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ExCITANTIA. ANALEPTICA.
Häufig werden bei der excitirenden Methode auch noch Err egunge nvon (peripherischen) Sinnesnerven mitbenutzt: Geruchsnerv (durchAroma), Geschmacksnerv, Tast- (durch das „Prickelnde", „Brennen"u. s. w.) und Temperaturnerven; diese Erregungen bethätigen dannreflectorisch ebenfalls die Blutcirculation in dem angedeuteten Sinne,und regen durch Reflex die Secretion verdauender Säfte und die Assi-milation an. Alle diese Vorgänge können schon sofort — und conse-cutiv durch Verbesserung der Ernährung — auf das Bewusstseinebenfalls anregend, belebend wirken. Manche der „Excitantien" wirkenvielleicht direct auf das Bewusstsein und können in kleinen Gabenseine Intensität nach mancher Richtung hin heben.
Nimmt man ausser den angeführten Einwirkungen auf die peri-pherische Sinnensphäre noch die angenehmen Anregungen, welche beiderselben Gelegenheit die oben nicht genannten Sinneswerkzeuge demBewusstsein zuleiten können (Auge, Ohr, Muskelgefühle, Allgemein-gefühle), so haben wir — namentlich eine ausreichende Abwechslungin allen diesen Erregungen vorausgesetzt — zugleich mit den phar-makologischen Reizmitteln auch die Reizmittel des Lebens über-haupt umgrenzt, deren ökonomische Benutzung zur höchsten Ent-faltung körperlicher und geistiger Gesundheit führt, deren Missbrauch— auch in der Therapie — Krankheit und Siechthum droht.
Alcohol absolutus und Spiritus, Weingeist, Alkohol,Aethylalkohol.
Der Alkohol, welcher als Product der durch Hefepilze veranlasstenGährung zuckerhaltiger Flüssigkeiten gewonnen wird, hat für unsphysiologische, diätetische, toxische und therapeutische Bedeutung.
Physiologische Wirkungen :
a) örtliche.
Concentrirter Alkohol bringt Eiweiss durch Wasserentziehung zurGerinnung, wirkt ätzend, desinficirend —, letzteres am besten in Ver-dünnung mit Wasser zu gleichen Theilen (bei Milzbrand nicht). Inwässerigen Lösungen von einem Gehalte unter circa 70 °/o ist er nichtmehr ätzend. Cognac mit 60, „Korn" mit 50 °/o Alkohol werden aufSchleimhäuten nur als „scharf" empfunden. Wird concentrirterAlkohol auf die intacte Haut applicirt, so erzeugt er durch seine rascheVerdunstung Kältegefühl. Wirkt er längere Zeit macerirend ein, solöst er das Hautfett und das in den Epidermiszellen befindliche Fettund dringt so bis zum Corium vor; hier, und um so mehr, wenn dieEpidermis der Haut entfernt ist, oder wenn die Application auf Schleim-