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Tonco.
Anwendung. Als schweisstreibendes Mittel in Theemischungen oder im Aufgus»(10:100), der süsslich-schleimig schmeckt und sich dadurch von dem aus anderen Artenbereiteten unterscheidet. Auch zu Bädern.
Aqua Tiliae. Hydrolatum Tiliae. Lindenblüthenwasser. Eau disüllec de
tilleul. Ergänzb.: Aus 1 Th. grob zerschnittenen Blüthen 10 Th. Destillat. — Gall--Aus 1 Th. getrockneten Blüthen mittels Dampfstrom 4 Th. Destillat. — Ein aus frischenBlüthen destillirtes "Wasser riecht viel kräftiger; man nimmt 5 Th. frische Blüthen tu 11 Th. trockne.
Aqua Tiliao concentrata (decemplex). Koncentrirtes oder starkes Linden-blüthenwasser. Ergänzb. Helv.: Wie Aq. Salviae concentrata (S. 799). Nach Ergänzt)-zum Gebrauche mit der 9 fachen Menge Wasser zu mischen.
Balneum Tiliae (Gall.). Bain de tilleul. 500 g Lindenblüthe mit 10 1 Wasserinfundirt auf ein Bad.
Potio antispasmodica (Gall.). Potion antispasmodique. Sirupi Aurantii U011S 'Aquae Aurantii floris ää 30,0, Aquao Tiliae 90.0, Spiritus aetherei 4,0. Durch Zusatzvon 0,8 Tinctura Opii crocata erhält man hieraus die Potion antispasmodiq uopiacee (Gall.). . n
Ptisana de flore Tiliae (Gall.). Tisane de tilleul. 10,0 Lindenblüthe, 100Wsiedendes Wasser; nach '/ 2 Stunde durchseihen.
Tonco.
Semen Tonco (Ergänzb.). Fabae Tonco. — Tonkabohnen. — Feve de To»»*(Gall.) sind die Samen der CoumarOUna Odorata Aubl. (gyn.: Dipterix odorat»Willd.) (Panilionaccae — Dalbergieae — Geoffraeinae), heimisch im nördlichen Bra-silien und Venezuela. Von dieser Art stammen die sogen, holländischen Tonk ahöhnen, die weniger werthvollen englischen leitet man ab von C. OppOSltlTON(Aubl.) Taub. Als beste Sorten gelten die Angosturabohnen. Die Frucht ist eio enicht aufspringende, steinfruchtartige Hülse mit nur einem Samen, die in grossen Sekiebehältern einen sehr angenehm riechenden Balsam enthält. Neuerdings gelangen die Frücbzuweilen in den Handel, von der Epidermis und dem Parenckym (wahrscheinlich dui'fMaceration) befreit, sie sind dann von weiblichen, weichen Faserbündeln bedeckt.
Der Same ist länglich, flach, an beiden Enden stumpf, mit scharfer Bücken- u "stumpfer Bauchkante, bis 5 cm lang, mit grob gerunzelter, schwarzer Samenschale, die °von Krystallnadeln von Cumarin bedeckt ist. (Man befördert das Auskrystallisiren deCumarins, indem man die Samen beim Verpacken mit Alkohol besprengt.) Die grosse >ölig fleischigen Keimblätter sind braun, sie umschliessen ein dickes gerades Wurzelet 16und eine Plumula mit 2 gefiederten Blättern. Geruch angenehm nach Cumarin, Geschrnagewürzhaft bitter.
JSestandtheile, Cumarin C 9 H u O., bis 1,5 Proc, fettes Oel 25 Proc, Asc"
3,57 Proc.
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Verfälschungen. Vor einigen Jahren vorgekommene „wilde Tonkabohiie'sind viel kleiner, flach, von schwachem Geruch. Sie stammen wahrscheinlich von elUCopaif era.
Die in dicht verschlossenen Gefässen aufzubewahrenden, ganzen Samen werden Pweilen noch als Ersatz dos Waldmeisters, sowie zum Einlegen in Schnupftabak boiwsind im übrigen aber durch das Cumarin verdrängt. . r
Räucherband. Appreturfreion Kaliko in Bändern tränkt man zuerst mit t j 111gesättigten Salpeterlösung, nach dem Trocknen mit einer Tinktur, die durch Perkol 11 . 1 -von 150,0 gepulverten Tonkabohnen und 350,0 Cascarillrindo mit q. s. verdünntem " c iggeist zu 500,0 Perkolat und Lösen von 15,0 Weihrauch, 30,0 Myrrhe, 3,0 Vanillin, 1">Lavendolöl (nach 3 Tagen filtriren) dargestellt wird. Das Band lässt man in eigenLämpchen verglimmen.
Tinktur zum Parfümiren von Tabak siehe Tinot. Iridis comp. S. 156.