Suppositoria.
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formen. Solche metallene Gussformen werden sowohl für alle möglichen Formen undGrössen von Stuhlzäpfchen, als auch für Vaginalkugeln und Bougies von Rob. Liebau inChemnitz, sowie von englischen und französischen Fabriken in den Handel gebracht. Siebestehen aus je zwei vollkommen gleichartigen, durch Schrauben zusammengehaltenen Plat-ten, in denen sich die zur Aufnahme der geschmolzenen Masse dienenden Kanäle befinden.
In Ermangelung von Gussformen für Bougies bedient man sieh enger Glasröhren, inWelche die halbflüssige dem Erstarrungspunkte nahe Masse aufgesogen wird, eine Mani-pulation, die nicht sehr empfehlenswerth ist.
Das Schmelzverfahren wird, obgleich es verschiedene weiter unten zu besprechendeNachtheile hat, aus Bequemlichkeitsgründen noch sehr häufig angewendet, da es sich ebensogut zur Anfertigung einzelner Suppositorien, wie zum Massenbetrieb eignet. Zur Her-stellung von gelatinehaltigen Zäpfchen, Vaginalkugeln und Bougies, sowie von Suppositorien,denen Glycerin beigemischt werden soll, ist das Schmelzverfahren selbstredend das einziganwendbare, hei fetthaltigen dagegen sollte dasselbe nach und nach aus der Praxis ver-schwinden und zwar aus folgenden Gründen:
Erstens ist es bei der Schmelzmethode selbst hei vorsichtigstem Arbeiten nicht zuvermeiden, dass die Arzneisubstanz der Wärme ausgesetzt wird, was bei gewissen Stoffendie Gefahr des Zersetzens in sich schliesst (z. B. Cocain, Jodoform etc.) oder die Ver-flüchtigung derselben zur Folge hat (z. «B. Camphora etc.), Veränderungen, die dem Apo-theker nicht gleichgültig sein dürfen. Zweitens ist das Giessen der Masse während desErkaltens schwierig, weil der Erstarrungspunkt nicht leicht getroffen wird, was zur Folgebat, dass entweder die Masse nach dem Eingiessen in die Formen noch zu flüssig ist, sodass ein Theil oder die Gesammtmenge der emulgirten wirksamen Substanz sich aus derGrundmasse ausscheidet und sich in der Spitze ablagert, die dann heim Gebrauch leichtabbricht, oder die Masse während des Giessens erstarrt, und während der Anfertigung einergrösseren Menge von Suppositorien ein oder mehrere Male von neuem geschmolzen werdenQiuss, wodurch ein ungleiches Aussehen der einzelnen Exemplare bewirkt und ein wieder-holtes, die Qualität der medikamentösen Substanz beeinträchtigendes Erhitzen nothwendigwird; drittens ist die Dosirung der wirksamen Stoffe auf die einzelnen Suppositorien eineungenaue und viertens hat die Herstellung von Suppositorien auf warmem Wege denNachtheil, dass sie in den meisten Fällen mehr Zeit in Anspruch nimmt, als für die'Arbeitan und für sich erforderlich wäre, indem zuerst der Zeitpunkt des Ausgiessens und nachherder Moment des vollkommenen Erkaltens abgewartet werden muss, was namentlich in denFällen unbequem ist, bei denen es — wie z. B. Nachts — auf rasche Dispensation ankommt.Diese Mängel werden theilweise vermieden durch Anwendung der
II. Füllmethode, welche darin besteht, dass das Medikament inkäufliche, verschliessbare, hohle Gelatinekapseln (Pohl) oder Kakaobuttersuppo-sitorien (Sauteb, Dieterich) eingefüllt wird.
Die medikamentöse Substanz wird entweder rein oder mit ein wenig
Fig. 159.
Supposito-
rien-Kapsel
aus Gelatine.
Fig. 160. Hohlformen für Suppositorien und Vaginalkugeln aus Kakaobutter.
von derjenigen Substanz, aus der die Hohlsuppositorien bestehen, oder mit einem anderen,-koiistituens vermischt, verwendet.