Adstringentia.
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grund u. s. w.), welches mit dem Adstringens in Berührung gebrachtist. — In höheren Concentrationen wird das Gewebe sinnfällig ver-ändert : — zunächst getrübt, bei noch stärkerer Concentration entstehengrobe Gerinnungen, Eiweissniederschläge, Aetzungen. Gegenüber der-artigen Läsionen reagirt das umliegende, noch nicht abgetödtete Ge-webe mit „Entzündung". Ja, schon diejenigen Concentrationen, welcheeben noch nicht augenfällige morphologische Veränderung des Ge-webes (Trübung) erzeugen, setzen doch offenbar schon eine so bedeu-tende Beleidigung des Protoplasmas, dass Veranlassung zu einer spä-teren reactiven Entzündung gegeben ist. So wirken daher die schwä-cheren (gefässverengernden und) gefäss erweiternden Concen-trationen direct entzündungswidrig, die stärkeren dagegen indirectentzündungs erregend.
Die Einwirkung der genannten Stoffe auf das Eiweiss ist nun auchdie Ursache, warum sie sämmtlich Bacteriengifte, Antiseptica (s. S. 118u. 132) sind, — und so können sie auch noch in dieser Eigenschaftindirect entzündungswidrig wirken. Verschieden ist nun bei diesenStoffen die Breite, innerhalb derer sie direct entzündungs widrigwirken, ohne dabei in direct Entzündungen zu erregen. TJndnur die-jenigen Stoffe, welche hierin eine grosse Breite zeigen, sind geradedie, welche von jeher als „ Adstringentien" bezeichnet wurden, währendSublimat u. A. an anderen Punkten des Systems untergebracht sind.Das Wesen der Wirkung ist aber hier wie dort dasselbe.
Der Grad der Verengerung, welche (mikroskopisch gemessen)die kleineren Arterien durch die einzelnen Stoffe in maximo erfahrenkönnen, ist verschieden: die grösste Verengerung gibt Argentumnitricum, dann folgen in absteigender Reihe: Plumbum aceticum,Zincum sulfuricum, Hydrargyrum bichloratum, Cuprum sulfuricum,Ferrum sesquichloratum, Acidum tannicum, Alumen. —
Auf Schleimhäute und Drüsen (z. B. auch die Froschhaut) in sehrkleinen Mengen aufgetragen vermindern und hemmen aus analogemGrunde die Adstringentien die Secretion, — was therapeutisch ver-werthet wird.
In schwachen Concentrationen wirken die „Adstringentien", inner-lich gegeben, mehr oder weniger stuhlverstopfend; in stärker reizen-den Concentrationen erzeugen die meisten Erbrechen, zuweilen auchDurchfall; Cuprum und Zincum sulfuricum sind so als (reflectorischwirkende) Brechmittel benutzbar.
Mit Blut in Berührung gebracht, bedingen diese Adstringentien instarken Concentrationen Gerinnung; so sind Eisenchlorid, Tannin als„Hämostatica", „Styptica" (Blutung stillend) von Nutzen.