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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Adstringentia.

stringentien als Folge jener Gefässverengerung. Heute wissen wir überdiese Gruppe Folgendes zu sagen. Eine innere Berechtigung, die Stoffedieser Gruppe von den ihnen chemisch nahestehenden Stoffen abzuson-dern , liegt zwar nicht vor; indess ist es für das praktische Bedürfnissganz nützlich, diese Gruppe im System beizubehalten. Die meistenMetallsalze — speciell die Salze vom Plumbum, Ferrum, Cuprum,Zincum, Argentum, Hydrargyrum, Aluminium, soweit sie löslich sind,und ebenso gewisse Substanzen aus der aromatischen Chemie, Gerb-säuren u. s. w. — haben eine eigenthümliche Verwandtschaft zumProtoplasma; in schwacher Concentration erfährt durch sie das Proto-plasma keine gröbere morphologische Veränderung und zeigt daherweder makroskopisch noch mikroskopisch eine mate rielle Läsion;wohl aber sind die genannten Stoffe im Stande, mit dem wichtigstenchemischen Bestandtheile des Protoplasmas, dem Eiweiss, zu reagiren,indem sich durchWechselwirkung die sog. Metallalbuminate u.s.w.bilden; daher entwickeln sich hierbei gewisse functionelle Aende-rungen: bei schwachen Concentrationen verengern sich die Arterien amOrte der Einwirkung, um später wieder die normale Weite anzuneh-men ; mit zunehmender Concentration nimmt der Grad der Vereno-e-rung zu, und es schliesst sich an diese eine Erweiterung an, welchletztere mit weiter steigender Concentration immer bedeutender wird;bei noch stärkerer Concentration tritt nur noch eine kurz währendevorläufige Verengerung der Arterien ein, und schon unmittelbar unterder Einwirkung der Lösung zeigt sich jene schliessliche Erweiterung;bei stärksten Concentrationen ist die Verengerung so kurz dauernd,dass sie leicht übersehen werden kann, — während die schliesslicheReizungserweiterung sehr lange vorhält. Beim Tannin wurde die Ver-engerung eine Zeit lang übersehen, da man nicht genügend schwacheConcentration gewählt hatte und weil der Spielraum zwischen gänzlichunwirksamen und bereits erweiternden Concentrationen etwas enger istals bei den anderen „Adstringentien". Innerhalb der verengerndenund auch noch der schon erweiternden Concentrationen üben dieseSubstanzen einen den Durchtritt der weissen Blutkörperchen (resp. dieEntzündung und Eiterbildung) verhindernden Einfluss aus; offenbarberuht dies auf einer chemischen Veränderung der (Gewebe und soauch der) Gefässwand, nicht der Leukocyten, da diese Wirkung aufden Ort der Einwirkung streng beschränkt bleibt. (Die bereits ausge-wanderten Leukocyten, soweit sie von der betreffenden Lösung localerreicht werden, sterben ab.) Eine ähnliche Veränderung wie dieGefässwand erfährt natürlich (wie erwähnt) auch das sonstige Ge-webe (z.B. je nachdem Epithel, übriges Schleimhautgewebe, Wund-