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2 (1902)
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Sulfur.

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Der Schwefel ist hart, geschmacklos und von hellgelber Farbe, welche bei Zunahmeder Temperatur intensiver, bei Abnahme der Temperatur blässer ist; bei 50" C. soll er(nach Schönbein) fast farblos sein. Bei gewöhnlicher Temperatur ist er ohne Geruch-Der Stangenschwefel hat nur einen schwachen eigenthümlichen Geruch, wenn er geriebenwird. Beim Reiben wird er negativ elektrisch. Staugenschwefel lässt beim Erwärmenoder in der warmen Hand ein knisterndes Geräusch hören und zerfällt dabei zuweilen inStücke. Das spec. Gew. des krystallisirten Schwefels ist 2,052,07. Er schmilzt bei114° C. zu einer dünnen gelblichen Flüssigkeit. Weiter erhitzt wird er braungelb unddickflüssiger, sodann plötzlich rothgelb und über 250° C. so dick, dass er kaum fliesst.Fährt man fort die Temperatur zu steigern, so wird er wieder flüssig, behält aber dierothe Farbe bei. Bei 445° C. ger'äth er ins Sieden und verwandelt sich in dunkel orange-gelbe Dämpfe, welche sich, mit kalter Luft vermischt, zu Schwefelblumen verdichten.Wenn man stark erhitzten geschmolzenen Schwefel in kaltes Wasser giesst, so bleibt ertagelang knetbar weich, braun und durchsichtig (amorpher Schwefel). Bei langsamerAbkühlung krystallisirt der geschmolzene Schwefel in braungelben, schiefen rhombischen Säulen(prismatischer Schwefel). Aus seiner Auflösung in Schwefelkohlenstoff krystallisirter in hellgelben Rhombenoktaedern. Die Entzündungstemperatur des Schwefels liegt bei266° C. Der Schwefel ist bei gewöhnlicher Temperatur unlöslich in Wasser, wenig löslichin Glycerin (1 : 2000), in Alkohol (1: 1000), in Aether (1 : 500), wenig löslich ferner inBenzol, Terpentinöl und anderen flüchtigen Oelen, am besten löslich ist er in Schwefel-kohlenstoff (1 : 3).

ErJcennung und Bestimmung. 1) Man erkennt den Schwefel an seinemäusseren Ansehen, namentlich, wenn man die schwefelhaltige Substanz mit Schwefelkohlen-stoff auszieht und diesen verdunsten lässt. Die Schwefelkrystalle sind dann ohne Schwierig-keit mit unbewaffnetem oder bewaffnetem Auge zu erkennen. Ferner verbrennt Schwefel,wenn man ihn an der Luft erhitzt, zu Schwefligsäuregas, welches leicht an seinemstechenden Gerüche zu erkennen ist. Leitet man dasselbe in Wasser und fügt Brom-Wasser bis zur Gelbfärbung hinzu, so ist die schweflige Säure in Schwefelsäure übergeführt,und letztere kann nun in bekannter Weise durch Baryumchlorid nachgewiesen werden.Durch Bildung von Schwefligsäuregas beim Erhitzen an der Luft (Rösten) kann derSchwefel auch in den meisten Mineralien nachgewiesen werden. Alle Schwefelver-oindüngen, gleichgiltig, ob sie organischer oder anorganischer Natur sind, geben mit^atriumkarbonat vor dem Löthrohr auf Kohle geschmolzen Hepar, d. h. feuchtet man dieSchmelze an und bringt sie auf eine blanke, entfettete Silbermünze, so erzeugt sie aufdieser einen braunen Fleck von Schwefelsilber.

Die Bestimmung des Schwefels erfolgt bisweilen in der einfachen Weise, dassMan die schwefelhaltige Substanz mit reinem (!) Schwefelkohlenstoff auszieht und dennach dem Verdunsten des Schwefelkohlenstoffs hinterbleibenden Rückstand wägt. Dieswürde zur Voraussetzung haben, dass der Schwefel durchweg in einer in Schwefelkohlen-stoff löslichen Modifikation zugegen ist. Diese Voraussetzung würde aber z. B. für alleJtot Sulfur depuratum oder Sulfur sublimatum hergestellten Mischungen nicht zutreffen,"iel häufiger bestimmt man den Schwefel als Schwefelsäure. Zu diesem Zwecke mischtuian 0,20,51,0 g der schwefelhaltigen Substanz mit der 3 fachen Menge wasserfreienNatriumkarbonats und der 4 fachen Menge Kalisalpeter, diese Mischung wird im Platin-tiegel vorsichtig bis zum Schmelzen erhitzt und einige Zeit im Schmelzen erhalten. Manzieht die erkaltete Schmelze mit heissem Wasser aus, säuert sie mit Salzsäure an unddampft die Lösung zur Zerstörung der Nitrate wiederholt mit Salzsäure ein. Dann löstMan den Rückstand unter Zusatz von etwas Salzsäure in heissem Wasser, filtrirt und fällt*n der heissen Flüssigkeit den Schwefel als Baryumsulfat (s. Bd. I, S. 126). Gefundenes^aSOi x 0,13734 = S.

Benzasphalt. Schwefeltheer.

»temkohlentheer dargestellt.

Wird durch Kochen von 2 Th. Schwefel in 3 Th.

Desinfektionskerzen, Scoir'sche, welche man in den Gruben der Abtritte ab-orennt, bestehen aus 20 Proc. Schwefel, etwas Gips, wenig (10 Proc.) Salpeter, Kohle undMehlkleister. Ziemlich zwecklos.

Einsehlag für Weinhändler. Zum Schwefeln der Weinfässer. 5 cm breite^ockene Shirtingstreifen werden durch geschmolzenen Schwefel gezogen, dann mit einemotärkekleisterschleim bestrichen, welcher mit dem Pulver von 1 Th. Rosenblumenblättern,^ Th. Lavendelblumen und 3 Th. Koriandersamen gemischt ist. Dann werden die Streifen