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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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EXCITAXTIA. ÄNAI.EPTICA.

So auch: Herba Serpylli, wilder Thymian (Quendel), und Herba Thymi, Garten-thymian.

Flores Lavandulae, Lavendelblüthen. Die Blüthen von Lavandula vera (La-hiate); meist als Geruchscorrigens u. s. w. (Spirit. Lav.).

Zu nennen sind noch: Flores Aurantii, Flores Rosae (Rosenblätter), RhizomaIridis florentinae (Veilchenwurzel), als Geruchscorrigentien.

Flores Arnicae, Wolverlei. Die Blüthen von Arnica montana (L.) (Composite)sind gross, bräunlich-orangegelb, haben einen schwachen, aromatischen Geruch,der durch sehr kleine Mengen eines ätherischen Oeles bedingt ist. Gegen Ende desvorigen Jahrhunderts kamen Wurzeln und Blüthen von Arnica sehr in Aufnahmeals Excitans und Analepticum; die Wurzel hat ein von dem in den Blüthen ent-haltenen verschiedenes Oel. Man glaubte (irrthümlich) eine Zeit lang auch, diesePflanze wirke ähnlich wie Chinarinde.

Man gibt Flores Arnicae als Infusum zu 5—10,0 auf 100—200,0 Colatur. Sehrbeliebt als Volksmittel ist die Tinctura Arnicae verdünnt mit Wasser oder Aq.Goulardi zur Einreibung bei Quetschungen und als Verbandflüssigkeit auf Wunden.

Flores Chamomillae, Kamillenblüthen und (Ph. Helv.:) Flos Chamomillaeromanae, Römische Kamillen. Erstere von Matricaria Chamomilla, letztere vonAnthemis nobilis (Compositen). Die Blüthen enthalten ein flüchtiges Oel und einenBitterstoff. Man gebraucht sie in Form von Thee als Excitans, Stomachicum,gegen Flatulenz, zur Unterstützung beabsichtigten Erbrechens u. s. w.; äusserlichzu Bädern u. s. w.

Moschus, Bisam (nicht mehr offic). Moschus ist eine bräunliche, extractähn-liche Masse, welche in einem Drüsensacke neben den Geschlechtstheilen des männ-lichen Moschusthieres (Moschus moschiferus), einer Hirschart, enthalten ist. DiesesThier bewohnt den Himalaya und die gebirgigen Theile der Tartarei, Südsibiriensund Chinas. Den Moschus erhalten wir aus Tibet und dem südwestlichen China;geringere Sorte auch aus dem südlichen Theil des asiatischen Russland.

Er besteht aus einer intensiv riechenden Substanz, welche noch nicht isolirtwerden konnte, aus Ammoniakverbindungen, einer eigenthümlichen Säure, ver-schiedenen Fetten, einer bitteren, harzigen Substanz, Cholesterin u. s. w.

Physiologische Wirkung. Kleinere Gaben, 0,1—0,3, sind wirkungslos; ingrösseren Dosen, 0,5—1,0, bewirkt Moschus Magenstörungen, Druck, Aufstossen.Uebelkeit und Erbrechen, Trockenheit im Halse, Schwindel und Kopfschmerz; derPuls wird beschleunigt. In einzelnen Fällen sehen wir Vermehrung der Diurese undDiaphorese auftreten. Das riechende Princip des Moschus kann in der Ausathmungs-luft, in der Perspiration, sowie im Harne erkannt werden. — Schon lange ist derMoschus als excitirendes Mittel im Gebrauche. Er wird fort und fort empirischals Excitans, namentlich in Zuständen von Collaps angewendet, ohne dass dieWirkung sicher wäre. Man hat ihn auch als Antispasmodicum und Sedativmnempfohlen. — Ueberflüssig und theuer! — Man gibt Moschus in Substanz zu 0,05bis 0,1 pro dosi mehrmals täglich in Pulvern. — Tinctura Moschi (ebenfallsnicht mehr offic), eine bräunliche Flüssigkeit, wird zu 20—40 Tropfen pro dosiverschrieben; auch subcutan.

Castoreum, Bibergeil (in Deutschland nicht mehr offic). In zwei dicht unterdem Felle liegenden und mit den Geschlechtstheilen des männlichen und weib-lichen Thieres (Castor Fiber L.) zusammenhängenden Beuteln sammelt sich dieseschmierige, stark riechende Masse, welche das Secret von Drüschen darstellt. Mauunterscheidet ein Castoreum aus Canada und eines aus Russland. Gegenwärtigwird vorzugsweise das Castoreum canadense verwendet. Die Masse, welche gelb-braun aussieht, enthält eine flüchtige, stark riechende und bitterlich kratzendschmeckende Substanz, zum Theil als krystallinisches Castorin bezeichnet, harzigeund eiweissartige Stoffe, Fette bis auf 8 °/o> Kalksalze u. s. w. In neuerer Zeit sind