werden sie herausgenommen, schräg gehalten, sodass das Eosin abläuft, und direkt (ohne vorheriges Abspülen) in eine konc. alkoholischeMethylenblaulösung eingetaucht, sofort wieder herausgezogen und so rasch wie möglichmit Wasser abgespült. Die Blaufärbung erfolgt durch einmaliges, rasches Eintauchenin die Methylenblaulösung, längere Einwirkung gefährdet den Erfolg.

Das so gefärbte Präparat wird in Wasser oder Glycerin betrachtet, die Gonokokken,ebenso wie alle anderen vorhandenen Spaltpilze so z. B. besonders häufig die in Perl-schnurketten liegenden Streptokokken sind blau, die Zellen (abgesehen von den grossen,gleichfalls blaugefärbten Zellkernen, die aber nicht verwechselt werden können) sind rothgefärbt. Als Gonokokken anzusehen sind nur innerhalb der Zellen liegende, meistin grosser Zahl darin vorhandene Kokken, welche häufig die bekannte Semmelform haben,d. h. zu zweien beisammenliegen und an der Berührungslinie bohnenförmig etwas ein-gebuchtet sind.

Bei Anwendung der GftAM'schen Färbung (3 Minuten lange Einwirkung konc. Methyl-violettlösung, Abspülen, 2 Minuten lange Einwirkung officineller Jodtinktur, Waschen mitOOproe. Alkohol, bis dieser ungefärbt abläuft) sollen die Gonokokken ihre Färbung ver-lieren, doch ist dies Merkmal nicht durchaus sicher.

Man hüte sich, bei Gonokokken-Untersuchungen Eiter in das Auge zu bekommen-Nachweis von Sperma. Das männliche Befruchtungssekret (der sog. Samen) istdurch das Vorhandensein besonderer Organismen, der Spermatozolden oder Sperma-tozoon, Samenfäden, charakterisirt. Nur das Auffinden intakter Spermatozoon ist be-weisend für das Vorhandensein von Sperma. In derRegel werden Zeugstoffe zur Untersuchung auf Spermaeingeliefert, und zwar ist dieses gewöhnlich schon einge-trocknet. Man sucht alsdann solche Stellen aus, welchedurch Steifigkeit, Konturirung u. s. w. Aehnlichkeit mi'den jedem männlichen Erwachsenen bekannten Sperma-flecken haben, und schneidet etwa Markstück grosse Paf"tieen aus. Diese befeuchtet man mit Wasser und legt sie2 bis 3 Stunden in eine feuchte Kammer.

a) Vorprüfung. Nach Floeenoe. Man presstdie befeuchteten Zeugstückchen über einem Objektträgeraus (oder man verwendet abgeschabte Massen, die m aI1auf den Objektträger gebracht und befeuchtet hatte), soFig. 204. Spermatozoen. au. b 350 fach dass man einen Tropfen Flüssigkeit auf dem Objekt-lineare Vergrösserung. träger hat, oder man drückt die gequollenen ZeugstücKta) intakt, !>) Trümmer, c) stark vergröss. gegen den Objektträger, so dass kleine Mengen der g e "

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