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2 (1902)
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172
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172

Kalium Kali.

Die geklärten Flüssigkeiten dampft man alsdann auf einem gut ziehenden Herdein einem blanken eisernen Kessel bis auf ein passendes spee. Gew. (z. B. 1,33) ab. Manfüllt alsdann die halberkaltete Lauge in gut zu versohliessende Flaschen, lässt absetzenund giesst entweder klar ab oder filtrirt durch Glaswolle oder Asbestfilter.

Eigenschaften. Eine klare, fast farblose oder nur schwach gelblich gefärbteFlüssigkeit, mit Wasser und Weingeist klar mischbar, von stark alkalischer Reaktion undbei stärkeren Koncentrationen von sogenanntem Laugengeruch. Der Gehalt der Kalilaugeder verschiedenen Pharmakopoen an festem Kalihydrat ist ein ausserordentlich wechselnder.Es verlangen:

Brit. Germ. Heb'. U-St.

Spec. Gew. bei 15° 0............1,058 1,1261,130 1,33 1,036

Gehalt an KOH.............' 5,85% ca.l5,0°/ 0 33,0°/ 0 5,0 °/o

10,0 g Kalilauge verbrauchen com Normal-Salzsäure 10,4 26,8 58,9 8,9.

Die nachstehende Tabelle giebt den Procentgehalt von Kalihydratlösungen an; dochist zu beachten, dass diese Angaben sich auf das völlig reine Präparat beziehen, alsogegenüber den Lösungen des rohen Aetzkalis sich geringe Abweichungen ergeben müssen.

Specifisches Gewicht der Kalilauge bei verschiedenem Gehalt an KOH.

Temperatur 15° C. (nach Gerlach).

Proc.KOH

Spec. Gew.

Proc.KOH

Spec. Gew.

Proc.KOH

Spec. Gew.

Proc.KOH

Spec. Gew.

Proc.KOH

Spec. Gew.

1

1,009

13

1,111

25

1,230

37

1,374

49

1,527

2

1,017

14

1,119

26

1,241

38

1,387

50

1,539

3

1,025

15

1,128

27

1,252

39

1,400

51

1,552

4

1,033

16

1,137

28

1,264

40

1,411

52

1,565

5

1,041

17

1.146

29

1,278

41

1,425

53

1,578

6

1,049

18

1,155

30

1,288

42

1,438

54

1,590

7

1,058

19

1,166

31

1,300

43

1,450

55

1,604

8

1,065

20

1,177

32

1,311

44

1.462

56

1,618

9

1,074

21

1,188

33

1.324

45

1,475

57

1,630

10

1,083

22

1,198

34

1,336

46

1,488

58

1,641

11

1,092

23

1,209

35

1,349

47

1,499

59

1,655

12

1,101

24

1,220

36

1,361

48

1,511

60

1,667

Prüfung. Diese ist in gleicher Weise wie die des Kali causticum auszuführen-Man achte ausserdem noch auf einen etwaigen Gehalt an Ammoniak: Fällt man eineKupfersulfatlösung 1 : 10 mit einem Ueberschuss von Kalilauge, so darf das Filtrat nichtbläulich gefärbt erscheinen und auf Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser nicht dunkelgefärbt worden. Von einem Ammoniakgehalte kann die Kalilauge übrigens durch Aus-kochen befreit werden.

Die Gehaltsbestimmung führt man zweckmässig durch Titriren einer gewogenen odergemessenen Menge Kalilauge mit Normal-Salzsäure unter Benutzung von Methylorange alsIndikator aus. Die für die Kalilauge der einzelnen Pharmakopoen zu verbrauchenden MengenNormal-Salzsäure sind oben angegeben.

Aufbewahrung. Da Korkstopfen durch Kalilauge zerstört werden, diese auchin Berührung mit Kork braun gefärbt wird, so bewahre man die Kalilauge in Flaschenmit Glasstopfen auf. Um das Einkitten der letzteren zu verhindern, bestreiche man dieGlasstopfen schwach mit Paraffinsalbe. Gute Kautschukstopfen eignen sich zwar auch alsVerschluss, sie werden aber leicht schlüpfrig und springen dann ohne äussere Veranlassung'bezw. schon in Folge geringer Ausdehnung- der im Gefässe eingeschlossenen Luft aus demHalse heraus. Durch wiederholtes Oeffnen der Gefässe wird die Kalilauge immer reicheran Kaliumkarbonat. Vorsichtig aufzubewahren.

Anwendung. Kalilauge als solche findet bisweilen äusserlich Anwendung z uerweichenden Waschungen (1 : 10) oder Bädern (150300,0 auf ein Vollbad), zu Injektioneil(0,51,0:100,0). Der innere Gebrauch ist wohl völlig verlassen worden.