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Tuberculinum.
sein, Chokolade-Pastillen selbst herzustellen, so setze man sich mit einem tüchtigen Kon-ditor in Verbindung und lasse sich die erforderlichen Handgriffe von diesem zeigen.
5) Komprimirte Pastillen, komprimirte Tabletten. Man versteht daruntermeist bikonvexe (linsenförmige) Täfelchen, welche aus Arzneimitteln ohne Zusatz, lediglichdurch starkes Zusammenpressen derselben dargestellt werden. Die Zusätze, welche beiArzneistoffen gemacht werden, wie Zucker, schwaches Anfeuchten mit Gummischleim, Zu-satz von Stärke u. dgl. verfolgen den Zweck, an sich zu festen Tabletteu nicht zu ver-arbeitbare Arzneistoffe verarbeitbar zu machen oder Arzneistoffe, welche im komprimirteuZustande im Verdauungstraktus nicht anfgelöst werden würden, in einen quellbaren Zu-stand überzuführen.
Zur Bereitung dieser komprimirten Tabletten bedarf man besonderer Maschinen'welche von E. A. Lentz in Berlin, Hennig & Martin in Leipzig, Kobeet Liebau inChemnitz, Fe. Kilian in Berlin u. A. sowohl zum Becepturgebrauch als auch zum Labo-ratoriumgebrauch und zu Zwecken des Grossbetriebes fabricirt werden.
Tuberculiuum.
Tuberculiuum Kochi (Germ.). Tuberculiuum. KoCH'sches Mittel. KocH'scheLymphe. Kochin. Tuberkulin-Koch.
Allgemeines. Im Jahre 1890 theilte Robert Koch mit, dass es ihm gelungensei, ein Mittel aufzufinden, welches die Tuberkulose günstig beeinflusse. Dieses Mittel ver-möge, wenn es unter die Haut gespritzt würde, Tuberkulose in den Anfangsstadien zuheilen, versteckte Tuberkulose durch Erhöhung der Körpertemperatur (Eintritt von Fieber)anzuzeigen und auf örtliche Tuberkulose dadurch heilend zu wirken, dass es das befalleneGewebe nekrotisire. Dieses Heilmittel wurde zunächst „Kocri'sches Mittel", späterKocH'sche Lymphe, Kochin, schliesslich Tuberkulin-Koch genannt.
lieber die Darstellung dieses Mittels, welches zunächst nach Koch's Angaben durchDr. Libbeetz bereitet und abgegeben wurde, machte Koch folgende Mittheilung: Bein-kulturen von Tuberkel-Bacillen, gezüchtet auf peptonhaltiger Fleischbrühe, welche 4—5 Proc.Glycerin enthält, werden auf 70°—100° C. erhitzt und auf den J /io Th. eingedampftHierdurch werden die Tuberkel-Bacillen getödtet und zugleich die Eiweissstoffe, Toxalb-umine coagulirt. Die so erhaltene Flüssigkeit wird, um sie von den ausgeschiedenenEiweissstoffen, sowie von den abgetödteten Tuberkel-Bacillen zu befreien, durch Thonfilterfiltrirt. Das so erhaltene Tuberkulin-Koch stellt also ein Glycerinextrakt der Bein-kulturen von Tuberkelbacillen dar; es ist dasjenige Präparat, welches durch die Germ. Hals „Tuberculinum Kochi" aufgenommen worden ist.
Später sind durch Koch verschiedene andere Präparate gleichfalls unter dem Sam-melnamen Tuberkulin bereitet und zu Versuchen empfohlen worden, so das Rein-Tuber-kulin-Koch, welches aus dem vorigen durch Alkohol-Fällung abgeschieden wurde. In denletzten Jahren endlich sind von Koch mehrere neue Tuberkuline als Tuberkulin-A,Tuberkulin-0 und Tuberkulin-B beschrieben worden, über welche weiter unten be-richtet werden soll. Die im folgenden gemachten Ausführungen beziehen sich lediglichauf das ursprüngliche Tuberkulin aus dem Jahre 1890.
Eigenschaften. Das Tuberkulin-Koch ist also ein glycerinhaltiger Auszug vonKulturen der Tuberkel-Bacillen und demnach ein Gemisch von Stoffwechselprodukten dieserBacillen und unzersetztem Nährmaterial derselben. Dabei sind als wesentliche Bestand-teile: Handelspepton und etwa 50 Proc. Glycerin, ferner die aus der Fleischbouillon stam-menden anorganischen Salze zugegen. — lieber die Natur des wirksamen Bestandtheils(des speeifischen Toxins) ist nichts Näheres bekannt: Koch nimmt an, dass derselbe einDerivat eines Eiweisskörpers sei, der aber nicht zu den Toxalbuminen gehört, denn diewirksame Substanz verträgt hohe Temperaturen und dialysirt leicht und schnell durch die