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Ant;fermentativa. Antiseptica. Desinficientia.
zündungsfreie, trockene und gegen Infection vermuthlich resistentemWundfläche (s. das Analoge bei Phenol); vielleicht ist die noch nicht ge-nügend studirte locale Wirkung auf die Leukocyten von besondererBedeutung. Vielleicht wirkt das Jodoform auch antitoxisch.
Von Wunden und Wundhöhlen aus wird im Allgemeinen das Jodo-form als solches nur sehr wenig resorbirt; am ehesten treten resorp-tive Intoxicationen vom Peritoneum her auf; danach am gefähr-lichsten ist die interne Application (Magen, Darm); auch von denweiblichen Geschlechtstheilen aus ist Jodoform Vergiftung mehr-fach beobachtet worden (fein gepulvert scheint es gefährlicher zu seinals in gröberen Krystallen).
Bei solcher sind es Symptome seitens des Centralnervensystems,welche sich in den Vordergrund drängen; Benommenheit des Senso-riums, Schläfrigkeit und Schlaflosigkeit, Amblyopien, Stupor, Psycho-sen, Hallucinationen mit Tobsucht und Aehnliches. Der Puls wirdklein, frequent und unregelmässig, die Körperwärme sinkt, und eineauffallend rasche Abmagerung stellt sich ein. (Zuweilen zeigt sichFieber.) Der Tod erfolgt durch Lähmung vom Gehirn aus oder durchHerzschwäche. Wenn die Zuführung des Jodoforms noch rechtzeitigunterbrochen wird, bilden sich diese Störungen oft sehr schnell zurück,können sich aber auch durch Wochen hinziehen. Während dieser Jodo-formvergiftung zeigt sich eine Verzögerung der Jodelimination: auchnach Cessiren der Zufuhr dauert es offenbar lange, ehe die Gewebe dasJodoform eliminirbar gemacht, umgewandelt haben; und hier scheintein grosser Theil in organischer Form eliminirt zu werden, jedochnicht als Jodoform. Bei den Sectionen findet man fettige Degenera-tionen des Herzens und der drüsigen Organe.
Die Haut mancher Menschen ist gegen Berührung mit Jodoformsehr empfindlich; man sieht erythemartige Entzündung mit Bläschen-bildung; die Epidermis ist für Jodoform durchlässig, und es findetalso bei cutaner Application auch einige Resorption statt. Beiinterner Darreichung tritt zuweilen Urticaria auf.
Therapie der Jodoformvercuftdng. Entfernung des Jodoforms von den Ortender Anwendung; sonst exspectativ-symptomatisch und diätetisch-roborirend.
Therapeutische Verwendung. Bezüglich der inneren Anwen-dung sind die Ansichten sehr getheilt. Von Vielen ganz verworfen,ist Jodoform bei folgenden Zuständen von Einzelnen empfohlen worden,wobei zu betonen, dass bei innerlicher Darreichung weitaus vor-wiegend Jodoform-, und nur zum allerkleinsten Bruchtheile (wennüberhaupt) Jodwirkung (s. unter Jod) zu Stande kommt: Diabetes,„Spinalirritation", tuberculöse Vorgänge; als Heilmittel gegen Menin-