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2 (1902)
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1064
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Turnera.

Jahren 18941900 sich die Mehrzahl der Aerzte ablehnend gegen das Tuberkulin verhielt.Ganz neuerdings (1901) hat GoETSCH-Slawentzitz (Oberschlesien) Mittheihvngen gemacht, nachwelchen das Tuberkulin doch im Stande ist, die Tuberkulose beim Menschen zu heilen-Goetsoh beginnt mit äusserst kleinen Dosen, z. B. 0,0001 g und, wenn auch dieses nichtvertragen wird, mit 0,00001 g und steigt sehr allmählich bis zu 1 g. Unter diesen Um-ständen bleiben üble Nebenerscheinungen aus, und er erzielt wirkliche Heilung der Patienten. Auch zu diagnostischen Zwecken benutzt Goetsch das Tuberkulin beim Menschen. E rbezeichnet denjenigen erwachsenen Menschen als tuberkulosefrei, der in schnell steigenderSkala auf 0,05 g Tuberkulin nicht reagirt.

In der Thiermedicin wird das Tuberkulin in ausgedehntem Maassstabe benutzt,um beim Rindvieh das Vorhandensein oder die Abwesenheit von Tuberkulose festzustellen.Wird nämlich Rindern Tuberkulin in Mengen von 0,5 ccm und Kälbern in Mengen von0,1 ccm eingespritzt, so sind als reagirend und demnach als tuberkuloseverdächtig die-jenigen Rinder anzusehen, welche vor der Einspritzung eine 39,5° C. nicht überschreitendeKörpertemperatur aufwiesen, und bei denen die Körperwärme nach der Einspritzung desTuberkulins über 39,5° C. steigt, sofern der Unterschied zwischen der höchsten vor undnach der Einspritzung ermittelten Temperatur mindestens 1° C. beträgt. Bei Kälbern U"Alter bis zu 6 Monaten begründet eine Steigerung der inneren Körperwärme nach derTuberkulineinspritzung über 40° C. den Verdacht auf Tuberkulose, wenn der Temperatur-unterschied mindestens 1° C. beträgt. Thiere, bei denen eine solche Steigerung der Tem-peratur ausbleibt,reagiren nicht" und werden als nicht tuberkulös angesehen. Die Diagnosehat. sich zwar als nicht unfehlbar, aber doch in etwa 75 Proc. der Fälle als sicher erwiesen-Durch wiederholte Impfung lassen sich aus einer Heerde sämmtliche tuberkulöse Stückeherausfinden. Wird ein Stück Rindvieh gekauft, und reagirt es bei der ersten Ein-spritzung nicht, so ist diese zu wiederholen, nachdem das Thier 68 Wochen unter Aut-sicht gewesen ist, weil eine kurz vorangegangene und gut überstandene Einspritzung de nErfolg hat, dass bei einer zweiten, bald darauf folgenden, die Reaktion ausbleibt.

f B-Tuberkulin (T.-R.). Tuberculinum-R. Wird gewonnen, indem man den beimersten Centrifugiren des T.-O.- erhaltenen Bodensatz trocknet, nochmals mit Wasser zerreibund wiederum centrifugirt. Dieses Tuberkulin soll entschieden immunisirend wirken, wen 11es von vollwerthigen Kulturen herstammt.

Aufbewahrung. In Deutschland: Unter den Separanden vor Licht geschützt-

A-Tuberkulin (T.-A.). Tuberculhiuni-A. Ein neues, von Koch dargestellteTuberkulin, ist ein alkalisches Extrakt aus den Kulturen der Tuberkel-Bacillon, welches V°kleinen Gaben die nämlichen Erscheinungen hervorruft, wie das alte frühere Tuberkulin)doch sollen die Reaktionen von längerer Dauer sein. Der Zusatz A zu dem V* orTuberkulin ist von dem Worte alkalisch abgeleitet.

0-Tnberkulin (T.-O.)- Tuberculinum-O. Ein neues, von Koch angegebenesTuberkulin. Zu seiner Darstellung werden getrocknete Kulturen von Tuberkel-BaciH CI 'unter Zusatz von wenig Wasser mittels Achatpistills sehr fein zerrieben, und die wässerigFlüssigkeit wird alsdann centrifugirt. Man erhält eine obere wässerige Flüssigkeit, welchfrei von färbbaren Tuberkel-Bacillen bez. deren Trümmern ist, und einen Bodensatz, yobere Flüssigkeit ist das Tuberkulin-O, der Bodensatz wird zu Tuberkulin-R verarbeite^

T.-O. soll ebenso wirken wie das ursprüngliche Tuberkulin, doch soll die Wirkufl»schon nach kleineren Gaben eintreten und nachhaltiger sein, ausserdem soll es niemals zBildung von Abscessen kommen. Der Zusatz O zum Worte Tuberkulin soll auf die oberSchicht hinweisen.

Zur Bereitung der im Vorstehenden beschriebenen Tuberkulin-Sorten bedarf m a _nach Koch besonderer maschineller Einrichtungen. Die Herstellung dieser Präparate efolgt daher durch die Farbwerke Meistee, Lucius & Brünikg in. Höchst a. M.

Turnera.

Gattung der Turneraceae.

Tunera diffusa Willd. var.: aphrodisiaca (Ward.) Urb. Heimisch von Bra

silien bis Kalifornien und in Westindien. Liefert in den Blättern und Zweigspitzen-