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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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173
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Aoida, Säuren.

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Farblose prismatische Krystalle, in Wasser leicht löslich. Aus dem Succus Citri(Lemonen- oder Citronensaft). Kommt reichlich in der Milch vor.

Therapeutisch angewendet als durstlöschendes Mittel bei Fiebernden in ver-schiedenen Formen, als: Saturation, Limonade oder in Form von Fruchtsäften,Brausepulvern u. s. w. Wo Citronen zur Hand sind, sind diese unter Umständenals Antidot eiligst bei Alkali-, Soda- und Pottaschevergiftungen zu benutzen. Mei-stens wird Essig hierfür eher zu haben sein.

Präparate. 1) Acidum citricum, in Lösungen bis zu 7 2 °A>; besondersals Limonade oder zu Brausemischungen. 2) Potio Riveri (Ph. Helv.: Pot.effervescens), bestehend aus 4 Thln. Citronensäure, 190 Thln. Wasser und 9 Thln.Soda. — (Ph. Helv.: Sirupus Citri: Citronensäure, Wasser und Zucker.)

Acidum tartaricum, Weinsäure (Weinsteinsäure) C 2 H 2 (OH) 2 . (COOH) 2 (Dioxy-bemsteinsäure). Grosse farblose Krystalle, in 0,8 Thln. Wasser löslich. Wird nurzu Brausemischungen gebraucht (s. „Kohlensäure").

Acidum aceticum, Essigsäure CH 3 .COOH (s. auch unter „Cauteria"), sollmindestens 96 °/o reine Essigsäure enthalten, spec. Gew. 1,064. Acidum aceticumdilutum hat ein speciflsches Gewicht von 1,041; enthält 30°/o Essigsäure. Meistenswird innerlich benutzt: Acetum, Essig; enthält 6°/o Acid. acetic. (Ph. Helv.:5 %); wird benutzt: 1) im Hause als Antidot bei Laugenvergiftungen zum Neu-tralismen. 2) Zur Bereitung ex tempore von essigsaurem Kalium, resp. Natrium(s. diese) aus kohlensauren Salzen, wobei C0 2 in der Flüssigkeit absorbirt bleibt(s. d. Folgende). 3) Aeusserlich zu Umschlägen und zur Stillung von Blutungen(als Stypticum).

Acidum carbonicum, Kohlendioxyd, Kohlensäure C0 2 . Dieses Gas, farblos,schwerer als Luft (1,524), bildet sich bekanntlich als Endproduct der C-Oxydationin unserem Organismus und wird exspirirt; entsteht bei jeder Verbrennung vonC, bei der alkoholischen Gährung des Traubenzuckers (Gährkellern); es gibt auchviel C0 2 vulkanischen Ursprungs, ferner in vielen natürlichen Wässern; scheidetsich aufbrausend aus kohlensauren Salzen unter Einwirkung fast aller anderenSäuren ab; kann aber, wenn in grossen Massen und unter gewissen günstigen Be-dingungen (s. unter Salicylsäure, Jod) andere Säuren aus Salzen frei machen; ver-ordnet wird es a) innerlich: nur absorbirt in Flüssigkeiten — Wasser (Mineral-wasser), Wein (Champagner, Most u. s. w.); Limonaden (Brauselimonaden),Brausepulvern (Sättigung von Carbonaten mit — meist organischen — Säuren —Citronensäure, Weinsäure); ferner in Saturationen mit eben diesen Säuren undEssig (s. oben unter Acid. aceticum). b) Aeusserlich: Bäder: In Mineralwässern,die reich an freier Kohlensäure, ist die Haut des Badenden der Sammelplatz fürdie in aufsteigenden Gasperlen sich vereinigenden Kohlensäuremengen, welche einprickelndes Gefühl auf der Haut, einen besonderen Hautreiz erzeugen. Analogwird solches Wasser zu Vaginal-, — resp. Uterusdouche benutzt. — Gleichwie dieKohlensäure der Getränke auf der Mundschleimhaut prickelt oder ein C0 2 -Ructus,der durch die Nase entweicht, ein stechend-kribbelndes Gefühl auf der NasenSchleimhaut erzeugt, so reizt die C0 2 im Getränke auch die resorbirende Magen-schleimhaut, wodurch nachgewiesenermaassen eine wesentlich beschleunigteResorption der genossenen Flüssigkeit veranlasst wird; daher Most bei geringeremAlkoholgehalte eiliger trunken macht als der ausgegohrene Wein u. s. w.; daherdie erfrischende, durstlöschende Wirkung der C0 2 -Wässer, die unter Hyperämisi-rung der Mund-, Schlund- und Magenschleimhaut noch schneller abkühlen alsgleich kühles gewöhnliches Wasser. — Als „Reiz" für die Magenschleimhaut fürsonstige therapeutische Zwecke ist die C0 2 ebenfalls zu verwerthen (atonischeDyspepsien, Magenkatarrh nach Excessen in Baccho u. s. w.). — ResorptiveWirkungen der C0 2 kommen hierbei nicht in Betracht; Indicationen, den C0 2 -Gehalt des Körpers oder des Blutes zu steigern, sind nicht bekannt; — man würdeeine solche C0 2 -Anhäufung durch methodisches Anhalten der Athmung erreichen