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Antipyretica.
haben würde; dunklerer, rother Urin (umgewandelter Blutfarbstoff),Abmagerung der Muskeln u. s. w., Bleicherwerden der Hautfarbe u.s.w.In welcher Weise diese qualitative Aenderung des Stoffumsatzes zueiner Erhöhung der Körperwärme führt, ist nicht klar; Folgendes dürftein dieser Beziehung zu sagen sein:
Im gesunden Zustande haben wir Menschen innerhalb der Gren-zen der von uns innegehaltenen Lebensbedingungen eineEigenwärme, die sich zähe ungefähr zwischen 36,8 und 37,5° C. erhält,wie immer die Nahrungsweise, die äusseren Bedingungen der Wärme-abgabe, die Production der Wärme in massiger Arbeit oder in derRuhe sei: wir nennen dies die „Regulirung" — wir sagen wohl auch„die Regulirung" sei „auf 37,5° C. eingestellt". Alle Thatsachensprechen dafür, dass es das zum kleinsten Theile bewusste, grössten-theils gänzlich unbewusste Behagen der Ganglienzellen ist, welchesdiese „Einstellung der Regulirung" veranlasst.
Wie aber die Norm consequent eine fast horizontal laufende zwi-schen 36,8 und 37,5° C. sich bewegende Curve zeigt, so halten mit fastgleich zähem Eigensinne die einzelnen Krankheiten, wie Pneumonie,Abdominaltyphus u. s. w. ihre besonderen Curven fest, gleichviel obim Sommer oder Winter, im Norden oder Süden, bei bester oder min-der guter Ernährung —, kurz, gleichviel wie die Wärmeproductionund Wärmeabgabe —innerhalb gewisser Grenzen — sind. Diesscheint eine neue Regulirungsweise, eine neue „Einstellung" zu be-deuten. Indess könnte es erstens auch an übergrosser (periodisch wech-selnder) Wärmeproduction bei relativer Insufficienz der Wärme-abgabe liegen; hier wäre dann das Bestreben, zu reguliren, dasgleiche geblieben, — aber der Körper könnte die überreichen Wärme-mengen nicht expediren. Zweitens könnte ohne Aenderung der „Ein-stellung" — gleichviel, ob bei vermehrter oder verminderter Wärme-production— der Wärme ab gab emechanismus durch die Krankheitgeschwächt sein. Auch hier wäre das Regulirungs bestreben normalgeblieben, aber insufficient. Nun ist nachgewiesenermaassen dieWärmeproduction des hungernden Fiebernden vermehrt im Vergleichezu dem ebenfalls hungernden Gesunden. Aber sie ist doch lange nichtso gross wie die Wärmeproduction des normal ernährten und massigarbeitenden Gesunden. Da dieser trotzdem nur 37,5° C. hat, trotzbeispielsweise doppelter Wärmeerzeugung, so muss es an den Wärme-abgabeapparaten oder an der „Einstellung" liegen, dass der Fieberndez. B. 40° C. hat. Bei manchen Fiebernden ist thatsächlich dieWärmeabgabe insufficient geworden — es bleibe unerörtert, ob ab-solut oder relativ: solche Patienten streben nach Abkühlung, dulden