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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Arzxeiverordnungslehre.

•werden, wie Liquor kalii arsenicosi. Solche Lösungen heissen im Arznei-buche f. d. D. R., wenn wässrig meist „Liquores"; doch gehörenhierher auch noch einige der „Aquae", nämlich: Aq. Calcariae (Ph.Helv.: Calcium hydric. solutum), carbolisata (Ph.Helv.: Aq. phenolata),chlorata, cresolica, Picis, Plumbi, Rosae (Ph. Helv. hat noch: Aq. Seda-tiva, kampher- und ammoniakhaltig). (Ph. Helv. hat die Bezeichnung„Liquor" aufgegeben und sagt z. B. statt „Liq. Ferri sesquichlor."„Ferr. sesquichlor. solutum".) (Die anderen „Aquae" sind durch Destil-lation von aromatischen Drogen mit Wasser gewonnen.) Ist das Lösungs-mittel (Menstruum) dagegen Spiritus, so heissen diese Lösungen meist„Spiritus", wobei zu merken, dass nicht alle „Spiritus" durch Auf-lösen gewonnen werden; vielmehr sind die aus aromatischen Pflanzen-tbeilen bereiteten Spiritus (Spir. Lavandulae, Melissae compos. Juniperiu. s. w.) im Allgemeinen durch Destillation hergestellt, währendSpir. Menthae und auch der Spiritus Sinapis durch Auflösen des äthe-rischen Oels in Spiritus bereitet werden. Folgende spirituöse Lösungenführen den Namen „Tinctura": Tinct. Aloes, Aloes composita (Ph.Helv.: Asae foetidae), Benzoes, Ferri pomata, Jodi (Ph. Helv.: Kino),Myrrhae, ferner die durch Mischung wässriger Lösungen mit Spiritusund Aether erzeugten: Ferri chlorati aetherea (heisst in Ph. Helv.:Spiritus aethereus ferratus; Ph. Helv. hat auch noch Tinct. Ferri acetic.aetherea, die mit Essigäther und Weingeist bereitet ist); die meisten„Tincturen" sind dagegen durch Extraction (s. unten) von Pflanzenmittels Spiritus gewonnen.

Folgende pharmaceutische Operationen sind officinell:Concidere (zerschneiden), contundere (grob zerstossen), raspare(raspeln), pulverare (pulvern), solvere (auflösen), decoquere (abkochen),infundere (heiss übergiessen), extrahere (extrahiren, d. h. mittels einerFlüssigkeit die löslichen Bestandtheile aus einer Droge, z. B. Rinde,Wurzel u. s. w. herausziehen), und zwar entweder durch: macerare(kalt, d. i. bei 15—20° C, einweichen) oder digerere (bei 35—40° C);die so gewonnene Extractionsflüssigkeit, die, wenn spirituös, Tincturheisst, kann eingedampft werden (evaporare, inspissare), und das Zu-rückbleibende heisst dann „Extractum" (das Extract); destillare (de-stilliren), (wässrige Destillate heissen „Aquae", spirituöse „Spiritus"[s. oben]).

Officinalf ormeln. Die Pharmakopoen haben einige Recepte formulirtund den nach diesen Recepten angefertigten Arzneien einen bestimmten Namengegeben, z. B. Brustthee, Speeies pectorales, für welchen Thee (in Deutschland)8 Tille. Eibischwurzel, 3 Thle. Süssholz, 1 Thl. Veilchenwurzel, 4 Thle. Huflattig-blätter, 2 Thle. Wollblumen, 2 Thle. Anis grob zerkleinert miteinander zu mischensind. Ein Arzt, welcher verschreibt: