Mucilaginosa. Schleimige Mittel.
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weniger sauer als in rein wässeriger Lösung schmecken, so ist die „Reiz-milderung" durch schleimige Stoffe sichergestellt; vermuthlich ist hier-bei die grössere Steifigkeit der Flüssigkeit das Entscheidende, da dieDiffusionsvorgänge selber durch dieMucilaginosa nicht verzögert werden.Aber doch können chemische Processe behindert oder verzögert werdendadurch, dass sonst unlösliche, sich zusammenballende Niederschlägein „colloider Lösung" bleiben. Therapeutisch erfüllen sie verschiedeneZwecke. Mucilaginosa werden als „einhüllende" Mittel benutzt, wenneine scharfe flüssige Arznei innerlich gebraucht werden soll. Einzelnewerden für sich als Medicamente verordnet; z. B. bei entzündlichen oderulcerösen Affectionen der Digestionsschleimhaut, um deren Oberflächezu schützen, als Deckmittel der wunden Schleimhaut zu wirken. Beiinnerlicher Darreichung trifft dies bezüglich der Respirationsschleim-haut weniger zu, obwohl sie bei ähnlichen Vorgängen dieser Partienauch häufig angewendet werden; hier beschränkt sich die einhüllendeWirkung auf den Pharynx und die äusseren Theile des Larynx; wenndiese in irritirtem Zustande sich befinden, so wirken die schleimigenMittel günstig, gerade so wie umgekehrt irritirende Getränke, z. B.Wein, Schnaps, in solchen Fällen Hustenreiz hervorrufen. Von einerresorptiven Wirkung auf die Bronchialschleimhaut kann nicht wohl dieRede sein; wir wissen nicht einmal, was mit den schleimigen Stoffenim Darmcanale vorgeht. Sie sind lediglich örtlich wirkende Stoffe.
Gummi arabicum (Gummi Acaciae). Unter den Pflanzen, welche Gummiproduciren, ist Acacia Senegal (Willuenow), ein kleiner Baum (Leguminose),welcher reichlich in den sandigen Gebieten Westafrikas, aber auch in den Länder-gebieten des nördlichen Afrika wächst, in erster Linie zu erwähnen. Die ursprüng-lich dickflüssige Gummimasse dringt spontan aus der Rinde heraus oder wirddurch Einschnitte erhalten. Getrocknet kommt sie in erbsen- bis nussgrossenStücken in den Handel. Die guten Sorten sind vollkommen klar und farblos; diegeringeren haben eine gelbe bis braune Farbe und sind undurchsichtig.
Bei gewöhnlicher Temperatur löst sich Gummi in gleichen Theilen Wasserund bildet eine schwach opalisirende, schleimige Flüssigkeit von unangenehmemGesohmacke und schwach saurer Reaction. In Alkohol ist es nicht löslich. Gummi-lösungen werden nicht gefällt durch neutrales essigsaures Blei, salpetersauresSilber, Sublimatlösung und Jodverbindungen, dagegen durch starken Alkohol,Eisensalze und durch basisch essigsaures Blei. Diese Verhältnisse beziehen sichjedoch nur auf das reine echte arabische Gummi.
Präparate: 1) Gummi arabicum. 2) Mucilago gummi arabici; eineLösung von 1 Thl. Gummi auf 2 Thl. destill. Wassers. [Sirupus gummiarabici (Ph. Helv.), 10 Gummi, 9 Wasser, 1 Pomeranzenblüthwasser, 80 Zucker-sirup.]
Tragacantha (Gummi Trag-acanthae), Traganthgummi. Die Gummi-absonderung von verschiedenen Astragalusarten (Leguminosen) in Griechenland,der Türkei, Kleinasien und Persien. Durch Einschnitte in die Rinde gewonnen;nimmt beim Erhärten eine wurmartige oder blattartige Form an. Traganthgummiabsorbirt sehr leicht Wasser und quillt dadurch auf. Man erhält durch Wasserkeine Lösung, sondern nur eine aufgequollene schleimige Masse.