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Lithium salicylicum — Lobelia.
Anwendung. Nach Vulpian vervollständigt das Lithiumsalicylat in gewissenFällen die Wirkung des Natriumsalicylates, indem es z. B. bei akutem Gelenkrheuma-tismus die letzten Spuren des Fiebers beseitigt, welche dem Natriumsalicylat oft hart-näckig Widerstand leisten. Man giebt Erwachsenen 4 bis 5mal täglich je 1 g in aroma-tischen Wässern gelöst bei akutem und chronischem Gelenkrheumatismus und rheumatischenAffektionen der Sehnen.
Lithium Chinicum. Chinasaures Lithium. Lithiumchinat. ürosin. C„H,(OH) 4C0 2 Li. Mol. Gew. = 198.
Das Präparat wird dargestellt durch Zusammenbringen von Chinasäure und Lithium-karbonat. Des besseren Geschmackes wegen wird [die; Chinasäure nicht vollständig neutra-Üsirt, sondern es wird eine kleine Menge Chinasäure [in freiem Zustande belassen. Wäh-rend das völlig neutralisirte Lithiumchinat aus 96,47 Proc. |Chinasäure und 3,53 Proc.Lithium besteht, hat das ürosin die Zusammensetzung 96,77 (Proc. Chinasäure und3,23 Proc. Lithium.
Da das wasserfreie Salz C 6 H,(0H 4 )C0 2 Li zerfliesslich ist, so kommt nicht dieses,sondern seine konc. Lösung in den Handel. Der Gehalt dieser Lösung sowohl wie der.jenige der übrigen Präparate wird nach dem Gehalte an Chinasäure bezeichnet. (!)
Ürosin. 50procentige Lösung, d. h. eine wässerige Lösung, 50 Proc. Chinasäure,zum grössten Theile an Lithium gebunden, enthaltend. Eine sirupdicke, farblose Flüssig-keit von saurer Keaktion und säuerlichem Geschmack. Mit Wasser in jedem Verhältnissmischbar. Die wässerige Lösung giebt mit Silbernitrat eine weisse Trübung, die durchAmmoniak aufgehoben wird.
Lobelia.
Gattung der Campanulaceae—Lobelioideae.I. J Lobelia. infiata L. Heimisch im östlichen Nordamerika.
Beschreibung. Einjähriges Kraut mit bis 60 cm hohem, besonders an den Kantenrauhhaarigem Stengel. Blätter eiförmig oder lanzettlich, am Rande kerbig gesägt, die unterenbis 7 cm lang und kurz gestielt. Auf den Nerven der Unterseite sind sie zerstreut be-haart. Der end- oder achselständige Blüthenstand ist traubenförmig. Korolle blassblau,getrocknet weisslich, vom charakteristischen Baue der Lobeliaceenblüthe. Der unterstän-dige Fruchtknoten entwickelt sich zu einer aufgeblasenen, fast kugeligen, zehnrippigen,am Scheitel fachspaltig-zweiklappig aufspringenden Kapsel. Die zahlreichen Samen sindbraun, länglieh, netzgrubig-punktirt, 0,5—0,7 mm lang.
Das normal gebaute Blatt hat im Phloemtheile der Gefässbündel wenig auffallendeMilchröhren, auf beiden Seiten einzellige, dickwandige Haare, die mit Cuticularwarzenversehen sind.
Man verwendet das blühende Kraut:
f Herba Lobeliae (Austr. Germ.' Helv.). Lobelia (Brit. U-St). Herba Lobeliaeinflatae. — Lobelienkraut. Indianischer Tabak. — Lobelie. Lobelie enflee (Gall.).— Indian Tabacco.
Bestandtheile. Zwei, besonders in den Samen enthaltene, Alkaloide: Lobelinamorph, färb- und geruchlos, wenig in Wasser, leicht in Alkohol, Aether, Chloroform undSchwefelkohlenstoff löslich; wirkt brechenerregend. Inflatin, in grossen Krystallen, un-löslich in Wasser, löslich in Alkohol, Aether etc. Im Milchsaft soll eine eigenthümlicheSäure und ein Glukosid (Lobelacrin) enthalten sein. — Die Samen enthalten 30 Proc.fettes Oel.
Aufbewahrung. Vor Licht geschützt in Blechbüchsen oder braunen Hafen-gläsern, nach Austr. und Germ. IV vorsichtig.
Anwendung. Wirkung und Anwendung ist ähnlich der von Nicotiana. Man be-nutzt das Kraut, in der Regel als Tinktur, für sich oder mit Bittermandelwasser, besonders