330
Emotxientia.
Wird in der Therapie selten gebraucht, nur als Constituens für Pillen oder alsSuspensionsmittel für pulverförmige Arzneimittel in Wasser.
Tubera Salep, Salepknollen. Die meisten der in Europa und Nordasien vor-kommenden Orchideen, welche knollige Wurzeln haben, enthalten Salepschleim,hauptsächlich aber Orchis morio (L.), militaris (L.) und andere Ophrydeen.
Der levantinische Salep, welcher gewöhnlich im Handel als der vorzüglichstebezeichnet wird, hat eine mandelartige Form. Sein wesentlicher Bestandtheil istein in ihm zu 48 °/o enthaltener Schleimstoff. Ausserdem enthält er etwas Albuminund Zucker. Wird Salep zu mehr als S 0 / 0 mit Wasser Übergossen, so bildet sicheine Gallerte.
„Decocte" von Salep, 1 %, (richtiger oder besser: kalt bereitete Infuse) werdenals reizmilderndes Getränk hauptsächlich bei Diarrhöen und acuten Darmkatarrhenangewendet. Als die Cholera im Jahre 1831 mit grosser Macht in Europa ein-brach, waren Salepabkochungen im Orient und Italien das Hauptmittel. DieseDecocte dienen auch als Vehikel und Corrigentia bei Verabreichung von Säurenund anderen irritirenden Stoffen.
Aehnlich: Carrageen, isländisch Moos. Ferner: Liehen Islandicus (ab ama-ritie liberatus), s. unter „Arnara". — Auch die Amygdalae dulces (resp. Mandel-milch) (s. a. Arzneiverordnungslehre unter „Emulsiones"), s. weiter unten unter„Oleosa", sind hier zu nennen.
Semen Lini, Leinsamen. Die Samen von Linum usitatissimum (L.) (Linee),Flachs, enthalten ein fixes Oel, Leinöl, zu 73 ihres Gewichtes und eine schleimigeSubstanz, welche mit Wasser extrahirt wird. Sie werden zerstossen oder gemahlenals F a r i n a s e m i n u m L i n i zu Cataplasmen gebraucht. Auch innerlich werden„Abkochungen" (besser: kalt bereitete Infuse) von Leinsamen als Emolliens ver-wendet, doch ist der interne Gebrauch wegen des unangenehmen Geschmacks sehrbeschränkt, 15—30,0 auf 200—400,0.
Radix Althaeae, Eibischwurzel. Die Wurzel von Althaea officinalis (L.) (Mal-vacee). Die 15—20cm lange Wurzel ist äusserlich gelb, inwendig weiss. Ge-trocknet verliert sie ihre äussere Hülle; die weisse Wurzel wird theils in Stückenvon mehreren Centimetern Länge aufbewahrt, meist aber in kleine würfelförmigeStücke geschnitten; sie besitzt einen eigenthümlichen Geruch und Geschmack undgibt beim Kauen viel Schleim ab.
Der Hauptbestandtheil der Wurzel ist ein Schleimstoff (25 °/o), ausserdem ent-hält sie Stärke, Pektin, Zucker und eine Spur fetten Oeles.
Sie wird innerlich als Emolliens in Form von Thee (am besten kalt zu bereiten),5—10,0 auf 100,0 Colatur gebraucht. Die Aufgüsse dienen auch als Vehikel fürMixturen, die gepulverte Wurzel als Constituens für Pulver und Pillen.
In ähnlicher Weise werden verwendet:
Folia Farfarae (Tussilago farfara, Composite), Huflattich.
Flor es etFoliaMalvae (Malvaeee), Malve (Malva silvestris).
Flores Verbasci (Verbascmn phlomo'ides und thapsiforme, Scrophularineen),Wollblumen.
Semen Faenugraeci (Trigonella Faenum graecum, Papilionacee), Bocks-horn- oder Hornkleesamen (unangenehm riechend).
(Ph. Helv.: Semen Cydoniae, Quittensamen [Pomacee]; von Cydonia vulgaris,davon: Mucilago Cydoniae.)
2. Oleosa, Oelhaltige Mittel, Oele u. s. w.
Oleum ölivarum, Olivenöl. Wird durch Auspressen der Früchte von Oleaeuropaea (L.) gewonnen. Es ist vielfachen Verfälschungen ausgesetzt. Der wesent-liche Bestandtheil ist das Ole'in, richtiger Triole'in genannt,