Magnesium oxydatuni.
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10 com verdünnter Essigsäure ohne Färbung auflösen. Diese Lösung werde durch Schwefel-wasserstoffwasser nicht verändert (weisser Niederschlag = Zinksulfid) und darf wederdurch Baryumnitratlösung (Sulfate), noch, nach Zusatz von Salpetersäure, durch Silber-uitratlösung nach 5 Minuten mehr als opalisirend getrübt werden (Chloride). Spuren vonMagnesiumsulfat und Magnesiunichlorid sind in den meisten Präparaten enthalten undmüssen mit in den Kauf genommen werden. — 5) Löst man 1 g Magnesiumoxyd in einerMischung von 5 ccm Salzsäure und 15 ccm Wasser auf, so soll diese Lösung durch Zusatzvon 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht sofort (!) gebläut werden (Bisenverbindungen).
Auf einen Gehalt an Schwefelverbindungen (Sulfiden) prüft man, indem man diemit Wasser angerührte Magnesia in eine durch Essigsäure stark angesäuerte Bleiacetat-lösung einträgt. Dunkle Färbung oder dunkler Niederschlag ist auf Gegenwart von Sul-fiden zu deuten.
Aufbewahrung. Da die gebrannte Magnesia aus der Luft Kohlensäure undWasser aufnimmt und hierdurch in basisches Magnesiumkarbonat übergeht, so ist sie ingut geschlossenen, nicht zu grossen Gefässen aufzubewahren. Glasstopfen schliessen nichthinreichend dicht. Am besten haben sich Flaschen mit engem Halse und Korkverschlussmit Paraffindichtung bewährt. Die Dispensation erfolgt in Pulverflaschen mit Korken,wohl auch in Papiersehachteln.
Austr. schreibt vor: Von der gebrannten Magnesia sollen (zur Bereitung des Arsenik-Antidots) stets mindestens 150 g vorräthig sein. Sie ist in geeigneten Zwischenräumen aufeinen Kohlensäuregehalt zu prüfen. Im Falle sie kohlensäurehaltig befunden wird, istsie einer massigen Glühhitze zu unterwerfen.
Anwendung. Aeusserlich in Zahnpulvern und als Streupulver bei Wundsein.Innerlich als säureabstumpfendes Mittel bei Magenbeschwerden und als gelindes Abführ-mittel namentlich für Kinder und schwächliche Personen. Als Antidot wird es gegebenbei Vergiftungen mit Säuren, arseniger Säure. Im letzteren Falle beruht die Wirkungauf der Bildung von unlöslichem Magnesiumarsenit. In der Analyse benutzt man dasMagnesiumoxyd im frisch ausgeglühten Zustande zur Bestimmung des Ammoniaks- s. Bd. 1,S. 258. Hierzu genügt die vorstehend beschriebene, officinelle Sorte. Zur Schwefelbestim-mung nach Eschka bedarf man der ablolut reinen Sorte, s. w. unten.
II. Magnesium OXydatum ponderosum. Magnesia usta ponderosa. Magnesiaponderosa (Brit. U-St). Schwere gebrannte Magnesia. Heavy Magnesia. Henkt-Magnesia.
Sie wird dargestellt, indem man das schwere'Magnesiumsubkarbonat der beschrie-benen Glüh-Operation aussetzt. Ein specifisch dichtes, feines weisses Pulver von denEigenschaften des vorigen. Es unterscheidet sich von demselben dadurch, dass es nichtmit gleicher Leichtigkeit sich mit Wasser zu Magnesiumhydroxyd verbindet. Die dichteSorte darf deshalb auch nicht zur Bereitung der Magnesia-Milch als Arsenik-Antidotverwendet werden.
III. Magnesium hydroxydatum. Die reine Verbindung wird durch Fällen einerMagnesiumsulfatlösung durch Natronlauge und gründliches Auswaschen des Niederschlagesund zwar zunächst durch Dekanthiren und später auf dem Filter oder Colatorium dar-gestellt. Will man es in Pulverform darstellen, so presst man es ab und trocknet es zu-nächst bei gelinder Wärme, schliesslich bei 100° C. — In der Regel aber benutzt maneine Anschwemmung mit Wasser, wie eine solche z. B. von der Pharm. Germ. II als Mag-nesium hydricum jmltiforme zur massanalytischen Bestimmung des Bittermandelwassersaufgenommen war. Zu antidotischen Zwecken bereitet man das Magnesiumhydroxyd inder Kegel durch Anrühren von Magnesiumoxyd mit Wasser. Hierbei muss betont werden,dass nur die leichte Magnesia (nicht auch die schwere) sich mit Wasser rasch zu Mag-nesiumhydroxyd verbindet und dass diese Verbindung durch Erwärmen befördert wird. Aberauch bei der leichten Magnesia wird der Uebergang in Magnesiumhydroxyd verzögert,wenn sie zu lange oder zu stark geglüht und infolgedessen dichter geworden ist.