Tragacantha.
1055
trocknetem Stärkekleister und Gummi verfälscht. Ersteres ist mikroskopisch nachzuweisen,der Kleister mit der Jodreaktion in dem kalt bereiteten und flltrirten Schleim. Gummi18 1 ebenfalls in kaltem Wasser löslich.
Pulverimg. Traganth ist wegen seiner zähen Beschaffenheit schwierig zu pulvern.Man trocknet ihn, gröblich gestossen, bei 40 bis höchstens 60° C. und verwandelt ihn durchStossen iu ein feines Pulver (VII Helv., Nr. 100 Gall.).
Aufbewahrung. Man wählt als Vorrathsgefässe mit weissem Papier ausgeklebteHolzkästen mit dicht schliessenden Deckeln, füllt den Traganth lose und in nicht zu hoherSchicht ein und vermeidet jedes unnöthige Drücken und Rütteln.
Anwendung. Als Arzneimittel wird Traganth nur selten, z. B. als Stypticum inForm des Klystiers 1 : 100 Wasser, gebraucht. Er findet hauptsächlich Verwendung alsBindemittel für Pillenmasscn, für Stäbchen und Pastillen, in Emulsionen als billiger Ersatz^es Gummi, wobei aber zu beachten ist, dass der Traganth in "Wasser nur quillt, zur Auf-nahme der Feuchtigkeit also eine gewisse Zeit beansprucht. Auch darf er nur in verhält-U'ssmässig kleinen Mengen zugesetzt werden, da die Mischungen sonst zu harten, schwerlöslichen Massen austrocknen. (!) 1 Th. Traganth besitzt die Bindekraft von 12—15 Th.arabischem Gummi; man nimmt also zu Emulsionen 1 Th. Traganth auf SO Th. Oel, zuPasten und Pastillen einen Schleim aus 1 Th. Traganth und 50 Th. Wasser oder 0,2—0,5■Traganthpulver auf 100,0 der Pulvennischung, (zu Tabletten dagegen, die aus Salzen ohne"asserzusatz gepresst werden, bedeutend mehr, 10—25 Proc). Zum Anstossen von Pillen-massen eignet sich die unten angegebene Mischung mit Glycerin am besten.
Technisch wird Traganth zur Appretur von Kattunen und in Zuckerbäckereiengebraucht.
Mucilago Tragacanthae. Mucago cum Gummi tragacantha. Glyceritum
Tragacanthae. Traganthschleim.«lycerite of Tragacanth.
ErgänzbTragacanthae 1
Glycerini 5
Spiritus (90 proc.) —Aquae destill. 94
Mucilage de gomme adragaute. Mucilage or
Brit.1,4
2,097,0
U-St.6
18
76
Gall.10
90
Nat. form.12,5 g77,5 cem
18,5 cem
Man reibt den fein gepulverten Traganth mit dem Glycerin oder Weingeist an,bringt in eine Flasche, fügt das Wasser (lauwarm n. Ergänzb.) auf einmal hinzu undschüttelt kräftig und wiederholt. U-St. lässt die Mischung bis zum Sieden erhitzen undnach 24stündigem Maceriren durch Musselin drücken. Nach Gall. lässt man ganzen Tra-ganth in kaltem Wasser quellen, durch Leinen pressen und im Marmormörser zur gleich-ttässigen Masse bearbeiten. Traganthschleim rcagirt frisch bereitet neutral und bildete ine trübe, weissliche, dicke, nicht klebende Flüssigkeit (Ergänzb. Brit.), die in der Buhea bsetzt und deshalb vor dem Gebrauche umgeschüttelt werden muss, oder eine mehr oder"Weniger steife Pasta (U-St. Gall. Nat. form.).
Nach Ergänzb. nur auf Verordnung zu bereiten. Einem zu längerer Aufbewahrung'ür technische Zwecke bestimmten Schleim setzt man, um das Schimmeln zu verhüten,etwas Schwefelkohlenstoff zu.
Bandoline.
Bp. Tragacanthae pulver. 1,0
Spiritus Coloniensis 10,0
Aquae Rosae 60,0
Glycerini 30,0.
Wie Mucilago Tragacanthae zu bereiten, Man
färbt mit Karminlösung rosa.
Linimentnni oxsiccaiis Pick.Bp. Tragacanthae pulver. 5,0Glycerini 2,0
Aquae 100,0.
Wie Mucil. Tragac. U-St. zu bereiten.Massa plastica pro pilulis.Plastische Pillenmasse.Kp. Tragacanthae pulver. 1,0Glycerini 3,0
mischt man 1. a. und bewahrt in Porcellankrukenauf.
Massa ulcera maturans Cowen.
Rp.
Farinae TriticiGummi arabiciTragacanthaeCretae laevigatae
Viteüum ovi uitiiisAquae fervidae
120,0
30,0
15,0
8,0
500,0.
l'lättflüssigkeit.
Glanzplättol. Amerikanischer Wäsche-glanz E. Dietekich.Bp. 1. Boracis 50,0
2. Tragacanthae 5,0
3. Aquae 945,0
4. Talei pulv. 50,0
5. Olei Lavandul. gtts. V.
Man löst 1—3, seiht durch und reibt mit der Lö-sung 4 und 5 au. >/ 4 1 auf 1 1 gekochte Stärke.