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2 (1902)
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Jalapa.

Jalapae dar, indem man diese mit Wasser und dann mit Aether behandelt, der ungelösteRest ist unreines Convolvulin.

Der Harzgehalt (vergl. unten) wird von den Arzneibüchern wie folgt normirt:Germ. Helv. 7 Proc., Austr. 10 Proc., Brit. 911 Proc, U-St. 12 Proc, Gall.1518 Proe. Damit sind die Forderungen gegen früher zum Theil bedeutend herabgegangen.Offenbar ist das veranlasst durch eine Reihe von Veröffentlichungen, denen zufolge der Harz-gehalt jetzt viel niedriger sei als früher, weil vermuthlich der Droge, und besonders dergepulverten, ein Theil des Harzes entzogen werde. Darauf mehrfach vorgenommene, um-fangreiche Untersuchungen haben das Falsche dieser Ansicht dargethan und gezeigt, dassKnollen mit 10 Proc. Harz auch gegenwärtig unschwer zu beschaffen seien. Kulturver-suche in Indien haben gezeigt, dass die Knollen am harzreichsten auf mit Superphosphatgedüngtem Boden sind. Die Bestimmung des Harzgehaltes wird vorgenommen, indemman 5 g der gepulverten Droge in einem Soxhlet mit 95 proe. Alkohol extrahirt, denAuszug verdunstet und wägt.

Sorten, Verfälschungen, Prüfung. Kleinere, rundliche, feste und harteKnollen gelten als gehaltreicher als sehr grosse, langgestreckte, leichte und oft im Innernhohle; ganz zu verwerfen sind die der Droge zuweilen beigemengten, gespaltenen Stengel,deren Stärkekörnchen unter dem Mikroskop keine Schichtung erkennen lassen, woran mansie auch im Pulver erkennen kann. Knollen, denen das Harz theilweise entzogen ist,

sind mit einer glänzenden Harzschicht bedeckt und die Harz-zellen im Innern theilweise leer.

Ferner werden der Droge zuweilen Knollen und Wurzeln

anderer purgirend wirkender Convolvulaceen beigemengt,

so die Tampicowurzel von Ipomaea simulans Han-

bury, die Orizabawurzel, Stipites Jalapae, Radis

Mechoacannae von Ipomaea orizabensis Ledanois,

die Turpithwnrzel von Ipomaea Turpethum R. Br.

(vergl. unten), die brasilianische Jalape von Ipomoea

operculata Martius und die Scammoniumwurzel von

Convolvulus Seammonia L. Sie sind sämmtlich heller,

mehr in die Länge gestreckt und von abweichendem Bau.

Getrocknete Birnen, Kartoffeln, Paranüsse (von Bertholletia excelsa

H. B. K.), die als Verfälschungen vorkommen sollen, sind mit einiger Aufmerksamkeit leicht

zu erkennen.

Aufbewahrung. Die Jalapa rindet unzerkleinert keine Verwendung, man hältsie deshalb gewöhnlich nur als Pulver vorräthig, schon deshalb, weil die vorgeschriebeneUntersuchung auf den Harzgehalt ohnehin nicht mit einzelnen Knollen, sondern mit einerDurchschnittsprobe augestellt werden muss. Man zerstösst sie zunächst gröblich, trocknetbei etwa 40° C. und verwandelt sie dann, je nachdem sie zur Extraktgewinnung oder zuRecepturzwecken Verwendung finden sollen, in ein grobes oder ein sehr feines Pulver undbewahrt dieses vorsichtig, trocken und vor Licht geschützt auf. Beim Pulvern sind dieüblichen Vorsichtsmassregeln zum Schutze der Augen und Athmungswerkzeuge zu treffen,denn letztere werden durch den Staub heftig angegriffen. Der beim Pulvern bleibendeRückstand wird gesammelt und gelegentlich auf Harz verarbeitet.

Das käufliche Pulver ist mancherlei Verfälschungen ausgesetzt; man hat es dahersowohl auf den richtigen Harzgehalt, als auch mikroskopisch zu untersuchen (siehe oben)-Anwendung. Jalapa dient in kleineren Gaben, von 0,10,3 g, zur Anregungder Darmthätigkeit, zu 1,02,0 g als starkes Abführmittel; in noch grösseren Gaben be-wirkt sie Kolik und schmerzhaften Stuhldrang. Kindern giebt man halb so grosse Dosenwie Erwachsenen und hier wird Jalapa besonders bei Santoningebrauch zur Entfernungder DaTmparasiten angeordnet. Nach 1 g Resina Jalapa ist in einem Falle der Tod ein-getreten. Helv. schreibt als Höchstgabe 1 g, auf den Tag 5 g vor. Jalapa und Jalapenharzsind dem freien Verkehr entzogen und dürfen nur gegen ärztliche Verordnung abgegeben

Fig. 6. Stärkemehl aus TuberaJalapae. 280 mal vergrössert.

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