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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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RUBEFACIENTIA. VeSICANTIA. CaUTERIA.

formicarum enthalten ist; ferner Crotonöl (s. Abführmittel). Auchan die Seifen ist zu erinnern.

Suminitates SaMuae, Sadebaunispitzen, von Juniperus Sabina, Conifere,hat sehr scharfes ätherisches Oel (Abortus erzeugend), kaum noch in Gebrauch,höchstens zur örtlichen Behandlung spitzer Condylome, in Salbenform 1 : 10, oderals reizendes und macerirendes Streupulver.

B. Vesicantia.

Cantharides (Ph. Helv.: Cantharis), Canthariden, spanische

Fliegen.

Glänzend grüne Käfer (Lytta vesicatoria), welche in Schwärmen vornehmlichauf Ligustersträuchen bei uns, in Russland, Italien und anderen Ländern vor-kommen. Sie enthalten als wirksamen Bestandtheil das (vermuthlich aus dem denThieren in der Nahrung zugeführten Anemonin gebildete) Cantharidin (CjgH^CV),das Anhydrid der Cantharidinsäure (CgHgC^). Es bildet farblose vierseitige Pris-men, welche in Alkohol, Aether, Chloroform und fetten Oelen löslich sind.

Physiologische Wirkung. Die Canthariden gepulvert, oder das Can-tharidin mit einem passenden Vehikel auf die Haut applicirt, erzeugenin kurzer Zeit Brennen, Röthung und kleine mit Serum gefüllte Bläs-chen, welche dann confluiren und eine gemeinsame Blase bilden. In derBlasenflüssigkeit ist dann Cantharidin enthalten, welches also durch dieEpidermis, gelöst in dem diese durchtränkenden Cholesterinfette, hin-durchgedrungen eine exsudative Entzündung des Coriums verursachthat; ein Theil des Cantharidins wird von hier aus resorbirt, — was beiübergrossen Pflastern zu Intoxication führen kann. Innerlich genommenerzeugen Canthariden ähnliche locale Wirkungen im Verdauungs-apparate: wir haben alsdann das Bild einer Gastroenteritis toxica vonverschiedener Intensität. — Wird das Cantharidin resorbirt, gleichvielob vom Magen oder von der Haut aus, so entwickeln sich — nebeneiner sehr starken Hyperleukocytose — bei Menschen und bei einzelnenThieren — das Pferd zeigt sich dabei am empfindlichsten — die Sym-ptome einer acuten Entzündung der Nieren und der Harnwege; hierbeibeobachtet man häufigen Harndrang, das Urinlassen wird schmerzhaft,sehr bald wird der cantharidinhaltige, die Nieren und Harnwege aller-orts in Entzündung versetzende Urin blutig, Faserstoffgerinnsel undcroupöse Fetzen zeigen sich in ihm; nach einigen Tagen finden sich imUrin Eiterkörperchen (und Eiweiss) in grösseren Mengen; von Anfangan sind Blasen- und Nierengegend schmerzhaft; oft begleitet Fieberdiese Erscheinungen. Es zeigen sich bei Männern häufig Erectionen,was zu der irrigen Annahme geführt hat, dass das Cantharidin ein be-nutzbares „Aphrodisiacum" sei. Mit dem Aussetzen des Mittels hören