Lycopodium.
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Pollen von Pinus silvestris und anderen Pflanzen. — Alle diese Verfälschungensind durch das Mikroskop ohne weiteres aufzufinden, Stärke durch Jodreaktion, anorganischeVerfassungen erhöhen den Aschengehalt und sind schwerer wie Chloroform. Das Vor-kommen fremder Pollenkörner ist wohl unter allen Umständen als unbeabsichtigte Ver-unreinigung aufzufassen.
Einsammlung. Man sammelt vom Juli bis September die die Sporenbehältertragenden Aehren und aus diesen, nachdem man sie in Schüsseln an der Sonne getrocknethat, durch Klopfen und Schütteln die Sporen. Durch Abschlagen auf einem feinen Flor-siebe werden sie von fremden Pflanzentheilen gereinigt. Von dem Lycopodium des Handelsentspricht nur eine als „bis depuratum" bezeichnete Waare den Anforderungen der Arznei-bücher, sobald sie die mikroskopische Prüfung besteht; diese auszuführen sollte man nie-mals unterlassen.
Aufbewahrung. Man bewahrt kleine Vorräthe in Hafengläsern, grössere inBlechbüchsen oder innen mit Papier ausgeklebten Holzkästen auf. Bisweilen beobachtet
Fig. 28. Sporen von Lycopodium clavatum. 900mal vergr. a. von der Seite, b. von oben. c. von unten.
nach Ltterssen.
man, dass das Lycopodium während der Aufbewahrung an Beweglichkeit verliert und in
den oberen Schichten eine mehr oder weniger klümperige Beschaffenheit annimmt: ist
dieses auf die Anwesenheit von Pflanzenresten, die sich an der Oberfläche der speeifisch
schwereren Sporenmasse ansammeln, also auf ungenügende Reinigung
zurückzuführen, so genügt einfaches Absieben durch ein Plorsieb, den
Uebelstand zu beseitigen.
Amvendung. Innerlich zu 1,0—4,0 g als krampfwidriges Mittel,besonders bei Blasenkatarrh in Form einer Schüttelmixtur. Behufs An-fertigung solcher „Lycopodium-Emulsion" reibt man die Sporen in einemAusgussmörser unter starkem Druck solange, bis sie ein scheinbarfeuchtes Pulver darstellen, setzt dann nach'und nach das Wasser hinzu,seiht die Mischung aber nicht durch. Aeusserlich rein oder mit Zink-oxyd und dergl. gemischt zu Streupulvern gegen Wundsein bei Kindernund starken Personen; bei nässenden Flechten; solche Streupulver mischtman, ohne das Lycopodium vorher unter Druck zu verreiben. In der schesStreuiläschchenReceptur zum Bestreuen von Pillen und Pastillen, wofür man zweckmässig ur ycopo lum 'ein HAMMEs'sches Streugläschen (Fig. 29) zur Hand hält.
Beim Arbeiten mit Lycopodium ist zu beachten, dass dasselbe, in eine Flammegeblasen, sich leicht entzündet und blitzartig verbrennt (daher seine Verwendung als „Blitz-pulver" für Bühnenzwecke); man hüte sich also, dasselbe in der Nähe offener Flammenzu verstäuben.
Fig. 2!). Hammkr-
Linctus diureticus Hufeland.
Emulsio Lycopodii.
Hueeland's harntreibender Trank.
Ep. Lycopodii 20,0
Sirupi Althaeae 40,0
Aquae destillatae 140.0.
F. 1. n. emulsio. (Vergl. ölten.) Bei Harnzwang
stündlich esslüifelweise.
Lycopodium salicylatum (E. Dietertch).Salicyl-Lycopodium.Rp. 1. Acidi salicylici 1,0
2. Spiritus 50,0
3. Lycopodii 100,0.
Man mischt die Lösung von 1 in 2 mit 3 undtrocknet bei gelinder Wärme. (Eiserne Olefässezu vermeiden!)