Rubefacientia. — Semen Sinapis nigrae, Senfsamen.
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coccussäcken in der Leber, um nachherige Entleerung des Inhalts mittelsMessers vorzunehmen; auch um tiefliegende Abscesse auf diesem Wegezum Durchbruch zu bringen. Heute wendet man dieses Verfahren nurnoch da an, wo ein directeres Operiren nicht zulässig ist.
Wünscht man vom Cauterium eine revulsive Wirkung, so gilt an-nähernd dasselbe, was bei den Vesicantien erwähnt wurde.
A. Rubefacientia.
Semen Sinapis nigrae und Semen Erucae, Senfsamen.
Die Samen von Brassica s. Sinapis nigra (Koch) (Crucifere). Schwarzer Senf.Die Pflanze ist über alle Erdtheile verbreitet. Der wirksame Bestandtheil ist dasflüchtige Allylsenföl, welches in den Samen nicht präformirt vorkommt, sondernerst bei Berührung der z.B. zerkleinerten Samen mit warmem Wasser sich bildet;die Samen enthalten my ronsaures Kalium (Glycosid), welches durch den Ein-fluss eines ebenfalls in den Samen vorhandenen Ferments: Myrosin, bei Anwesen-heit von Wasser, am besten lauwarmem, zu Zucker, saurem schwefelsaurem Kaliumund Allylsenföl S = C=N . C3H5 zerfällt (vergl. Amygd alae amarae). (Die Senf-öle sind die Aether der Isothiocyansäure CS . NH.) Der Schwefel- und Stickstoff-gehalt ist beachtenswert!].
Das Ergebniss an Senföl aus dem Samen ist etwa 0,5%. Kaltes Wasser bringtden Process nur theilweise in Gang, und sobald das Wasser eine Temperatur über70° C. hat, bleibt der Spaltungsprocess für immer aus, indem bei diesem Wärme-grad das Myrosin zerstört wird. — Das Senföl, das auch in vielen Cruciferen (Ra-dieschen, Knoblauch) vorkommt, kann auch künstlich dargestellt werden. — Ausdem Senfsamen wird durch Auspressen auch ein indifferentes fettes Oel dar-gestellt im Betrage von ca. 30°/°'
Der Senfsamen (ebenso der weisse Senf von Sinapis s. Brassica alba,offic. als Semen Erucae) wird bekanntlich auch zur Bereitung des„Tafelsenf" oder auch „Mostrich" genannten Gewürzes benutzt (sieheGewürze unter „Excitantia"). Aeusserlich wendet man den gepulvertenSenf zu „Senfteigen", Bädern u.s. w. als Hautreiz an. Das unverdünntereine Senföl (flüchtig, ungemein scharf) wirkt höchst reizend und kannin kurzer Zeit nicht nur Hyperämie, sondern auch Blasenbildung undEiterung verursachen.
Präparate :
1) Semen Sinapis. Zur Bereitung eines Senfteiges mischt man Senfmehl,womöglich frisches, mit gewöhnlichem Mehl im Verhältniss von 1 : 1 und bereitetunter Zusatz von lauem Wasser ein Kataplasma, welches auf die Haut applicirtin wenigen Minuten durch Entwickelung des reizenden Senföls Hyperämie hervor-ruft. Zu Bädern 100—250,0.
2) Oleum Sinapis. Kaum benutzt, zu scharf!
3) Spiritus Sinapis. 1 Thl. Senföl mit 49 Thln. Weingeist; hautröthendeEinreibung: man lässt auch Watte oder Flanell damit getränkt auf die Haut auf-legen.
4) Senfpapier (Papier Eigollot). Gepulverter schwarzer Senf ist vermittelseiner Kautschuklösung auf Papier fixirt. Taucht man dieses Papier in laues Wasser