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Narcotica.
sind: bei consequenter Fortführung dieses antagonistischen Schaukel-spiels wird man bald gewahr, dass zwar das functions vermindern deMittel (Atropin) in derselben Dosis weitergegeben werden kann, dassaber der die Function steigernde Stoff (Pilocarpin) von Mal zu Mal inimmer grösserer Gabe gereicht werden muss, wenn man den gleichenrelativen Erfolg erzielen will, wie bei den früheren Malen; mit anderenWorten also: die Erregbarkeit nimmt während des Schaukelspielsprogressiv ab! Keineswegs hebt demnach im inneren Wesen derSache das erregende Gift die Wirkung des lähmenden auf. Ferner:wenn man die „lähmende" Substanz von vornherein in einer gewissenGabenhöhe applicirt, oder im Laufe des Wechselspiels schliesslich anden Punkt gelangt, in Summa dieses Quantum verbraucht zu haben, sowird die „Erregbarkeit" des betreffenden physiologischen Elementar-apparats gleich Null, und die stärksten Gaben des erregenden Antago-nisten bleiben ohne jeden Erfolg: das antagonistische Spiel hat dem-nach eine obere Grenze — und das angebliche Schaukelspiel ist eineWiederholung jenes Wettlaufs, in welchem Achill die Schnecke nichteinholt. (Man vergleiche S. 9 über „Lähmung und Erregung".)
Bei jedem antagonistischen Spiele behält also das lähmende Mittelschliesslich die Oberhand.
Das erregende Mittel steigert nicht die Erregbarkeit (im Gegen-theil), sondern erzeugt Erregungswellen; und der sog. Antagonist ver-anlasst nicht etwa active Erregungswellen umgekehrter Phase oderRichtung, welche diejenigen des ersten Mittels aufheben (compensiren),sondern er vermindert nur die Anspruchsfähigkeit des physiologischenApparats für jene Erregungen. So ist daher die Wirkung des einenMittels gar nicht das conträre Gegentheil von der des anderen. Bei derspeciellen Besprechung der in Rede stehenden Stoffe werden wir viel-mehr Thatsachen kennen lernen, welche zu der Vorstellung drängen,dass der innere Mechanismus der Atropinwirkung und der Pilo-carpin- (resp. Physostigmin-) Wirkung auf die erwähnten Functionennicht ein entgegengesetzter ist, und dass nur Unterschiede des zeitlichenAblaufes und des Grades vorliegen; Atropin und Pilocarpin wirkenz. Br~auf die Endigungen der Speichelnerven im Wesentlichen ganzgleichartig; beide vermindern und vernichten schliesslich die Erreg-barkeit jener Apparate, aber Atropin viel schneller und stärker alsPilocarpin. Beide erregen während ihres Einmarsches diese Nerven-endigungen. Dies ist bei Atropin nur bei sehr kleinen Dosen nach-weisbar, da bei grossen Gaben das Sinken der Erregbarkeit (bei sehrgrossen Gaben deren Vernichtung) den Reiz des Einmarsches wirkungs-los werden lässt, ebenso wie vorgängige Atropinisirung die Wirkung des