Uranium.
Uranium.
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Uranium. Urau. Urane (franz.). Uranium (engl.). Ur. Atomgen. = 240.
Ein in einigen Mineralien, namentlich der Pechblende (Uranpecherz) vorkommendes Ele-ment. Ein weisses, hartes, schmiedbares, wie das Eisen bei hoher Temperatur schmelz-bares Metall vom spec. Gewicht 18,4. Es läuft an der Luft gelb an, verbrennt an derLuft zu Uranoxyduloxyd unter Funkensprühen und wird von verdünnten Säuren unterEatwickelung von Wasserstoff gelöst. (Es verhält sich also durchaus ähnlich wie dasEisen). In den Handel gelangt es meist in der Form eines schwarzen Pulvers.
Mit Sauerstoff bildet es zwei Oxyde: 1) Uranoxydul, Uranooxyd UrO, 2 . Indiesem tritt das Uran vierwerthig auf. Es fungirt als Base; das Uranochlorid z. B. hat dieEormel UrCL.. Die Salze des Uranoxyduls werden „Uranosalze" genannt. 2) Uran-°Xyd, Uranioxyd, Ur0 3 . In diesem ist das Uran sechswerthig. Dieses Oxyd fungirtsowohl als Base als auch als Säure. Wenn dieses Oxyd als Base fungirt, also bei derSalzbildung mit Säuren, wird der Wasserstoff der Säuren durch das zweiwerthige Radikal== Ur0 2 (den Uranylrest) substituirt. Daher werden diese Salze „Uranylsalze" genannt.Die Salze, in denen das Uranioxyd die Rolle einer Säure spielt, leiten sich von einerwasserärmeren Säure Ur 2 0,H 2 ab. Diese Salze werden Uranate genannt.
Reaktionen. Die gebräuchlichen Salze sind die vom Uranioxyd sich ableitenden,Sie sind gelb gefärbt. Die Lösungen der Uranisalze zeigen folgendes Verhalten: 1) DurchSchwefelwasserstoff werden sie in saurer Lösung nicht gefällt; Schwefelammoniumfällt je nach der Fällungstemperatur braunes bis schwarzes Uransulfid, welches in Säuren,auch schon in Essigsäure, ferner in Ammoniumkarbonat leicht löslich ist. 2) Ammonium-,^alium- und Natriumbikarbonat erzeugen gelbe Fällungen, welche im Ueberschussdieser Alkalibikarbonate löslieh sind. 3) Kalilauge, Natronlauge und Ammoniak-fljissigkeit erzeugen gelbe, im Ueberschuss dieser Fällungsmittel unlösliche Niederschläge;Weinsäure verhindert die Fällung. 4) KaliumferroCyanid giebt braune Fällung oderFärbung. 5) Die Phosphorsalz- und Boraxperlen werden in der Oxydationsflammelieiss gelb, erkaltet gelbgrün, in der Reduktionsflamme grün gefärbt.
I. f Uranium aceticum. Uranylacetat. Uranacetat. Essigsaures Uranoxyd(CH 3 C0 2 ),. UrO a -f 2 oder 3 H 2 0. Mol. Gew. = 426 oder 444.
Zur Darstellung trocknet man Uranylnitrat auf dem Wasserbade scharf aus undglüht es schwach, aber bis zur völligen Austreibung der Salpetersäure. Das hinterbleibendeUranioxyd löst man in 30 procentiger Essigsäure unter Erwärmen und dunstet diese Lösunngzur Krystallisation ein.
Aus verdünnterer Lösung krystallisirt das Salz mit 3 Mol. K.rystallwasser, aus kon-centrirten heissen Lösungen mit 2 Mol. Krystallwasser in gelben Krystallen (Quadrat-°ktaedern, bez. rhombischen Säulen). Es ist leicht löslich in Wasser, die Lösung ist gold-gelb gefärbt. In der Regel enthält das Salz aber etwas basisches Salz; man erhält daherklare Lösungen nur nach Zusatz von etwas Essigsäure.
Im Lichte und bei längerem Stehen, namentlich in der Wärme, erleidet die wässe-r 'ge Lösung des Uranylacetats eine geringe Zersetzung. — Mit den Acctaten des Ammo-niums, Kaliums, Natriums, Calciums, Strontiums, Baryums und Magnesiums bildet dasUranylacetat krystallisirende .Doppelsalze.
Das Uranylacetat dient zur maassanalytischen Bestimmung der Phosphorsäure (s. Bd. I,S. 92).
Aufbewahrung. Vorsichtig, in gut geschlossenen Glasgefässen, vor Lichtgeschützt.
II. f Uranium nitricum. Uranylnitrat. Urauiuitrat. Urannitrat. Salpeter-saures Uranoxyd. Ur0 2 (N0 3 ) 2 -f 6 H 2 0. Mol. Gew. = 504.
Darstellung. Fein gepulvertes Uranpecherz wird mit Salpetersäure erhitzt. Diefiltrirte Lösung wird von der überschüssigen Salpetersäure durch Eindampfen befreit, als-dann mit Wasser verdünnt und bei 60—70° C. mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Manlässt 1—2 Tage absetzen und filtrirt von den ausgeschiedenen Schwefelmetallen ab. DasEiltrat wird auf ein kleines Volumen eingedampft, alsdann mit Salpetersäure erhitzt, um