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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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309
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Alkohol absolutus, Spiritus, Alkohol, Aethylalkohol.

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Jene begrifflichen Associationen sind aber auch das, was die Indi-vidualität bedingt und was die einzelnen Individuen von einander unter-scheidet. Daher egalisirt der Alkohol recht heterogene gesellschaft-liche Bestandtheile.

Jene begrifflichen Associationen sind aber auch das, woraus unsereGemüthsstimmung, unsere Sorgen, unser Kummer hervorgehen. In-dem er diese verdunkelt und das Bewusstsein zum ungehemmten Dasein,zum Genüsse des reinen Seins führt, wird der Alkohol zum Sorgen-brecher. Hierdurch und durch analoge Beseitigung von Befangenheitund Schüchternheit, wird er ein Factor für Geselligkeit, Fröhlichkeitund Lebensgenuss, führt zu Entschlossenheit, muthigen Thaten undäussersten Kraftleistungen, — aus allen diesen Gründen aber wird erauch zur Ursache unbesonnenen Ausplauderns sonst zurückgehaltenerGedanken, zur Quelle thörichter und beklagenswerther Handlungen. —

Der Zeitsinn, d. h. dieFähigkeit, die Länge von Zeiträumen (Secun-den, Minuten u. s. w.) zu schätzen, erfärht durch Alkohol in der Weiseeine Schädigung, dass namentlich auf der Höhe der Wirkung grössererGaben die thatsächlich verflossene Zeit zu kurz geschätzt wird (also dievon der Versuchsperson markirten Minuten u. s. w. zu lang ausfallen),— was für die Kurzweil bei Alkohol und für die Zeitvergeudung nichtohne Bedeutung ist.

Die Steigerung, welche jene besprochenen psychischen Acte nachkleineren Gaben Alkohols zeigen können, ist nur eine kurzdauernde;zwar kann sie durch Wiederholung der Gabe wohl wieder entfachtwerden; indess resultirt hier sehr bald durch Summirung die allerseitsrein lähmende Wirkung grosser Gaben, andererseits entwickelt sichsehr bald die Nachwirkung, die allenthalben in Depression besteht.Gleichmässig sinkt dann auch durch mehrtägige Wiederholung desAlkoholgenusses das geistige Niveau mehr und mehr, soweit es durchexperimentell-psychologische Prüfung der besprochenen Art sich hatermitteln lassen.

Vorgängiger Alkoholgenuss begünstigt allgemein das Einschlafen;die Schlafdauer dagegen nimmt meist nur bei kleinen und mittlerenGaben zu, während grössere Gaben sie bei vielen Menschen erheblichkürzen (verfrühtes Erwachen).

Werden grössere Mengen Alkohol, besonders in Gestalt von Schnaps,längere Zeit hindurch genossen, so entfaltet sich das Bild des chroni-schen Alkoholismus — d. h. die Summation der Nachwirkungen(s. S. 18). Unruhige, wirre Träume, Zittern der Hände u. s. w., Ab-nahme der geistigen Leistungsfähigkeit, Charakteränderung u. s. w.,Abnahme des Appetits zeigen sich. Chronischer Magenkatarrh, Fett-