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Kalium — Kali.
Die geklärten Flüssigkeiten dampft man alsdann auf einem gut ziehenden Herdein einem blanken eisernen Kessel bis auf ein passendes spee. Gew. (z. B. 1,33) ab. Manfüllt alsdann die halberkaltete Lauge in gut zu versohliessende Flaschen, lässt absetzenund giesst entweder klar ab oder filtrirt durch Glaswolle oder Asbestfilter.
Eigenschaften. Eine klare, fast farblose oder nur schwach gelblich gefärbteFlüssigkeit, mit Wasser und Weingeist klar mischbar, von stark alkalischer Reaktion undbei stärkeren Koncentrationen von sogenanntem Laugengeruch. Der Gehalt der Kalilaugeder verschiedenen Pharmakopoen an festem Kalihydrat ist ein ausserordentlich wechselnder.Es verlangen:
Brit. Germ. Heb'. U-St.
Spec. Gew. bei 15° 0............1,058 1,126—1,130 1,33 1,036
Gehalt an KOH.............' 5,85% ca.l5,0°/ 0 33,0°/ 0 5,0 °/o
10,0 g Kalilauge verbrauchen com Normal-Salzsäure 10,4 26,8 58,9 8,9.
Die nachstehende Tabelle giebt den Procentgehalt von Kalihydratlösungen an; dochist zu beachten, dass diese Angaben sich auf das völlig reine Präparat beziehen, alsogegenüber den Lösungen des rohen Aetzkalis sich geringe Abweichungen ergeben müssen.
Specifisches Gewicht der Kalilauge bei verschiedenem Gehalt an KOH.
Temperatur 15° C. (nach Gerlach).
Proc.KOH
Spec. Gew.
Proc.KOH
Spec. Gew.
Proc.KOH
Spec. Gew.
Proc.KOH
Spec. Gew.
Proc.KOH
Spec. Gew.
1
1,009
13
1,111
25
1,230
37
1,374
49
1,527
2
1,017
14
1,119
26
1,241
38
1,387
50
1,539
3
1,025
15
1,128
27
1,252
39
1,400
51
1,552
4
1,033
16
1,137
28
1,264
40
1,411
52
1,565
5
1,041
17
1.146
29
1,278
41
1,425
53
1,578
6
1,049
18
1,155
30
1,288
42
1,438
54
1,590
7
1,058
19
1,166
31
1,300
43
1,450
55
1,604
8
1,065
20
1,177
32
1,311
44
1.462
56
1,618
9
1,074
21
1,188
33
1.324
45
1,475
57
1,630
10
1,083
22
1,198
34
1,336
46
1,488
58
1,641
11
1,092
23
1,209
35
1,349
47
1,499
59
1,655
12
1,101
24
1,220
36
1,361
48
1,511
60
1,667
Prüfung. Diese ist in gleicher Weise wie die des Kali causticum auszuführen-Man achte ausserdem noch auf einen etwaigen Gehalt an Ammoniak: Fällt man eineKupfersulfatlösung 1 : 10 mit einem Ueberschuss von Kalilauge, so darf das Filtrat nichtbläulich gefärbt erscheinen und auf Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser nicht dunkelgefärbt worden. Von einem Ammoniakgehalte kann die Kalilauge übrigens durch Aus-kochen befreit werden.
Die Gehaltsbestimmung führt man zweckmässig durch Titriren einer gewogenen odergemessenen Menge Kalilauge mit Normal-Salzsäure unter Benutzung von Methylorange alsIndikator aus. Die für die Kalilauge der einzelnen Pharmakopoen zu verbrauchenden MengenNormal-Salzsäure sind oben angegeben.
Aufbewahrung. Da Korkstopfen durch Kalilauge zerstört werden, diese auchin Berührung mit Kork braun gefärbt wird, so bewahre man die Kalilauge in Flaschenmit Glasstopfen auf. Um das Einkitten der letzteren zu verhindern, bestreiche man dieGlasstopfen schwach mit Paraffinsalbe. Gute Kautschukstopfen eignen sich zwar auch alsVerschluss, sie werden aber leicht schlüpfrig und springen dann ohne äussere Veranlassung'bezw. schon in Folge geringer Ausdehnung- der im Gefässe eingeschlossenen Luft aus demHalse heraus. — Durch wiederholtes Oeffnen der Gefässe wird die Kalilauge immer reicheran Kaliumkarbonat. Vorsichtig aufzubewahren.
Anwendung. Kalilauge als solche findet bisweilen äusserlich Anwendung z uerweichenden Waschungen (1 : 10) oder Bädern (150—300,0 auf ein Vollbad), zu Injektioneil(0,5—1,0:100,0). Der innere Gebrauch ist wohl völlig verlassen worden.