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Papaver.
t Extractum Papaveris fructus. Extractum capitum Papaveris. Extrait de(capsule de) pavot blaue (GalL). Aus geschnittenen Mohnköpfen wie Extr. Colocynthidis«all. (Bd. I, S. 934).
Sirupns Papaveris. Sirupus Capitum Papaveris. Sirupus Diacodion (fälsch-lich: P/iacodii). Mohnsirup. Beruhigungssaft. Sirop de pavot blanc. Sirop dia-code. Syrup ol Poppy. Germ.: 10 Th. mittelfein zerschnittene Mohnköpfe durchfeuchtetman mit 7 Th. Weingeist, lässt mit 70 Th. Wasser 24 Stunden stehen, dampft die zumSieden erhitzte Pressflüssigkeit auf 35 Th. ein, filtrirt und bereitet mit 65 Th. Zucker 100 Th.Sirup. — Austr. lässt 10 Th. Mohnköpfe mit 5 Th. verdünntem Weingeist und 50 Th.Wasser eine Stunde im Wasserbade digeriren, sonst ebenso. — Diet. empfiehlt, 10 Th. ge-pulverte Mohnköpfe mit 10 Th. Weingeist und 40 Th. Wasser 4 Stunden bei 35° O. aus-zuziehen und die Pressflüssigkeit mit Filtrirpapierabfall aufzukochen, wodurch die Wasser-menge vermindert und das Eindampfen vermieden wird. — Gall. (Sirupus cum extractoPapaveris albi): 1 Th. Extract. Papaveris albi löst man unter Erwärmen in 3 Th. Wein-geist (60proc), fügt 34 Th. Wasser hinzu und bringt mit 63 Th. Zucker zum Sirup. —Nat. form. 1. 875 cem Tinct. Papaveris (Nat. form.) dampft man bei gelinder Wärmeauf 450 cem ein, löst 775 g Zucker und bringt nach dem Erkalten mit q. s. Wasser auf1000 cem. 2. 125 cem Tinct. Papaveris mischt man mit 875 cem Sirup. Saechari. — Manwendet den Sirup thee- bis esslöff'elweise gegen Katarrh an. Die Abgabe im Handverkaufvermeidet man aus den oben angeführten Gründen am besten ganz und verabfolgt als Be-ruhigungsmittel eine Mischung aus Eenchel- und Süssholzsirup.
3) Die Samen:
Semen Papaveris (Germ. Helv.). Sem. Papaveris albnm. — Mohnsamen.Magsamen. — Semence ou graine de pavot. — Poppy-seeds.
Beschreibung. Die Samen des Schlafmohns sind schwarz, grau resp. graublau,braun oder weiss mit mannigfachen Uebergängen. Sie messen 0,88—1,41 mm in der Länge,
und zwar sind die schwarzen die kleinsten, die weis-sen die grössten. Nur diese werden pharmaceutischverwendet. Sie sind nierenförmig, an der eingebogenenStelle (Fig. 63 a) liegt das Hilum, die kurze Kaphe unddie Chalaza. Unter der Lupe erscheint der Same mitsechseckigen Maschen bedeckt, die durch eine Em-porstülpung der Epidermiszellen zu Stande kommen.Dieselben enthalten reichlich feinkörniges Kalkoxalat.Aus dem übrigen Gewebe der Samenschale ist nocheine Schicht gekrümmter Zellen mit getüpfelten Wän-den zu erwähnen. — Die Samenschale umschliesstein reichliches Endosperm und den gekrümmten Embryo. Beide enthalten in ihren dünn-wandigen Zellen neben Plasma fettes Oel und Aleuronkörner, die bis 7 ,« gross werden.Sie enthalten zahlreiche kleine Globoide und Krystalloide.
Bestandtheile nach Koenig. 7,46 Proc. Wasser, 19,36 Proc. Stickstoffsub-stanz, 38,44 Proc, Fett, 12,78 Proc. stickstofffreie Extraktstoffe, 17,69 Proc. Holz-faser, 4,27 Proc. Asche. In der Trockensubstanz: 20,92 Proc. Stickstoffsubstanz,41,54 Proc. Fett, 3,39 Proc. Stickstoff. — Die Samenschale enthält 8,7 Proc. Kalk-oxalat. Nach anderen Angaben beträgt der Fettgehalt bis 60 Proc. — Die Mohnsamenenthalten keine giftigen Alkaloide.
Aufbewahrung. Am besten nicht über ein Jahr, da sie leicht ranzig schmecken.Anwendung. Nur noch selten zu Emulsionen. In manchen Gegenden streut mandie Samen aufs Brot und verwendet sie auch sonst zur Speise.
4) Das fette Oel der Samen:
Oleum Papaveris (Germ.). — Mohnöl. — Huile de pavot. Huile d'oeillette.Huile blanche. — Poppy-oil. Poppy-seed-oil.
Beschreibung. Ein blassgelbes, dünnflüssiges, schwach riechendes, angenehmschmeckendes, trocknendes Oel. Es erstarrt bei — 18° C, löst sich in gleichen TheilenAether, 8 Th. heissem, 30 Th. kaltem Alkohol. Bei der Elaidinprobe bleibt es flüssig.Spec. Gew. 0,92—0,937. Verseifungszahl 192—195. Jodzahl 134—136. Mischt man 10 gMohnöl mit 5 g Salpetersäure und 5 g Schwefelsäure, so färbt es sich ziegelroth.
63. Samen von Papaver somniferum,schwach vergrössert.