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TONICA.
Beim Hungernden 8 mg pro die, beim normal Ernährten vielleichtdoppelt so viel. Diese Verluste müssen nun gedeckt werden. In derNahrung nehmen wir täglich 0,05—0,1 g Eisen ein in organischer,assimilirbarer Form („hämatogene Substanz"), was überreichlich ge-nügt, um den Verbrauch zu decken. So sehr also Eisen ein Nahrungs-stoff ist, — der übrigens hauptsächlich vom Duodenum, in geringererMenge vom Ileum resorbirt wird — so wenig liegt Veranlassung vor,etwa jedem gesunden Menschen Eisen noch besonders darzureichen.Eisen freie Kost erlaubt keine Blutbildung, ebenso wie Pflanzen aufeisenfreiem Boden kein Chlorophyll bilden und sich bleichsüchtig, gelb-lich und kümmerlich entwickeln, während sie alsbald ergrünen, wennman vorsichtig dem Boden Eisen zuführt. Aber normale Kost bietet soviel Eisen und zwar in der Form, in der es der Mensch braucht.
Nichtsdestoweniger bleibt doch die empirisch vielfältig ermittelteThatsache bestehen, dass chlorotische, bleichsüchtige Patienten unterdem Eisengehalte der normalen Nahrung chlorotisch wurden und blie-ben, dagegen geheilt wurden, sobald medicinal Eisen gereicht wurde.Das „Wie" ist nicht klar. Manche glaubten, dass das Eisen nur da-durch wirke, dass es den Schwefelwasserstoff (resp. den Schwefel derin Fäulniss begriffenen Eiweisskörper) in Beschlag nehme und hier-durch die hämatogene Substanz der Nahrung davor schütze, durch H 2 Szersetzt zu werden; indess ist oft Chlorose bei vortrefflicher Verdauungzu beobachten, und Darreichung von Mangan, welches H 2 S bindet, leistetnichts für die Blutbildung. Andere sehen als Ursache der Chlorose einenUeberschuss an thierischem Gummi (thierisches Gummi hindere die Um-bildung der hämatogenen Substanz zu Hämoglobin), und da Eisen grosseMengen Gummi niederschlägt und unlöslich macht, und unter der An-nahme, dass dieses im Darme geschehe, soll Eisen indirect nützen.Andere denken, dass die Eisenpräparate — etwa wie Tannin — adstrin-girend, tonisirend auf den Magen und Darm wirken und sie zur As-similation besser befähigen. Auch eine, wie es scheint im Darme nichtzur Entfaltung kommende, antiseptische Wirkung der Eisenpräparateist in dieser Richtung herangezogen worden. Jedoch müssen diese Er-klärungsversuche so lange zurückgewiesen werden, als unangefochtendie von zuverlässigen Beobachtern angegebene Heilwirkung subcu-taner Application von Eisen (z. B. Ferr. citricum) bei Chlorose dasteht.Entweder liegt hier ein Beobachtungsfehler vor — und der muss erstfestgestellt werden, — oder bei der Chlorose liegen die Verhältnisse so,dass eben übergrosse Eisenmengen zur normalen Blutbildung derResorption dargeboten werden müssen. Die Aufklärung ist abzuwarten.Vermuthlich wirkt Eisen (vergl. das bei Arsenik Gesagte) nicht so sehr